Fürs Alterszentrum im Geeren werden die Weichen gestellt
Seit der Eröffnung des Alterszentrums im Geeren (AZiG) im Jahr 1979 wuchs die Bevölkerung im Einzugsgebiet um nicht weniger als 75 Prozent, so dass die aktuell verfügbaren 98 Zimmer dem künftigen Bedarf nicht mehr genügen. Zudem verlangt der immer spätere Eintritt in eine Altersinstitution mit entsprechend höherem Pflegebedarf auch zu einer qualitativen Anpassung der Infrastrukturen insbesondere unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse von dementen Bewohnenden.
Bereits 2008 lag ein erstes Sanierungs- und Erweiterungsprojekt mit 156 Pflegeplätzen auf dem Tisch. Eine von den Delegierten geforderte Zweitbeurteilung ergab, dass von einem deutlich höheren Bedarf auszugehen ist.
Unter Einbezug der Verbandsgemeinden wurde daraufhin die «Strategie 2020» entwickelt mit einer verstärkten Ausrichtung des AZiG auf den Betrieb als Pflegeheim mit Wohngruppen, einem Ausbau der Aktivierungsdienstleistungen und weiterhin einem Tagesheim für die Entlastung pflegender Angehöriger.
Vom Wettbewerbs- zum Bauprojekt
Den 2013 durchgeführten Projektwettbewerb entschied das Zürcher Architekturbüro Bob Gysin+Partner BGP mit ihrem «Assemblage» klar für sich. Im Oktober 2015 stimmten dann alle zwölf Verbandsgemeinden mit einem sehr hohen Ja-Anteil dem Projektierungskredit von 3,85 Millionen zu. Die vertiefte Weiterentwicklung zeigte aber bald einmal auf, dass die im Rahmen des Projektwettbewerbs in einer Vergleichskostenschätzung errechnete Investitionssumme bauliche Anpassungen notwendig macht.
Während am Neubau entlang der Kirchhügelstrasse keine Abstriche gemacht werden, wird unter anderem auf den Anbau zwischen den beiden bestehenden Gebäudetrakten verzichtet. Mit 52 Einer- und 26 Zweierzimmern im Neubau sowie 70 Pflegeplätzen im teilsanierten Altbau stehen nach Bauvollendung dennoch die anvisierten 174 Betten ebenso wie die im Gestaltungsplan geforderten 103 Parkplätze zur Verfügung.
Rund 50 Millionen
Die AZiG-Betriebskommission rechnet mit Investitionen inklusive betriebsnotwendiger Anschaffungen von 49,15 Millionen. Dank der 2016/17 genehmigten Statutenrevision kann ein grosser Teil davon auf dem freien Kapitalmarkt beschafft werden.
Um die Finanzierungskosten nachhaltig und mit marktgerechten Hotellerietaxen für die Bewohnenden tragen zu können, ist es aus Sicht der vom Wiesendanger Gemeindepräsidenten Kurt Roth präsidierten Betriebskommission aber zwingend, dass sich auch die Gemeinden mit einer Erhöhung des Eigenkapitals an der Finanzierung beteiligen.
Dabei stehen den Delegierten heute Abend drei Vorschläge zur Auswahl, von der Minimallösung mit einer Aufstockung des Eigenkapitals um 7,6 und einem verzins- und rückzahlbaren Darlehen von 7,4 bis hin zur Maximalvariante mit einem Kapitaleinschuss von 15 Millionen Franken.
Falls die Delegierten grünes Licht geben, kommt der Baukredit am 4. März 2018 vors Volk, so dass im 1. Quartal 2019 die Baumaschinen auffahren könnten – unabhängig davon, ob die Gemeinde Ellikon an der Thur auf Ende 2019 aus dem Zweckverband austritt, wie der Gemeinderat zuhanden der Gemeindeversammlung vom 23. November beantragt. (Walter Minder)