Anwohner wehren sich gegen Linksabbiegeverbot in Robenhausen
Nach Testphase
Eine Petition stellt das getestete Linksabbiegeverbot in Robenhausen infrage. Über 1200 Unterschriften richten sich an den Stadtrat von Wetzikon.
Es war eine gut gemeinte Massnahme: Mit einem Linksabbiegeverbot will der Wetziker Stadtrat das Quartier Robenhausen vom Schleichverkehr entlasten. Denn kaum staut es auf den Hauptachsen, nutzen viele Autofahrerinnen und Autofahrer die Route über die Seegräbner- und die Schulhausstrasse.
Von Ende Januar bis Ende März war das Verbot in Kraft – im Rahmen einer Testphase mit Monitoring.
Doch nun zeigt sich, dass nicht alle Anwohnerinnen und Anwohner über diese Verkehrsberuhigung erfreut sind. Eine Interessengruppe (IG) engagierter Anwohnerinnen und Anwohner hat eine Petition lanciert. Einer von ihnen ist Markus Montanari.
Er erzählt vom Frust im Quartier: «Viele haben sich geärgert, dass sie nicht mehr die Freiheit hatten, auf dem normalen Weg nach Hause zu fahren, sondern einen Umweg über die Usterstrasse nehmen mussten.»
Auch Gewerbebetriebe waren unzufrieden und wollten eine ungehinderte Zufahrt für Kunden, Gäste und Lieferanten. Insgesamt konnte die Interessengemeinschaft über 1200 Unterschriften sammeln.
Über 500 davon kommen laut der IG von Einwohnerinnen und Einwohnern von Robenhausen, 350 von Leuten mit Bezug zum Gewerbe und weitere 350 von Bürgerinnen und Bürgern aus Wetzikon. «Die offizielle Schule und die Feuerwehr verhalten sich neutral, jedoch haben diverse Angestellte der Schule, Eltern mit Kindern aus allen Quartierteilen, Personen des öffentlichen Diensts und Feuerwehrleute die Petition unterschrieben», sagt Montanari. Auch Vertreter der Fasnacht unterstützen das Anliegen.
Die Petition hat die IG am Mittwoch der Stadt übergeben. Sie hofft, dass der Stadtrat auf die Einführung des Linksabbiegeverbots verzichtet. «Uns geht es um leben und leben lassen», meint Montanari. Das Quartier soll belebt bleiben. Der Status quo reiche für Robenhausen, wo es bereits zahlreiche verkehrsberuhigende Massnahmen gebe.
Stadt wertet Monitoring aus
Das Thema hat bereits das Parlament erreicht. Die Brücke-Fraktion, bestehend aus Mitte, GLP und EVP, gab am Montagabend eine Fraktionserklärung ab, bei der sie um eine sorgsame Prüfung des Anliegens bat. Gleichzeitig will die Fraktion die Auswertung der Stadt abwarten.
Letztere hält sich noch bedeckt. «Ein Ergebnis zu dem Monitoring liegt noch nicht vor. Die Auswirkung des Linksabbiegeverbots auf die Knotenströme wird im Moment analysiert», sagt Stadtschreiberin Melanie Imfeld.
In der Testphase hat die Stadt zahlreiche Rückmeldungen erhalten. «Diese wurden beantwortet und werden bei einem Entscheid miteinbezogen», erläutert Imfeld. Nach der Auswertung des Monitorings wird der Stadtrat entscheiden, ob das Linksabbiegeverbot eingeführt wird.