Wetzikerin überrascht Gotti bei «Happy Day»
Das Gotti von Ronja Hasslinger lebt im Tessin und leidet an zystischer Fibrose – einer Stoffwechselstörung. Wegen ihrer Krankheit ist der Weg nach Wetzikon für die 45-Jährige zu beschwerlich. Deshalb hat sie noch nie einen Auftritt von ihrem Gottimeitli gesehen, die in ihrer Freizeit eine Zirkusschule in Hinwil besucht. «Unsere Familie schaut immer die Sendung Happy Day», erzählt Ronja. «Da kam ich auf die Idee, dass ich mein Gotti auf diese Weise überraschen könnte.»
Mitte September meldete sie sich bei SRF an, danach ging es Schlag auf Schlag. «Als ich die Zusage bekam, hatte ich gerade mal zwei Abende Zeit, um eine Trapeznummer einzustudieren», sagt die Schülerin.
Zielstrebig – schon mit Dreijährig
Schon mit drei Jahren wusste Ronja, dass sie einmal zum Zirkus will. Und das, obwohl sie damals noch nie in einem war. «Wie ich darauf kam weiss ich nicht mehr», sagt die 16-Jährige. «Aber für mich war klar, dass ich nicht ins Kinderturnen möchte, sondern in den Zirkus.»
Als Sechsjährige besuchte sie einen ersten Kurs beim Kinderzirkus Hinwil – und blieb. Mittlerweile ist sie Mitglied in der Gruppe Varieté Theater Esperienza des Kinderzirkus und dort die Jüngste. «Mir gefällt daran die Vielseitigkeit. Man ist nicht auf ein paar wenige Geräte beschränkt, sondern kann verschiedene Dinge wie Boden- und Luftakrobatik, Zauberei und vieles mehr machen.»
Zirkus als Leidenschaft
Daneben hat Ronja noch andere Hobbys: Sie nimmt Gesangsstunden, bessert als Babysitterin ihr Sackgeld auf, spielt in einer Laientheatergruppe und schreibt Geschichten. Doch ihre grosse Leidenschaft ist und bleibt der Zirkus.
Die Teenagerin besucht die Fachmittelschule in Winterthur mit dem Profil Theater. Später will Ronja einmal Theaterpädagogin oder Theaterschauspielerin werden. Zirkus soll ein Hobby bleiben. «Ich will die Leichtigkeit behalten, mit der man etwas machen kann, wenn man damit kein Geld verdienen muss», sagt die Jüngste von drei Kindern. «Ein Job kann einem verleiden. Das soll mir beim Zirkus nicht passieren.»
Zweimal die Woche trainiert Ronja in Hinwil, dazu kommen zwei grosse Auftritte im Jahr und bis zu zwölf zusätzliche, wenn die Gruppe an Feiern engagiert wird. Ihr Gotti, das im Tessin lebt und zu dem sie ein enges Verhältnis pflegt, konnte noch nie einen davon sehen. Sie leidet an Mukoviszidose, besser bekannt als zystische Fibrose, eine Stoffwechselkrankheit. Für längere Strecken braucht sie Krücken, das Atmen fällt ihr schwer. Die Reise in den Kanton Zürich ist für sie zu anstrengend.
Überraschung im Tessin
Die Sendung «Happy Day» von SRF ermöglichte es Ronja, ihr Gotti im Tessin zu überraschen. Die Dreharbeiten fanden anfangs Oktober statt. «Sie hatte mega Freude», erinnert sich Ronja. «Zuerst hat sie es gar nicht richtig realisiert, aber dann konnte sie kaum mehr aufhören, zu sagen, wie gross ihre Freude ist.» Auch für Ronja war das Ganze sehr emotional. «Mein Gotti hat mich immer unterstützt und ermutigt bei meinem Hobby. Es war schön, ihr für alles Danke sagen zu können.»
Auf die Ausstrahlung der Sendung diesen Samstag freut sie sich. «Es wurde alles kreuz und quer gedreht. Nun bin ich sehr gespannt, was das Fernsehen daraus gemacht hat.» Auch die Eltern werden im Studio dabei sein. «Wir sind sehr stolz auf Ronja», sagt Mutter Katrin Hasslinger. «Aber nicht, weil sie im Fernsehen kommt, sondern weil sie ihren Weg so zielstrebig und voller Freude verfolgt.» Sie unterstützen ihre Tochter voll , auch wenn sie sich manchmal anhören müssten, dass Ronjas Ausbildung doch in eine brotlose Zukunft führen würde. «Aber ich habe lieber ein glückliches Kind, das macht, was ihm gefällt, als ein unglückliches, das machen muss, was ihm eigentlich widerstrebt.»
Die Sendung «Happy Day» mit Ronja aus Wetzikon wird am Samstag, 28. Oktober, um 20.10 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt.