Politik

«Viele Russen kamen mir wie Schweizer Bergbauern vor»

Während zehn Tagen tourte die Winterthurer Band Mama Jefferson durch Russland. Dabei waren die Musiker überrascht von der russischen Musikkultur.

Russische Fans lieben es, nach dem Gig mit der Band Fotos zu machen, wie Bandleaderin Vanja Vukelic erzählt. (Bild: zvg), Mama Jefferson rockten neun verschiedene Clubs in Russland. (Bild: zvg)

«Viele Russen kamen mir wie Schweizer Bergbauern vor»

Wenig Schlaf, laute Musik, lange Autofahrten. So lassen sich die letzten zehn Tage von Mama Jefferson zusammenfassen. Neun Auftritte hatte die Winterthurer Band in dieser kurzen Zeit in Russland. Seit Sonntag ist sie nun wieder zurück – und verständlicherweise ein wenig erschöpft von der langen Reise.

«Die letzte Autofahrt nach Moskau dauerte fast 15 Stunden, bevor wir unseren Flug in die Schweiz nehmen konnten», erzählt Vanja Vukelic, müde aber dennoch beschwingt von den vielen gesammelten Eindrücken. Ein paar Nächte habe man so halt schon auf der Rückbank des Mini-Busses verbringen müssen.

Durch Russland auf Schotterstrassen

Die Bandleaderin besuchte das Land nicht zum ersten Mal. Bereits letzten Herbst war sie mit  ihrer zweiten Band Neckless auf zehntägiger Russlandtour. Weil die Bookingagentur, welche die Tour damals organisiert hat, die neue Mama-EP liebte, fragte sie Vukelic an, ob sie auch mit Mama Jefferson nochmal durchs Land reisen mag.

Natürlich wollte sie. So reiste die Band von der russischen Hauptstadt über schlecht gewartete Strassen immer weiter östlich bis nach Kurgan. Über die Grossstädte Ufa und Samara ging es schliesslich zurück nach Moskau. Jeden Tag hatten sie eine Show in einer neuen Stadt, mehrheitlich in Rock-Clubs.

Auf ein Selfie nach dem Konzert

«Die Russen kamen mir erst ein wenig wie Schweizer Bergbauern vor», so Vanja Vukelic. Einerseits seien sie sehr verschlossen und eigen, ihr Englisch sehr dürftig. Wenn man sie näher kenne, würden sie jedoch immer freimütiger und herzlicher werden. Vor allem war die 26-Jährige ob deren Gastfreundschaft überrascht. Eine Verständigung mit Händen und Füssen konnte diese nicht trüben.

Die Konzerte seien zudem gut besucht worden von dankbaren und vorbereiteten Fans, wie Vukelic sagt: «Die haben sich im Voraus über unsere Musik informiert. Rock-Musik ist da sehr gefragt und die Konzertkultur wird grossgeschrieben.» Zwar bräuchten auch die Russen eine Weile, um in Fahrt zu kommen. «Nach den Gigs wollten sie aber jeweils Fotos machen, CD’s und Fanartikel kaufen. Für sie war das normal, für uns umso spezieller», so die Bandleaderin. So sei jedes Konzert auf seine Art ein Erfolg gewesen, auch wenn die Zuschauerzahl meist nicht über 70 bis 100 Leute stieg.

Neues Album im Sommer

Nun verschwindet Mama Jefferson für zwei Monate von der Bildfläche, bevor im Dezember eine neue Single erscheine. «Im Sommer 2018 planen wir dann, unser neues Album zu veröffentlichen. Danach möchten wir in Deutschland touren», sagt Vanja Vukelic.

Bis dahin stehe aber noch viel Arbeit an. Doch die Band freue sich auf das gemeinsame Schaffen. Das Erlebnis Russland hat die noch junge Band schliesslich noch näher zusammengeschweisst.

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.