Bald wird auf dem Areal Längi-Hanselmaa in Egg gebaut
Grosse Entwicklung steht bevor
Das Gebiet Längi-Hanselmaa in Egg wird sich in den nächsten Jahren stark verändern. Grosse Grundstücke werden an lokale Firmen verkauft, die auf dem Areal bauen wollen.
11’219 Quadratmeter. Das entspricht der Fläche von eineinhalb Fussballfeldern. Und so gross ist die Fläche, die der Gemeinderat von Egg in Teilstücken an mehrere Firmen verkaufen wird. Die Parzellen liegen auf dem Areal Längi-Hanselmaa, wo bereits die bekannten Unternehmen Rhyner und Nikon ansässig sind.
Durch den Verkauf der Grundstücke verfolgt der Gemeinderat gleich mehrere Ziele: Das Gewerbe in Egg soll gestärkt werden. Zudem sollen Arbeitsplätze in der Gemeinde verbleiben. Dabei wird auf eine ausgewogene Durchmischung von Wohnungen und Arbeitsplätzen geachtet: Auf dem Grossteil des Areals ist ein Anteil von 40 Prozent Wohnungen realisierbar.
Und auch aus finanzieller Sicht profitiert Egg: einerseits, weil durch den Verkauf mehr Geld für Investitionen in der Gemeinde zur Verfügung stehen wird, andererseits, weil die Unternehmen in der Gemeinde mit ihren Steuerzahlungen den Finanzhaushalt entlasten.
Zwei grosse Firmen
Das Interesse an einem Landkauf ist gross. Damit diverse Unternehmen Grundstücke erwerben können, hat der Gemeinderat deshalb die Fläche begrenzt, die eine Firma jeweils kaufen darf. Konkret hatte er den Grenzwert auf 2250 Quadratmeter festgesetzt.
Die Grundstücke werden zudem primär an Unternehmen veräussert, die ihren Sitz in Egg haben. Derzeit sind die Verhandlungen zwischen dem Gemeinderat und neun Interessenten fortgeschritten. Zu den zwei grössten zählen die Emmenegger Gartenbau-Tiefbau AG und die Rhyner Maschinen Werkzeuge AG.
Rabatt für Egger Unternehmen
Um den Wert des Areals zu eruieren, wurden zwei Schätzungen in Auftrag gegeben. Vom Mittelwert hat der Gemeinderat dann einen Rabatt von 10 Prozent abgezogen. Zu diesem Preis können Egger Unternehmen ein Grundstück kaufen. Nach dieser Rechnung werden durch die Verkäufe rund 14,5 Millionen Franken in die Gemeindekasse fliessen.
Zum Vergleich: Im Jahr 1990 kaufte die Gemeinde das insgesamt 40’000 Quadratmeter grosse Areal für knapp 6 Millionen Franken. Wenig später wurden nochmals 5,8 Millionen Franken für die Erschliessung investiert. Danach verkaufte sie schrittweise Grundstücke an die Wohnbaugenossenschaft Gewo Züri Ost sowie an Firmen. Damals bezahlten Unternehmen wie Rhyner noch 450 Franken pro Quadratmeter. Heute kostet der Quadratmeter – auch mit dem Rabatt der Gemeinde – bereits das Dreifache.
Über Grundstücksverkäufe bis 1,5 Millionen Franken darf der Gemeinderat in Eigenregie befinden. Bis zur 3-Millionen-Franken-Schwelle ist jedoch die Zustimmung der Gemeindeversammlung notwendig. Für die geplanten Verkäufe an die zwei grossen Interessenten hätte deshalb die Versammlung ihren Segen sprechen müssen.
Der Gemeinderat möchte aber für alle Bewerber dieselben Rahmenbedingungen schaffen, unabhängig von der Grösse der Parzelle. Aus diesem Grund beantragte er der Versammlung, ihm die Verkaufsermächtigung zu übertragen. Am Montagabend folgte die Versammlung dem Antrag mit grosser Mehrheit. Somit kann die Exekutive auf dem Areal über Verkäufe bis 3 Millionen Franken an Egger Unternehmen eigenständig befinden.
Ein Park für die Bevölkerung
Die Verkäufe werden jetzt vom Gemeinderat vorangetrieben. Sind die Verträge unterzeichnet und die Baueingaben erfolgt, kann auf dem Areal auch schon gebaut werden. Theoretisch könnten dieses Jahr bereits die ersten Bagger auffahren. Denn für vier Parzellen im südöstlichen Teil des Areals verfügt die Gemeinde über Kaufzusagen.
Haben alle Firmen ihre Bauten erstellt, wird sich der Gemeinderat mit einem weiteren Projekt auseinandersetzen. Denn auf dem Areal soll einst ein Quartierpark entstehen, der der Bevölkerung zur Verfügung steht. Dessen Planung kann jedoch erst beginnen, wenn die anderen Bauvorhaben abgeschlossen sind.
Die Gemeindeversammlung …
bewilligte einen Kredit von 1,1 Millionen Franken für die Sanierung der Vollikerstrasse;
genehmigte die Abrechnung zur «Einzelinitiative zum Schutz der Artenvielfalt – Rettet die Bienen». Über fünf Jahre verteilt, wurden 22 Projekte mit insgesamt 151’000 Franken unterstützt;
genehmigte die Bauabrechnung für die Sanierung Usservollikon für 655’000 Franken;
stimmte der Bauabrechnung für die Sanierung der Lesirainstrasse für 709’000 Franken zu. (jgu)