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Gesellschaft

Abfallsammelstelle in Oetwil muss Ende Jahr schliessen

Der Zweckverband Schlammbehandlungsanlage Pfannenstiel (ZSA) stellt das bisherige Entsorgungsangebot ein. Zwei Jahre früher als geplant.

Bis Ende Dezember können Oetwilerinnen und Oetwiler ihren Abfall noch an der Winterhaldenstrasse entsorgen.

Foto: Sabine Rock

Abfallsammelstelle in Oetwil muss Ende Jahr schliessen

Weil Geld aus Männedorf fehlt

Der Zweckverband Schlammbehandlungsanlage Pfannenstiel (ZSA) stellt das bisherige Entsorgungsangebot ein. Zwei Jahre früher als geplant.

Zora Rosenfelder, Luzia Nyffeler

Wer in Oetwil Altpapier, ein kaputtes Radio und alte Autoreifen zusammen entsorgen will, dem stehen zurzeit zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die Sammelstelle von J. Grimm – zugleich Hauptsammelstelle der Gemeinde – und die Abfallsammelstelle des ZSA Pfannenstiel. Allerdings wird sich das bald ändern. Der Zweckverband Schlammbehandlungsanlage, der sich hinter der Abkürzung ZSA verbirgt, schliesst seine Abfallsammelstelle per Ende Jahr.

Grund dafür sei die «wirtschaftlich herausfordernde Situation», steht in der Mitteilung auf der Gemeindewebsite von Oetwil. Diese finanziellen Sorgen seien auf die Nachbargemeinde Männedorf zurückzuführen, erklärt Thomas Bakker (parteilos), ZSA-Präsident und Gemeinderat von Oetwil. Auf dieses Jahr hin ist Männedorf nämlich aus dem Zweckverband ausgestiegen.

Da die Abfallsammelstelle des ZSA die offizielle der Gemeinde Männedorf war, resultierten aufgrund des Ausstiegs tiefere Einnahmen. «Die Abfallsammelstelle kann somit nicht mehr kostendeckend betrieben werden», so Bakker weiter. Mit dem Resultat, dass die Sammelstelle geschlossen wird.

Grosse Geldgeber verliessen Verband

Dass die Abfallsammelstelle dereinst schliesst, war indes schon länger beschlossene Sache. Im Rahmen einer Totalrevision der Statuten vor drei Jahren wurde festgehalten, dass der Zweckverband die Abfallsammelstelle noch bis maximal Ende 2026 betreiben darf.

Auch für diese Totalrevision war Männedorf mitverantwortlich. Bevor die Gemeinde ihren Austritt aus dem Zweckverband bekannt gab, hatte bereits Stäfa dasselbe beschlossen. Das brachte den ZSA in die Bredouille. Denn der wichtigste Bereich des Zweckverbands ist die im Namen enthaltene Schlammbehandlungsanlage. Diese bereitet den Schlamm aus Kläranlagen der Verbandsgemeinden auf, bevor er nach Zürich gefahren und dort verbrannt wird.

Eine Entsorgungsstelle für Abfall.
Jährlich werden Zehntausende Tonnen Klärschlamm in dieser Anlage aufbereitet.

Vor ihrem Austritt waren Männedorf und Stäfa die grössten Lieferanten von Klärschlamm und damit auch finanziell die wichtigsten Mitglieder des ZSA Pfannenstiel. Sie bezahlten über die Hälfte des jährlichen Defizits von rund einer Million Franken. Nachdem die beiden Gemeinden ihren Ausstieg beschlossen hatten, musste der ZSA über die Bücher.

Zunächst fürchtete man gar, dass die Schlammaufbereitung und damit der gesamte ZSA Pfannenstiel ohne das Material aus Stäfa und Männedorf nicht mehr weiterbetrieben werden könnte. Die verbliebenen Verbandsgemeinden waren aber weiterhin auf die Anlage angewiesen. Denn der Kanton schreibt vor, dass Klärschlamm noch alle Energie entzogen werden muss, bevor er verbrannt wird.

Erfolglose Suche nach Mitgliedern

Der Zweckverband suchte daraufhin nach neuen Mitgliedern – erfolglos. Darum wurde die Änderung der Statuten beschlossen. Diese ermöglicht es, Verträge mit Gemeinden abzuschliessen, die nicht zum Zweckverband gehören, um dann deren Klärschlamm zu verarbeiten.

Doch auch da blieb der ZSA erfolglos. «Natürlich haben wir versucht, neue Lieferanten für Klärschlamm zu finden», sagt Thomas Bakker. «Leider konnten wir bis heute keine neuen Partner finden.» In den vergangenen Monaten habe der Zweckverband jedoch Klärschlamm von Anlagen erhalten, die Revisionen hatten. Dies sei sehr gut für alle Beteiligten. Um welche Anlagen es sich dabei handelt, kann Bakker nicht sagen.

Am Ende der Abfallsammelstelle ändert das indes nichts. Künftig steht Oetwilerinnen und Oetwilern die Sammelstelle von J. Grimm in Holzhausen auf der anderen Seite des Dorfs zur Verfügung. Für Glas, Alu oder Kleider gibt es zudem die Unterflursammelstelle an der Bergstrasse.

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