«Neumatt» geht in die dritte Runde
SRF-Serie aus Uster
Die zweite Staffel von «Neumatt» hat punkto Zuschauerzahlen einen massiven Einbruch erlitten. Dennoch wird in Uster bald die dritte Staffel des Dramas gedreht.
Anfang Februar ist die zweite Staffel der Serie «Neumatt» ausgestrahlt worden. Der Hof «Neumatt» ist in Uster zu finden und liegt in Wirklichkeit auf dem Tüllacker, ganz in der Nähe des Greifensees.
Im Sommer wieder Dreharbeiten
Acht Folgen der wechselvollen Geschichte der Bauernfamilie Wyss waren zu sehen. Und am Ende gab es einen währschaften Cliffhanger. Dieser spielte sich allerdings nicht an einem überhängenden Felsen ab, sondern in Form eines Autounfalls. Was ist mit den beiden Insassen geschehen?
Die Antwort auf diese Frage werden die Fernsehzuschauer von SRF wohl erst 2024 erhalten. Dass sie sie erhalten werden, ist aber nun beschlossene Sache. So hat Susanne Wille, Kulturchefin von SRF, am Montag bekannt gegeben, dass im Sommer 2023 die dritte Staffel von «Neumatt» gedreht wird. Und diese wird wieder zu einem guten Teil in Uster und Umgebung sowie in Zürich spielen.
Neben «Neumatt» werden auch zwei weitere Serien eine Fortsetzung finden. «Mit der Weiterführung und Weiterentwicklung von ‹Tschugger›, ‹Die Beschatter› und ‹Neumatt› setzen wir auch in Zukunft auf Vielfalt und ein attraktives Angebot», meinte Wille.
Einbruch bei Zuschauerzahlen
Dass «Neumatt» fortgesetzt wird, war allerdings nach dem jüngsten Quoten-Einbruch nicht unbedingt zu erwarten. Die durchschnittliche Zuschauerzahl lag nämlich bei der jetzt gezeigten Staffel noch bei 246'000. Das sind 42 Prozent weniger als noch bei der ersten Ausgabe.

Damals war «Neumatt» ein wahrer Quotenrenner. Auf SRF erreichte die erste Staffel im Durchschnitt 429’000 Zuschauer. Die zeitversetzte Nutzung in den Folgetagen noch nicht einmal eingerechnet. Trotz des Quotenschwunds gibt man sich bei SRF zufrieden.
Teure Produktion
Selbst Netflix übernahm in der Folge die Serie über den Existenzkampf einer Bauernfamilie. Es war die erste Schweizer Serie, die in 190 Ländern gelistet und in 30 Sprachen verfügbar war. Wie gut das Drama aus Uster auf Netflix dann ankam, bleibt jedoch unklar. So gibt der US-Konzern keine Zahlen bekannt.

Die zweite Staffel, die im Sommer 2022 gedreht worden ist, war wie die erste nicht gerade günstig. Die ganze Serie kostete bis dahin 6,1 Millionen Franken. Davon übernahm SRF immerhin 5,45 Millionen Franken. Den Resten begleicht Netflix. Dort wird ab Sommer 2023 auch die zweite Staffel weltweit zu sehen sein. Alle Folgen der ersten beiden Staffeln sind auf Play Suisse verfügbar.
Vorarbeiten schon im 2022
Mit dem Entscheid zur Fortsetzung von «Neumatt» geht der Wunsch von Producerin Jessica Hefti in Erfüllung. Bereits im vergangenen Sommer wurde die dritte Staffel der Geschichte der Familie entwickelt, die um das Überleben ihres Hofes kämpft. Unter der Leitung Heftis und den Produzenten Reto Schaerli und Lukas Hobi wird die Dramaserie von der Zodiac Pictures Ltd. («Die Göttliche Ordnung», «Papa Moll», «Gotthard») produziert.

Die Drehbücher basieren auf einer Idee von Petra Volpe («Die Göttliche Ordnung»). Die Hauptrollen spielen Julian Koechlin, Rachel Braunschweig, Sophie Hutter und Jérôme Humm. In einer Nebenrolle war in der ersten Staffel auch der in Uster geborene Roeland Wiesnekker zu sehen.