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Wirtschaft

Bank BSU in Uster übertrifft die eigene Prognose

Im Gegensatz zu den Mitbewerbern weist die Bank BSU einen höheren Ertrag aus dem Zinsgeschäft aus. Warum das so ist.

Solides Jahresergebnis: Hauptsitz der Genossenschaftsbank BSU in Uster. (Archiv)

Foto: PD

Bank BSU in Uster übertrifft die eigene Prognose

Gutes Jahresergebnis

Die Bank BSU blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück. Man habe mehr Gewinn gemacht als erwartet, schreibt die Genossenschaftsbank.

1,474 Millionen Franken erwirtschaftete die Bank BSU mit Sitz in Uster und Filialen in Dübendorf und Volketswil im Geschäftsjahr 2024. Das ist ein Minus von 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, «übertraf jedoch die Erwartungen klar», wie die Bank BSU in einer Medieninformation schreibt.

Nach Abzug von 374’000 Franken, die zum Teil als Steuern in die Ustermer Stadtkasse fliessen, bleibt unter dem Strich ein Jahresgewinn von 1,189 Millionen Franken (–13 Prozent). Damian Lanter, Vorsitzender der Geschäftsleitung, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: «Von der Zinsentwicklung her konnten wir nicht davon ausgehen, an die Resultate vom Jahr 2023 anzuknüpfen.»

Porträt von Damian Lanter, CEO der Bank BSU
Damian Lanter ist Vorsitzender der Bankleitung bei der Genossenschaftsbank BSU in Uster.

Dass Lanters Erwartungen in die Jahresrechnung 2024 deutlich tiefer waren, lag neben der Zinsentwicklung auch an einem einmaligen Abschreiber in Dübendorf. Die dortige Geschäftsstelle hatte die Bank BSU im vergangenen Jahr komplett neu gestaltet. Dafür wurden 400’000 Franken abgeschrieben, was direkt auf das Jahresergebnis durchschlug.

Wie ihre grösseren regionalen Mitbewerber Bank Avera und Raiffeisenbank Zürcher Oberland hatte auch die kleine Ustermer Bank mit rückläufigen Margen im Zinsgeschäft zu kämpfen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Leitzinsen zwischen März und Dezember 2024 in mehreren Schritten von 1,75 auf 0,5 Prozent gesenkt. Als Folge ist die Gewinnspanne im Kerngeschäft gesunken.

Trotzdem kann die Genossenschaftsbank im Zinsgeschäft entgegen dem Trend einen um erstaunliche 2,5 Prozent höheren Nettoerfolg ausweisen. Erst auf den zweiten Blick relativiert sich dieses Plus: Der Grund liegt zumindest teilweise in hohen Reserven für Wertberichtigungen, welche die Bank BSU im Jahr 2023 aufgebaut hatte. Diese fallen in der aktuellen Rechnungsperiode weg.

Erfreulich für Bankchef Lanter ist die Entwicklung bei den Kundeneinlagen. Im Zusammenhang mit den Regelungen für die Mindestreserven mussten die Schweizer Banken im vergangenen Jahr ihre Liquidität erhöhen: «Wir konnten diese gestiegenen Anforderungen mit höheren Kundeneinlagen stemmen. In Zeiten, in denen alle Banken um Kundengelder kämpfen, haben wir hier ein schönes Wachstum erzielt.»

89 Prozent der Bilanz sind Hypotheken

Die Bilanzsumme der Genossenschaftsbank erhöhte sich auf 1,213 Milliarden Franken (+2,2 Prozent). Den weitaus grössten Anteil davon macht das Hypothekargeschäft aus. Die Hypothekarfinanzierungen konnten um 1,9 Prozent auf 1,083 Milliarden Franken gesteigert werden. 89 Prozent der Bilanzsumme sind Hypothekarkredite.

Parallel dazu stiegen die Kundeneinlagen und Kassenobligationen auf total 789 Millionen (+3,7 Prozent). Die Eigenmittel liegen bei 92,9 Millionen (+1,3 Prozent). Damit übertrifft die Bank BSU die gesetzliche Mindestanforderung um mehr als das Doppelte.

Modernisierung analog und digital

2024 stand für die Bank BSU im Zeichen der Modernisierung. So erhielt die Geschäftsstelle in Dübendorf ein modernes, kundenfreundliches Erscheinungsbild. Zudem lancierte die Bank Ende Jahr ihre eigene Twint-App und kam so einem viel geäusserten Kundenwunsch nach.

Dafür wurde die Online-Hypothekenplattform hypoclick.ch eingestellt. Angesichts der schwindenden Margen im Zinsgeschäft seien die Kosten der Plattform schlicht zu hoch gewesen, erklärt Damian Lanter: «Wir sind als Regionalbank nicht auf dieses Volumen angewiesen.»

Im aktuellen Geschäftsbericht wagt die Bank BSU einen Blick ins laufende Jahr. Sie geht davon aus, dass die Leitzinsen im Lauf des Jahrs erneut sinken. Als Antwort darauf will sie das Wertschriftengeschäft, die Vermögensverwaltung sowie die Vorsorge weiter ausbauen.

Angesichts der geopolitischen Unwägbarkeiten rät sie Anlegerinnen und Anlegern, ihr Portfolio zu diversifizieren, um sich vor Marktschwankungen zu schützen und von Renditen an den Aktienmärkten zu profitieren. Diese böten nach wie vor Potenzial, «während Zinserträge auf Barguthaben kaum mehr nennenswert sind».

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