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Gesellschaft

Nach Kritik von Juso

Bäckerei Steiner prüft Namensänderung für «Zigeunersalat»

Ein Wurst-Käse-Salat entfacht im Zürcher Oberland eine Debatte: Die Bäckereikette Steiner prüft nach Juso-Kritik eine Umbenennung.

Überholte Bezeichnung für einen Salat: Bei der Steiner-Beck AG geht man auf die Kritik der Juso ein. (Archiv)

Foto: Tina Schöni

Bäckerei Steiner prüft Namensänderung für «Zigeunersalat»

Nach Kritik von Juso

Ein Wurst-Käse-Salat sorgt im Zürcher Oberland für Unstimmigkeit: Die Bäckereikette Steiner prüft nach Juso-Kritik eine Umbenennung.

Die Wetziker Bäckereikette Steiner verkauft einen Wurst-Käse-Salat mit dem Namen «Zigeunersalat». Dies stört die Juso Zürcher Oberland und die SP Uster.

«Der Begriff ist seit Jahrhunderten eine Beleidigung für Sinti, Roma und Jenische und hat in keiner Theke etwas verloren», schreibt die Juso in einer Mitteilung. Sie fordert die Bäckereikette auf, den Namen des Salats zu ändern.

Das sogenannte Z-Wort wird von vielen Sinti, Roma, Jenischen und weiteren Minderheiten als eine mit Klischees überlagerte Fremdbezeichnung verstanden und als rassistisch aufgefasst. So war die Wissenschaft seit Ende des 19. Jahrhunderts darum bemüht, diese Bevölkerungsgruppen aufgrund von «Rassenmerkmalen» zu definieren. Der Begriff gilt heute vielerorts als verpönt – ist aber noch im allgemeinen Sprachgebrauch zu finden.

Steiner weiss um Sensibilität des Themas

Die Steiner-Beck AG nimmt die Kritik der Juso Zürcher Oberland ernst und zeigt Verständnis für den Unmut. «Die Bezeichnung unseres Produkts hat eine lange Tradition und wurde von uns nicht in abwertender Absicht gewählt», sagt Rahel Garofalo, Verantwortliche Marketing, auf Anfrage.

Der Begriff sei in der Lebensmittelbranche verbreitet und vielen Konsumentinnen und Konsumenten vertraut. Rückmeldungen habe die Bäckereikette bisher keine erhalten.

«Wir sind uns jedoch bewusst, dass der Begriff historisch belastet ist und als diskriminierend wahrgenommen werden kann», gesteht sie ein. Das Unternehmen prüfe daher eine Namensänderung, «um der Sensibilität des Themas gerecht zu werden».

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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