Bei Sauber geht eine Ära zu Ende
Zehnder bald nicht mehr Sportdirektor
Er ist ein Dauerbrenner in der Formel 1. Doch nach 30 Jahren in derselben Position beim Hinwiler Rennstall tritt der Illnauer Beat Zehnder bald kürzer.
Länger arbeitet keiner für Sauber Motorsport. Seit dem 1. Februar 1988 ist Beat Zehnder beim Hinwiler Rennstall angestellt. Die Geschichte, wie der Illnauer sich auf ein Inserat im «Zürcher Oberländer» bewarb und zuerst von Teampatron Peter Sauber wieder fortgeschickt wurde, weil er zu wenig interessiert am Rennsport war, hat er wohl unzählige Male erzählt. Im zweiten Anlauf klappte es, weil Sauber verzweifelt auf der Suche nach Personal war. Zehnder gab sich selber «ein, zwei Jahre».
Über 36 sind es unterdessen geworden. Zehnder, der im Januar seinen 59. Geburtstag feiert, erlebte alles mit. Den Doppelsieg in Le Mans 1989 als Mechaniker, den Formel-1-Einstieg 1993, die BMW-Jahre zwischen 2006 und 2010, die finanziell schwierigen Jahre, bevor Peter Sauber erneut einen Käufer für sein Team fand.
594 Rennen als Teammmanager
Miterleben wird Zehnder auch die Transformation zum Audi-Werksteam. Allerdings nicht mehr in der Rolle als Teammanager (oder Sportdirektor, wie die Position unterdessen heisst), die er vor 30 Jahren und 3 Monaten übernommen hatte. Damals wurde er von Peter Sauber vor mehr oder weniger vollendete Tatsachen gestellt – «Du bist es jetzt», soll der Teamchef ihm gesagt haben. Nun ist er es per Ende 2024 nach dannzumal 594 Formel-1-Rennen nicht mehr.
Zehnder habe sich entschieden, den Fokus auf andere Bereiche des Geschäfts zu richten, schreibt Sauber Motorsport nun gegen Ende eines Communiqués, mit dem vor allem über Neuverpflichtungen informiert wird. Zehnder bleibt in der Firma, nimmt künftig aber eine neu geschaffene Funktion ein, die den Namen trägt: «Director of Signature Programs and Operations».
Er trägt dem Erbe Sorge
Was das genau ist wird nicht so klar ausgeführt. Es heisst lediglich, Zehnder werde in seiner neuen Rolle «dafür sorgen, dass das reiche Erbe von Sauber Motorsport weiter wächst und seine Kernwerte erhalten bleiben». Und Zehnder werde die «Bemühungen um Innovation und Gestaltung der Zukunft des Teams» leiten. Was man sich darunter vorstellen soll, bleibt offen – dass Zehnder der Richtige ist, um dem Erbe der Firma Sorge zu tragen, erscheint allerdings nachvollziehbar.
Zehnders Nachfolge als Sportdirektor übernimmt mit Inaki Rueda ein 46-jähriger Spanier, der bei Jordan, Renault, Lotus und zuletzt Ferrari leitende Positionen inne hatte.