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Ärger über E-Trottis in Wetzikon

Seit Juni stehen in Wetzikon 250 E-Trottis zur Verfügung. Diese stossen manchen Bewohnerinnen und Bewohnern sauer auf.

250 E-Scooter stehen seit Juni der Bevölkerung in Wetzikon zur Verfügung.

Archivfoto: Lea Chiapolini

Ärger über E-Trottis in Wetzikon

Seit Juni bieten zwei verschiedene Firmen in der Stadt Wetzikon 250 E-Trottis zur kostenpflichtigen Nutzung an. Die Fahrzeuge sorgen für haufenweise Reklamationen.

Auf der Homepage der Stadt Wetzikon gibt es den sogenannten WetziMelder. Dort kann man seit April 2021 Mängel und Lob zur städtischen Infrastruktur erfassen.

Bis anhin ging es bei den Meldungen um defekte Strassenlaternen, überfahrene Igel, Schlaglöcher in Strassen oder illegale Abfallentsorgungen. Doch nun drehen sich die meisten Einträge um die E-Scooter.

Auf Trottoir und in Einfahrten abgestellt

Wie die Kommentare zeigen, geht es hauptsächlich um Trottinetts, die auf Privatgrund oder dann mitten auf dem Trottoir oder in Einfahrten abgestellt werden und den Weg blockieren.

So schreibt beispielsweise jemand am 13. Juni unter dem Titel «E-Trottinette stehen im Weg rum»: «Diese Dinger parken mitten auf den Trottoirs in ganz Wetzikon, auf den Mittelinseln in Unterwetzikon. Als Fussgänger muss man ständig ausweichen, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer müssen auf die Strasse ausweichen. Das Abstellen der Fahrzeuge soll an klar definierten Sammelplätzen stattfinden.»

Genervt vom Angebot

Ein anderer WetziMelder-Nutzer schreibt einen Tag später: «Vor der Bahnhofunterführung tummeln sich die E-Trottis selbst direkt vor dem Fussgängerstreifen. Verkehrssicherheit sieht anders aus.»

Manche nerven sich grundsätzlich über die Elektro-Fahrzeuge. Am 4. Juli hat jemand kommentiert: «Die E-Trottinette sind ein riesiges Sicherheitsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer. Zudem blockieren diese sämtliche Garageneinfahrten und Trottoirs.» Nur gerade mal zwei Nutzer äussern sich positiv zu den E-Scootern.

Wer gewinnt die Challenge in Wetzikon?

02.06.2022

E-Scooter gegen Velo

Redaktorin Talina Steinmetz ist überzeugt: Mit den neuen Wetziker E-Scootern kommt man schneller Beitrag in Merkliste speichern Die Antwort der Stadt ist immer etwa ähnlich. Es handle sich um ein privates Angebot, die Meldung sei weitergeleitet worden. Es sei ein Pilotprojekt, das bis Ende Jahr laufe.

Und weiter: «Bitte haben Sie ein wenig Verständnis für Fehlverhalten, wir befinden uns immer noch in der Anfangsphase des Piloten.»

40 Reklamationen in fünf Wochen

Auf Anfrage sagt Martina Buri, Stadtschreiberin von Wetzikon, dass man bis heute rund 40 Reklamationen erhalten habe. Man sei im regelmäs sigen Austausch mit den beiden Anbietern, auch bezüglich falsch abgestellter E-Trottinette.

« E-Scooter, die längere Zeit unbenutzt herumstehen oder an einem falschen Ort parkiert werden, werden von den Angestellten der Anbieter regelmässig umplatziert », erklärt Buri.

Um Fehlverhalten und Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum zu verringern, würden verschiedene Massnahmen ergriffen. « Nutzende werden über die App wiederholt informiert, wie korrektes Parkieren geht .»

Käme es an bestimmten Orten wiederholt zu Problemen mit der Parkweise der E-Trottinetts, würden beispielsweise virtuelle Parkverbotszonen eingerichtet, so dass am entsprechenden Ort keine Fahrzeuge mehr abgestellt werden könnten.

Weniger Probleme in Uster

In Uster sind die E-Trottis bereits seit einem Jahr in Betrieb. Auch dort häuften sich zu Beginn die Reklamationen. Die Ustermer machten sich vor allem in den sozialen Medien Luft.

Doch dies scheint sich mittlerweile eingependelt zu haben. Bislang habe man mehrheitlich positive Erfahrungen mit den Gefährten gemacht, sagte Andreas Baumgartner, Kommandant der Stadtpolizei Uster, im Juni auf Anfrage.  

«Wir hatten vergangenes Jahr lediglich neun Reklamationen, von insgesamt drei verschiedenen Personen, betreffend falsch abgestellter E-Scooter. Einen Anstieg an Unfällen verzeichnen wir nicht», sagte er damals, als es um die Einführung der Trottis in Wetzikon ging.

Dazu ist zu sagen, dass in Uster nur 75 der Fahrzeuge im Umlauf sind. Ob die E-Scooter definitiv in Wetzikon bleiben, entscheidet der Stadtrat nach Ablauf der Pilotphase Ende Jahr.

Wie Stadtschreiberin Buri sagt, deuteten erste Erkenntnisse darauf hin, dass das Angebot besonders häufig an den Bahnhöfen Kempten und Wetzikon sowie im Zentrum Oberwetzikon genutzt werde.

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