Bauma verliert prägende Figur – Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich geht in Pension
Seit 2017 ist er aus der Baumer Verwaltung nicht mehr wegzudenken. Nun steht für Roberto Fröhlich der verdiente Ruhestand an. Ganz muss die Gemeinde aber noch nicht auf ihn verzichten.
Der Gemeindeschreiber ist für eine Verwaltung das, was für eine Firma der Geschäftsführer ist. Bei ihm läuft eine ganze Bandbreite von Tätigkeiten zusammen – vom Sachbearbeiter bis zum Verwaltungsdirektor. In Bauma heisst diese zentrale Figur Roberto Fröhlich.
Der 67-Jährige hat die Funktion im September 2017 übernommen und prägt seither die Geschicke der Gemeinde. Damit ist aber bald Schluss. Wie der Gemeinderat mitteilt, geht Fröhlich am 1. Juli 2026 in den wohlverdienten Ruhestand.
De facto wäre er schon seit zwei Jahren AHV-Rentner. Trotzdem wollte die Gemeinde noch nicht auf ihn verzichten. «Wir haben ihn bearbeitet, noch etwas weiterzumachen», erklärt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) auf Anfrage.
In der Mitteilung heisst es dazu: «Mit hoher Fachkompetenz und grosser Führungs- sowie Lebenserfahrung» habe Fröhlich von Beginn an das Verwaltungsteam geprägt. Bei seinem Stellenantritt vor rund acht Jahren brachte er auch noch etwas anderes Entscheidendes mit: Ordnung.
Denn die Gemeindeverwaltung war zu diesem Zeitpunkt seit mehreren Monaten ohne Chef. Fröhlichs Vorgänger, Andreas Strahm, hatte im Herbst 2016 seine Kündigung eingereicht und seine Funktion wegen Überstunden und nicht bezogener Ferien bereits auf Ende Jahr aufgegeben.
Vom Gemeinderat in die Verwaltung
Die Nachfolgesuche gestaltete sich schwierig, die erste Bewerbungsrunde blieb unbefriedigend. Im zweiten Durchgang kam dann Roberto Fröhlich ins Spiel. «Unsere Geduld hat sich ausgezahlt», sagte Gemeindepräsident Sudler damals. «Er hat uns vor allem durch seine breite Berufs- und Führungserfahrung in Wirtschaft und Verwaltung überzeugt.»
Fröhlich hatte bei seinem Wechsel nach Bauma einen gut gefüllten Rucksack vorzuweisen. Am Anfang seines beruflichen Werdegangs stand ein Jurastudium an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich, das er mit Doktortitel abschloss.
Anschliessend sammelte er jahrelange Erfahrung in der Privatwirtschaft und war unter anderem in der Geschäftsleitung des Schweizer Ablegers des deutschen Einzelhändlers Rewe. Danach arbeitete er elf Jahre lang für die Verwaltung des Kantons Aargau. Dort war er Generalsekretär des Departements Finanzen und Ressourcen.
Aber auch in der Exekutive ist Fröhlich kein unbeschriebenes Blatt. Von 1986 bis 2002 sass er für die FDP im Gemeinderat von Schwerzenbach – davon die letzten acht Jahre als Gemeindepräsident. Dass es ihn beruflich schliesslich in den Bezirk Pfäffikon verschlug, hing damit zusammen, dass für ihn und seine Partnerin ein Umzug nach Pfäffikon anstand.
Weichen für Nachfolgeregelung sind gestellt
Die Pensionierung ihres Gemeindeschreibers bedeutet für die Gemeinde einen Verlust. «Wir lassen ihn nur ungern ziehen», betont Sudler. In der Mitteilung schreiben er und seine Ratskollegen, dass Fröhlich dank seines grossen Engagements sowie seiner kommunikativen und menschlichen Art eine «prägende Persönlichkeit und ein geschätzter Ansprechpartner für Bevölkerung, Mitarbeitende und Behörden» sei.
Ganz muss Bauma aber noch nicht auf Roberto Fröhlich und seine Expertise verzichten. Mit einem Pensum von maximal 40 Stellenprozenten wird er der Gemeinde auch nach der Pensionierung zur Verfügung stehen. Sein Fokus soll dann auf ausgewählten Projekten und einer geordneten Übergabe an seine Nachfolge liegen.
Die Stelle des Gemeindeschreibers oder der Gemeindeschreiberin wurde kürzlich öffentlich ausgeschrieben.