Politik

«Ich konnte beweisen, dass ich keine Eintagsfliege bin»

Zum zweiten Mal hintereinander ist die Winterthurer Stadtpolizistin Linda Mettler Schweizermeisterin geworden. Sie gewann die Polizei-Mehrkampfmeisterschaften, die letzte Woche in Zürich stattfanden.

Nebst dem Geländelauf...(Bild: Stadtpolizei Zürich), ...schloss die 33-Jährige am besten im Schiessen...(Bild: Stadtpolizei Zürich), ...Kugelstossen...(Bild: Stadtpolizei Zürich), ...und Schwimmen ab, auch wenn letzteres ihr Schwachpunkt sei, wie sie selbst sagt. (Bild: Stadtpolizei Zürich), Linda Mettler gewinnt den Fünfkampf auch bei ihrer zweiten Teilnahme und ist erneut Schweizermeisterin. (Bild: Instagram Stadtpolizei Zürich)

«Ich konnte beweisen, dass ich keine Eintagsfliege bin»

«Meine Kollegen lachten mich erst aus», sagt Linda Mettler schmunzelnd, denn die 33-Jährige ist kein Fan von Siegerehrungen. Doch auch nach ihrer zweiten Teilnahme an den Polizei-Mehrkampfmeisterschaften durfte sie an dieser zuoberst aufs Podest stehen, eine Medaille und diverse Sponsoren-Präsente entgegennehmen. Wie schon 2015 setzte sie sich letzten Donnerstag und Freitag gegen Polizistinnen zwölf anderer Schweizer Polizeikorps im Fünfkampf durch.

«Natürlich sind hier alle stolz auf mich. Und ich bin es auch. So konnte ich zumindest beweisen, dass ich keine Eintagsfliege bin», so die Polizistin bescheiden. Mit 4740 Punkten schlug sie sogar ihren eigenen Rekord, erreichte sie vor zwei Jahren doch 85 weniger.

Die Polizei-Mehrkampfmeisterschaften finden alle zwei Jahre statt und werden jeweils von einem anderen Korps durchgeführt. Bei der 28. Durchführung dieses Jahr waren die Kollegen von der Stadtpolizei Zürich dran, wo der Event auch durchgeführt wurde.

Fast täglich trainiert

Bei dieser öffentlichen Veranstaltung messen sich die Athleten während zwei Tagen in den fünf Disziplinen Schiessen, Geländelauf, Kugelstossen, Weitsprung und Schwimmen. Letzteres sei ihr Schwachpunkt, wie Mettler sagt: «Deshalb begann ich bereits vor einem halben Jahr mit dem Schwimmtraining.» Beim Geländelauf, der letzten Disziplin, konnte sie vom sogenannten «Jagdstart» profitieren, der es Athleten mit der besten Punktzahl erlaubt, mit einem zeitlichen Vorsprung vor allen anderen zu starten.

«Auch wenn ich gegen den Schluss mit den Kräften ringen musste, konnte ich das Ziel zum Glück als Erste erreichen.» Die zwei Kilometer schaffte sie in acht Minuten und 13 Sekunden. Eine gute Kondition sei in solchen Momenten am zentralsten. Und diese erwarb sich die Stadtpolizistin schon im Schulalter. «Bereits als Kind besuchte ich einen Turnverein. Danach betrieb ich 7-Kampf beim Leichtathletikclub Turicum in Zürich und trainierte fünf Tage die Woche», so die im Thurgau lebende Polizistin.

Abwechslung im Polizeialltag

Doch dann entschloss sie sich 2006 für eine Ausbildung bei der Kantonspolizei Zürich. Die teils langen Nachtschichten verunmöglichten diesen Turnus. Deshalb beschränken sich ihre Trainingseinheiten heute auf ein paar wenige Besuche des Turnvereins im Monat. «Ansonsten betreibe ich Lauftraining, was die Kondition auf einem guten Level hält.» Schliesslich müsse man nicht nur für solche Wettkämpfe, sondern auch für den Polizeiberuf selbst stets fit sein.

Die 33-Jährige ist aber ohnehin sehr aktiv und oft draussen unterwegs. Denn seit ihrem Wechsel 2009 zur Stadtpolizei Winterthur sei ihr Berufsalltag noch abwechslungsreicher geworden, wie Linda Mettler sagt. Nebst ihrer Hauptfunktion als Einsatzunteroffizierin bei der Sicherheitspolizei fungiert sie zusätzlich als Hundeführerin. Und auch privat widmet sie sich den Vierbeinern in einem Hundesportverein. «So habe ich die Vielseitigkeit, die ich brauche und schätze.» Ob sie beim nächsten Mehrkampf wieder antritt, weiss sie noch nicht. Doch der Reiz, den Titel auch 2019 nach Winterthur zu holen, sei natürlich da. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

 

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