Baumer erhalten im Frühling ihr Hallenbad zurück
Sanierung ist im Zeitplan
Während auf der «Halli»-Baustelle in Bauma die Arbeiten laufen, entwickelt der Hallenbadausschuss im Hintergrund das neue Betriebskonzept. Logo und Website stehen bereits.
«Es nimmt langsam Form an», sagt Heidi Weiss (EVP). Mit sichtlicher Freude blickt sich die Baumer Gemeinderätin in der grossen Halle um, in der sich künftig wieder Badegäste tummeln werden.
Noch ist man weit entfernt von gefüllten Becken, ausgebreiteten Badetüchern und dem Plätschern des Wassers. Nackter Beton prägt den Raum, in den Durchgängen fehlen die Türen, und einige Fenster sind abgeklebt.
Die Lampen in der bereits fertigen Decke hauchen dem «Halli» – wie die Baumer ihr Hallenbad gerne nennen – aber erstes Leben ein. Ihr Licht scheint direkt auf den neuen Seilgarten, der unter ihnen montiert ist. Mit etwas Vorstellungskraft und den Erklärungen von Weiss lässt sich erahnen, wie das fertiggestellte Bad dereinst aussehen könnte. «Das Nichtschwimmerbecken ist neu abgetrennt vom Schwimmbecken, hier haben wir das neue Kinderplanschbecken, und da hinten wird das Bistro entstehen.»
Haare trocknen mit Aussicht
Weiss’ persönliches Highlight gibt es aber nicht in der grossen Halle zu entdecken. Dafür muss man im hinteren Teil, direkt neben dem Sprungturm, in den Gang einbiegen. Dieser wirkt im ersten Moment noch unscheinbar. Aus der Betonwand ragen Kabelanschlüsse, eine Schutzfolie auf dem Fenster versperrt die Sicht nach draussen.
Doch ebendieses ist es, was es der Hochbau- und Liegenschaftenvorsteherin angetan hat. Denn an die Anschlüsse werden später die grossen Haartrockner montiert. «Dann kann man sich die Haare föhnen und gleichzeitig den Blick ins Grüne geniessen», schwärmt Weiss. «Darauf freue ich mich persönlich.»










Von diesem Gang gibt es einen direkten Zugang zu den geschlechtergetrennten Umkleiden. Von diesen wiederum gelangt man in den offenen Eingangsbereich, wo später die Kasse, der Zugang zum Bistro und der Übergang zum Schulhaus sein werden.
Eine Treppe und der neu eingebaute Lift führen ins Untergeschoss zur offiziellen Zugangstür. Von hier aus geht es ausserdem ins Reich von Nardo Gramatica. Der Hallenbadleiter kennt die noch unfertigen Eingeweide des «Halli» wie seine Westentasche. Zielsicher steuert er die einzelnen Räume an, die unter anderem die Umwälzpumpenanlage – das Herzstück der Wassertechnik – beherbergen.
Auch ein Büro für das Hallenbadteam und die neue Filteranlage finden hier unten Platz. «Die ganze Badewassertechnik ist noch in Arbeit», erklärt Gramatica. Davon zeugen nicht zuletzt die unzähligen weissen, orangen und grauen Kabel, die noch auf ihren Verwendungszweck warten.



Ursprünglich hätte die Wiedereröffnung des Hallenbads Anfang Oktober 2023 stattfinden sollen. Doch verschiedene Faktoren hatten diesen Plan verunmöglicht. Zum einen ging diesen Frühling die verantwortliche Baumeisterfirma in Konkurs. Es musste Ersatz gesucht werden.
Zum anderen stellte sich heraus, dass die Bausubstanz des Gebäudes schlechter ist als ursprünglich gedacht: Wegen eines lecken Rohrs im Dach lief Wasser in die Halle. Daher brauchte es eine ungeplante Sanierung der Betondecke. Auch im Untergeschoss war der Beton in schlechterem Zustand als ursprünglich gedacht, und die Fassade mitsamt den Fenstern musste komplett erneuert werden.
«Die schlechte Bausubstanz war eine böse Überraschung», sagt Weiss. Man sei jetzt aber auf Kurs. Die Gemeinderätin ist überzeugt: «Mitte April wird das Hallenbad wieder aufgehen.»
In einem nächsten Schritt stehen die Plattenarbeiten an. Dafür musste zuerst der Boden ausgeglichen werden. Im Moment ist es noch warm genug, damit alles gut trocknen kann. Zudem laufen die Vorbereitungen, um die Kletterwand anzubringen.
Ein neues Logo fürs «Halli»
Wer sich selbst ein Bild vom Baufortschritt machen möchte, hat dazu online die Möglichkeit. Seit Kurzem ist die Website des Hallenbads aktiv, und zwar unter dem Namen hallenbadbauma.ch. Jetzt, etwa ein halbes Jahr vor der Wiedereröffnung, möchten die Verantwortlichen so die Bevölkerung aufs Hallenbad einstimmen. «Wir wollen für Vorfreude sorgen», sagt Gesellschaftsvorsteherin Manuela Burkhalter (SVP).
Auf der Landingpage wird auch das neue Logo in Szene gesetzt: ein hellblauer Schwimmer in dunkelblauen Wellen unter ebenfalls dunkelblauem Dach. Rechts davon steht in den gleichen beiden Farben der Schriftzug «Hallenbad Bauma».

Wie die Gemeinderätin erklärt, stammt das Design aus der Feder eines Marketingplaners. Er hat verschiedene Beispiele entworfen und dem Hallenbadausschuss vorgelegt. Dieser entschied sich für einen Favoriten, den er dem Gemeinderat in einer Sitzung vorstellte.
«Wichtig war uns, dass das Hallenbad als solches im Logo erkennbar ist», betont Burkhalter. Und man habe klar aufzeigen wollen, dass ein überdachtes Bad und keine Badi gemeint sei. «Daher passt der Schwimmer unter dem Dach sehr gut.»
Im Gemeinderat war das Logo ebenfalls mehrheitsfähig. Es wird künftig nicht nur die Website, sondern auch die Fassade des Hallenbads zieren und so für Wiedererkennungswert sorgen.
Viele Absprachen fürs Betriebskonzept
Der Hallenbadausschuss steckt ausserdem mitten in der Ausarbeitung des neuen Betriebskonzepts. «Es gibt viele Veränderungen, die wir berücksichtigen müssen», erklärt Gramatica. Dazu gehören nicht nur längere Öffnungszeiten, sondern auch die neue Positionierung des Bistros sowie die Digitalisierung von Kursverwaltung und Kassensystem.
«Das kostet viel Energie. Es braucht viele Sitzungen mit den verschiedenen Schnittstellen», sagt der Hallenbadleiter. Trotzdem will man auch in diesem Bereich zuarbeiten. «Es ist spannend, so etwas aufbauen zu dürfen», meint Burkhalter. Laut der Gemeinderätin soll das Betriebskonzept bis Ende Jahr oder spätestens Anfang Januar 2024 stehen.
Denn ab dann seien die Leute mit anderen Aufgaben beschäftigt. Zum Beispiel mit der Schulung von Personal oder Reinigungsarbeiten. Und nicht zuletzt muss bis im Frühling alles für die Eröffnung vorbereitet sein.