Gemeinderat bewilligt Handyantenne in Hadlikon
Seit Jahren kämpfen Anwohner in Hadlikon gegen den geplanten Bau einer Mobilfunkantenne. Sie fürchten sich vor der Strahlung und gründeten die Interessensgemeinschaft Hadlikon für mobilfunkfreie Wohnzonen, um sich gegen die Antenne in ihrem Wohngebiet zu wehren (wir berichteten). Nun hat der Mobilfunkriese Salt einen Zwischensieg errungen. Das am 20. März dieses Jahres eingereichte Gesuch für den Bau einer Handyantenne auf dem Dach eines Wohnhauses an der Walderstrasse 132 in Hadlikon wurde vom Gemeinderat Hinwil an seiner Sitzung vom 12. Juli bewilligt.
Dem Gemeinderat sind die Hände gebunden
Andreas Bühler (SP), Ressortvorsteher Bau und Planung, erklärt den Entscheid des Gemeinderates folgendermassen: «Die Geschichte ist ein Auf und Ab. Dabei muss man immer beide Seiten berücksichtigen, den Gesuchsteller und auch denjenigen, der dagegen protestiert. Salt hat ein Gesuch eingereicht, das rechtlich in Ordnung war. Eine Verweigerung aus rechtlicher Sicht war schlicht nicht möglich.» Natürlich könne er die Motive der Anwohner in gewissem Sinne nachvollziehen, andererseits müsse sich der Gemeinderat in der Beurteilung an das Recht halten, so Bühler. Zudem sei er keineswegs tatenlos geblieben, sondern habe die Möglichkeiten ausgeschöpft. «Wir haben den Kontakt mit der IG mobilfunkfreie Wohnzonen gesucht und in einer Diskussion deren Probleme entgegengenommen. Daraufhin haben wir verschiedene alternative Standorte gesucht und geprüft.»
Keiner dieser Standorte erwies sich aber als geeignet und auch eine weitere Alternative, nämlich die Montage der Mobilfunkantenne an bereits bestehenden Masten der Hochspannungsleitungen südlich von Hadlikon, wurde vom Kantonalen Amt für Raumentwicklung ablehnend beantwortet. Zudem kam das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich hinsichtlich der Strahlung zum Schluss, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten würden.
Bühler bedauert, dass die Gemeinde Hinwil, die eigentlich 2013 das sogenannte Kaskadenmodell für Mobilfunkanlagen (siehe Box) festsetzte, schliesslich vor Gericht gegen den Rekurs von Salt den Kürzeren zog. «So waren uns beim neusten Gesuch gewissermassen die Hände gebunden. Wir hatten die Hoffnung mit den vorgeschlagenen Standorten wahre Alternativen bieten zu können. Dem war leider nicht so.»
Den betroffenen Bewohnern steht das Recht zu, beim Baurekursgericht des Kantons Zürich Rekurs einzulegen. Alt-Gemeinderat Kurt Augustin (CVP), der sich zusammen mit anderen Anwohnern in der IG mobilfunkfreies Wohnen zusammengeschlossen hat, sagt: «Ich bin überrascht, dass der Entscheid nun zu Gunsten von Salt ausgefallen ist. Ich muss mich nun erst mit den Anderen besprechen, aber wenn es nach mir geht, werden wir vor das Baurekursgericht ziehen.» Im Handystreit von Hadlikon dürfte damit das letzte Wort noch lange nicht gesprochen sein.
2010 hatte der Gemeinderat das Kaskadenmodell beschlossen. Die Mobilfunkanbieter sollten durch Bestimmungen verpflichtet werden, bei der Wahl ihrer Antennenstandorte, eine Prioritätenliste einzuhalten. Erste Priorität müssten Gewerbe- und Industriezonen haben, danach kämen öffentliche Bauten, Zentrums- und Kernzonen und zuletzt Wohnzonen. Salt rekurrierte gegen diesen Entscheid auf dem Rechtsweg und setzte sich schliesslich durch.