Politik

Tierschutzverein übernimmt Igelstation Winterthur

Erika Heller macht die Igelstation Winterthur zu. Nun ist die Nachfolge geregelt, der Tierschutzverein Winterthur wird sich ab der zweiten Hälfte im April um die hilfsbedürftigen Tiere kümmern. Der Verein kann Infrastruktur und Freiwillige der Igelstation übernehmen.

Aktuar Thuri Bänziger und Präsidentin Maja Rhyner sammelten an der Winti Mäss Geld für die Betreuung der Igel. (Bild: Michael Hotz), Ab April werden hilfsbedürftige Igel im alten Bauernhaus in Gundetswil des Tierschutzvereins untergebracht – unabhängig davon, ob Thuri Bänziger den koordinierten baurechtlichen Entscheid des Kantons und der Gemeinde Wiesendangen für den Tierschutzbetrieb erhält. (Bild: Tina Schöni), Der Tierschutzverein übernimmt die Pflege der Igel, weil Erika Heller beschlossen hat, die Igelstation Winterthur zu schliessen. (Bild: Michael Hotz)

Tierschutzverein übernimmt Igelstation Winterthur

Seit 50 Jahren führt Erika Heller die Igelstation Winterthur. Mitte Oktober hat sich die 78-Jährige Winterthurerin aber dazu entschlossen, das tierische Pflegeheim an ihrem Wohnort hinter dem Bahnhof Seen zu schliessen. «Man wird älter», meinte sie damals dazu.

Nun ist die Nachfolge geregelt: Der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung übernimmt. «Ab der zweiten Hälfte im April, wenn Erika Heller ihre Tiere wieder in die Freiheit entlassen hat, werden wir hilfsbedürftige Igel bei uns aufnehmen», bestätigt Vereinspräsidentin Maja Rhyner. Damit die Igel richtig gepflegt werden können, erhält der Tierschutzverein die Gehege und weitere Utensilien von der Igelstation in Winterthur und jener in Russikon, die ebenfalls schliesst. Auch wechseln die jetzigen Freiwilligen von Erika Heller zum Tierschutzverein.

Richtiger Zeitpunkt für die Übernahme

Beim Tierschutzverein wusste man schon immer, dass die Igelstation irgendwann geschlossen und der Verein dann übernehmen wird, sagt Maja Rhyner. «Nun ist ein guter Zeitpunkt, deshalb haben wir die Sache beschleunigt.» Grund für diese Beschleunigung ist eine neue Regelung. In einem Merkblatt des Bundes heisst es, dass Igel nur von Tierärzten betäubt oder eingeschläfert werden dürfen. Erika Heller verfügt nicht über die benötigte Ausbildung. Der Winterthurer Tierschutzverein hingegen beschäftigt Yvonne Rudin, die als Tierärztin die nötige Bewilligung für Betäubungen und Einschläferungen hat.

Die Fachmitarbeiterin wird ab April die ärztliche Betreuung der Igel übernehmen. Die Koordination der Pflegeaufgaben wird Thomas Künzi innehaben. Er hilft Erika Heller bereits jetzt bei der Pflege der Igel – dies jeweils donnerstags und freitags. Alle weiteren Details werden vom Tierschutzverein zurzeit erarbeitet. So sagt Maja Rhyner: «Das Konzept werden wir zu gegebenem Zeitpunkt kommunizieren.»

Die Igel werden in Gundetswil untergebracht

Klar ist, wo die Igel untergebracht werden. Sie erhalten im künftigen Tierschutzbetrieb im Wiesendanger Weiler Gundetswil ihre neue Heimat. Aktuar Thuri Bänziger sagt: «Wir haben im ersten Stock zwei Zimmer für die Igel reserviert. Dazu haben einige draussen im Hühnerstall Platz.» Weil keine baulichen Massnahmen nötig sind, können die Igel ab April im alten Bauernhaus am Grundstein 1 einziehen – unabhängig, ob der Tierschutzbetrieb zustande kommt oder nicht.

So wartet der Tierschutzverein immer noch – mittlerweile sind es 17 Monate – auf den koordinierten baurechtlichen Entscheid des Kantons und der Gemeinde Wiesendangen. Thuri Bänziger ist trotzdem weiter optimistisch: «Ich rechne in den nächsten Wochen mit einem Entscheid.»

Damit der Tierschutzverein neben diesem grossen Projekt auch die finanziellen Mittel für die Pflege der Igel aufbringen kann, sammelt er zurzeit Geld. Unterstützungswillige können verschiedene Arten von Patenschaften übernehmen. «Tierschutz kostet einfach», sagt Maja Rhyner dazu. Die Finanzen seien jedoch nicht entscheidend gewesen bei der Diskussion, ob der Tierschutzverein die Pflege der Igel übernehme oder nicht. So meint die Vereinspräsidentin: «Wir freuen uns darauf, wieder etwas Praktisches zu machen. Für dieses Anliegen spüren wir eine grosse Unterstützung.»

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.