«Alles wird neu»: Forchbahn saniert und ersetzt Flotte
Für 13 Fahrzeuge der Forchbahn AG gibt es ein Makeover. Gleichzeitig startet die öffentliche Ausschreibung für 14 weitere Fahrzeuge, die ab 2030 im Einsatz stehen sollen.
Aus alt mach neu: Die Forchbahn investiert in den kommenden Jahren in die Erneuerung ihrer Flotte, indem sie 13 der Fahrzeugeinheiten modernisiert.
Die 25 Meter langen Einheiten fahren im Normalfall im Doppelpack, in Stosszeiten sogar in einer Dreierkonstellation vom Bahnhof Stadelhofen über Rehalp, Zumikon, Forch und Egg bis nach Esslingen – und wieder zurück.
20 Jahre mehr Lebensdauer
Für das nun anstehende Makover werden die in die Jahre gekommenen Einheiten bis auf das Skelett, den sogenannten Wagenkasten, auseinandergebaut.
«Anschliessend sanieren wir wo nötig und bauen dann wieder zusammen», sagt Geschäftsführer Marc Rizzi. Nach dem Refit seien die Züge nicht mehr wiederzuerkennen: «Neuer Boden, neue Stühle, neue Bezüge, neue Wände: Alles wird neu.»




Bereits heute seien zwei dieser Refit-Einheiten im Einsatz, eine dritte befindet sich gerade im Umbau und soll im September 2026 für den Personenverkehr eingesetzt werden. «Mit diesen drei Einheiten haben wir einen kompletten, auf Vordermann gebrachten Zug, den wir nutzen können», sagt Rizzi stolz.
Ziel des Refits sei, die Einsatzdauer der Zugeinheiten um rund 20 Jahre zu verlängern. Das Investitionsvolumen beträgt rund 43 Millionen Franken.
Die schrittweise Umsetzung der Rundumerneuerung ist bis Mitte 2029 vorgesehen und soll so erfolgen, dass der laufende Betrieb stabil bleibt.
Neu, aber altbewährt
Parallel dazu plant die Forchbahn den Ersatz jener Fahrzeuge, die ab 2030 das Ende ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer erreichen. «Diese haben in gewissen Hinsichten Mängel. Sie sind beispielsweise nicht barrierefrei», sagt Rizzi.
Dabei handelt es sich um 14 Einheiten , von denen einzelne seit mehreren Jahrzehnten im Einsatz stehen. Nach Zustimmung des Zürcher Verkehrsverbunds und des Bundesamts für Verkehr wird die Beschaffung neuer Zweirichtungsfahrzeuge öffentlich ausgeschrieben.
«Wir suchen nicht nach einer Individuallösung», sagt Rizzi dazu. «Vielmehr wollen wir Fahrzeuge, die sich in Europa bereits bewährt haben.»
Flexibel bleiben
Für die Neuanschaffung wünscht sich Rizzi einen technologischen Sprung: «Im Hinblick auf die Zukunft gibt uns das Flexibilität», sagt er. Bereits heute setzt er sich mit dem Thema autonomes Fahren auseinander, das für Teilstrecken der Forchbahn durchaus denkbar wäre – in ferner Zukunft. «Es wird aber nie eine Komplettablösung der Lokführer geben», beteuert er.
Auch in puncto Zugkomposition setzen Rizzi und sein Team auf Flexibilität. «Am besten wäre eine Zwei-Einheiten-Lösung mit unterschiedlichen Längen. Damit hätten wir mehr Spielraum in der Zuglänge.»
Die Ausschreibung für die neuen Zugeinheiten ist gestartet, die Vergabe ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Die ersten neuen Fahrzeuge sollen ab Ende 2030 in Betrieb gehen. Mit diesen 14 neuen Fahrzeugen, welche die Refit-Einheiten ergänzen sollen, wäre die Flotte dann wieder komplett.