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Politik

Badi Gossau hat ein Problem mit der Wasserqualität

Die Wasserqualität in der Badi Gossau ist ungenügend. Nun muss zügig eine Sanierung her. Doch die wird teuer.

In die Jahre gekommen: Die Badi Gossau.

Seraina Boner

Badi Gossau hat ein Problem mit der Wasserqualität

Es ist höchste Eisenbahn für die Gossauer Badi. Schon letzte Saison war die Wasserqualität nicht mehr genügend – und die Sofortmassnahmen zeitigten nicht den gewünschten Erfolg. Jetzt muss also eine Sanierung her. Und die soll so umfassend geschehen, dass die Badi in der mittleren Zukunft nicht gleich noch weitere bauliche Massnahmen benötigt. Der Gemeinderat beantragt an der Gossauer Gemeindeversammlung vom Montag, 14. September, dafür einen Kredit von rund 2,84 Millionen Franken.

Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP) schildert die Ausgangslage relativ drastisch. «Die Technik hat durch den Einsatz der Chemikalien gelitten, der Beckenboden birgt Verletzungsgefahr.» Und eben: das zuständige kantonale Amt hat bereits letzte Saison die Wasserqualität beanstandet.

«Ein zusätzlicher Sanierungsbedarf, der einen weiteren Aufschub nicht mehr zulässt»

Jörg Kündig (FDP), Gemeindepräsident

Die ersten Punkte sind eigentlich schon länger bekannt, was das Projekt ohnehin schon auf die Pendenzenliste des Gemeinderats gerückt habe. Nun sei aber das mit der Wasserqualität hinzugekommen. «Ein zusätzlicher Sanierungsbedarf, der einen weiteren Aufschub nicht mehr zulässt», sagt Kündig. Zudem will die Exekutive eine Badi im neuen Kleid bereits auf die nächste Saison präsentieren können – auch als Kompensation für die corona-bedingt schwierige Badesaison dieses Jahres.

Kleinere Massnahmen nützten zu wenig

Es handle sich dabei aber «keinesfalls um einen Notfall», hält Kündig fest. So dramatisch schlecht ist die Wasserqualität offenbar auch nicht. Laut Kündig habe man zunächst schrittweise kleinere Massnahmen umsetzen wollen, um die Abweichungen zu korrigieren. Etwa die Lagerbedingungen, aber auch die Bestellmenge der Chemikalien. Aber das habe nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt. Dies habe den Gemeinderat letztes Jahr dann doch veranlasst, ein nachhaltiges Projekt in Auftrag zu geben.

In der Zwischenzeit – also während der noch laufenden Saison – liessen sich die Werte dennoch korrigieren. Allerdings gehe das nur, wenn die Zufuhr von Frischwasser massiv erhöht werde, sagt Kündig. «Damit wird ein Verschnitt erzielt, der dann die Wasserwerte verbessert.» Allerdings bedeutet das «erhebliche Mehrkosten beim Wasser und Abwasser», zudem sei dieser Mehrverbrauch wenig nachhaltig.

«Es geht nicht darum, sich an Kompetenzen zu orientieren.»

Jörg Kündig

Das Projekt umfasst nun aber nicht nur Massnahmen, um die Wasserqualität wiederherzustellen, sondern wird gleich zu einer Art Sanierungs-Rundumschlag. So plant der Gemeinderat nun Massnahmen bei der Badewasser-Aufbereitung, der Schwimmbad-Technik, den Ringleitungen und Rinnen. Die Schwimmbecken sollen eine Edelstahl-Verkleidung erhalten, ein neuer Anbau mit behindertengerechter Garaderobe, Dusche und WC ist ebenfalls vorgesehen.

Im Vorfeld sind dem Gemeinderat laut Dokumentation aus den Abstimmungsunterlagen drei Varianten präsentiert worden mit verschiedenen Beckenauskleidungen und unterschiedlichem Umfang derselben. Die teuerste hätte kostenmässig die Drei-Millionen-Grenze überschritten und hätte die Edelstahlauskleidung für Nichtschwimmer-, Schwimmer- und Sprungbecken umfasst. Die mittlere hätte denselben Umfang gehabt, allerdings mit Folie statt Edelstahl. Die günstigste, die der Gemeinderat gewählt hat, soll nur zwei Becken mit Edelstahl auskleiden. Das Sprungblecken bleibt dabei unberührt.

Teuerste Variante wäre an der Urne gelandet

Hätte der Gemeinderat die teuerste Variante gewählt, wäre das Geschäft an der Urne gelandet; die Gemeindeversammlung darf nur über Kredite unter drei Millionen Franken befinden. Laut Kündig ist das aber nicht der Grund für die Wahl der günstigsten Variante. «Bei der Ermittlung des Bedarfes war nicht ein Schwellenwert massgebend, sondern die Betriebssicherheit des Freibades. Es geht nicht darum, sich an Kompetenzen zu orientieren.»

Vielmehr sei das Sprungbecken schlicht in gutem Zustand, wie Untersuchungen ergeben hätten. Zudem sei erst 2017 der Sprungturm ersetzt worden. Schliesslich sei die Menge der Badegäste in jenem Bereich begrenzt, was sich positiv auf die Umwälzung des Badewassers auswirke. Auch zur Sicherstellung der Wasserqualität seien deshalb keine zusätzlichen Anpassungen nötig.

Kündig hält fest, dass der Gemeinderat rein theoretisch einen Teil der Investitionen als gebundene Ausgaben sprechen könnte. Die Summe der beabsichtigten Massnahmen gehe aber klar darüber hinaus. «Daher ist es dem Gemeinderat auch wichtig, dass die Stimmberechtigten über die Zukunft unseres wunderschönen Freibades entscheiden.»

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