Vier Jahre mit Gepardin in der Serengeti unterwegs
«Die Natur erzählt die besten Geschichten», sagt Matto Barfuss. So war es auch bei Maleika. Als der bekannte deutsche Filmer, Fotograf und Tierschützer 2013 der hübschen Gepardin in der Serengeti begegnete, fühlte er gleich, dass sie ihm eine grossartige Geschichte erzählen könnte. Und so war es auch. «Wenn ich ein Drehbuch geschrieben hätte, hätte ich es nicht spannender machen können», erzählt der Regisseur.
Matto Barfuss erfüllte sich nach der Begegnung mit der Gepardenmutter einen Kindheitstraum und produzierte seinen ersten Kinofilm. Er ist ab diesem Donnerstag, 1. Februar, im Kino Loge in Winterthur zu sehen.
Eine Geschichte der Natur
In der breiten Öffentlichkeit ist Matto Barfuss als Gepardenmann bekannt. Seit mehr als 25-Jahren ist er in Afrika unterwegs und hat zahlreiche Berichte und Bildbände über seine Zeit in der Wildnis veröffentlicht. Zwischen 1996 und 2002 lebte er gar über 25 Wochen lang mit einer wilden Gepardenfamilie zusammen.
Sein Film über Maleika und ihre sechs Jungtiere sollte bewusst kein gewöhnlicher Dokumentarfilm werden. Solche Filme seien in den letzten Jahren bei den Zuschauern kaum mehr auf Interesse gestossen, sagt er. Eine andere Idee musste her: «Meine Herausforderung bestand darin, mit ‹Maleika› auch junge Leute zu erreichen. Die Zuschauer sollten sehen, was eine Gepardenmutter Unglaubliches leistet.»
Matto Barfuss produzierte daraufhin einen Spielfilm, in dem die grossen Gefühle im Zentrum stehen. «Maleika» zeigt, wie bedingungslos eine Mutterliebe ist, wie schmerzhaft es sein kann, loszulassen und wie wichtig es ist, niemals aufzugeben.
Aufregende Dreharbeiten
Für seinen Film hat Matto Barfuss die Gepardenfamilie vier Jahre lang in freier Wildnis begleitet. Nicht ganz ungefährliche Dreharbeiten könnte man meinen, oder? «Da ich grundsätzlich ein sehr vorsichtiger Mensch bin, kam es nie zu einer gefährlichen Situation», beruhigt der Gepardenmann.
«Ich durfte keine Angst haben oder Fluchtverhalten zeigen.»
Matto Barfuss, Filmer und Tierschützer
Weil er jahrelange Erfahrung mit den Raubkatzen hat, kennt er ihre Körpersprache und Laute. Das sei für seine Dreharbeiten wichtig gewesen. «Ich musste das Verhalten der Geparden genau beobachten, es verstehen und entsprechend einschätzen.» Gefährlich werde eine Situation immer dann, wenn sich die Tiere in ihrem Lebensraum bedroht fühlen. «Ich durfte auch keine Angst haben oder Fluchtverhalten zeigen.»
Maleikas Geschichte wollte der Tierschützer und Filmer möglichst unbeeinflusst erzählen. Meist blieb er mit seiner Kamera auf Distanz. Doch mit der Zeit habe die Gepardin ihre Schüchternheit abgelegt. Es kam zum Kontakt. «Sie hat Nähe gesucht. Zum Teil ist sie auf das Filmauto gesprungen und lag auf dem Dach», erzählt Matto Barfuss.
Mit dem Film Lebensraum sichern
In Deutschland ist «Maleika» seit Oktober in den Kinos und gilt laut Matto Barfuss als einer der erfolgreichsten Naturfilme der letzten Jahre. Doch der Spielfilm soll nicht nur der Unterhaltung dienen. Der Tierschützer will sich damit für Artenschutz einsetzen, eine Herzensangelegenheit für ihn.
Der Trailer des Kinofilms «Maleika». (Video: Youtube.com)
«Mit dem Film starten wir mit unserer Stiftung in Botswana das Green Belt Botswana Projekt.» In der afrikanischen Wüste Kalahari sollen Bäume gepflanzt und damit der Lebensraums für Menschen und Tiere nachhaltig geschützt und gesichert werden.