Neuer Gemeindeschreiber für Bauma
Seit Januar hat die Baumer Gemeindeverwaltung keinen Chef mehr. Nach vier Jahren als Gemeindeschreiber reichte Andreas Strahm im Herbst 2016 seine Kündigung ein – offiziell per Ende Mai – doch wegen Überstunden und nicht bezogener Ferien verliess er die Verwaltung bereits Ende Jahr.
Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich schwierig. Die erste Bewerbungsrunde im März blieb unbefriedigend (wir berichteten). Es fehle an qualifizierten Bewerbern, hiess es damals seitens der Gemeinde. Der Arbeitsmarkt sei ausgetrocknet.
Geduld hat sich ausgezahlt
Fünf Monate nach Strahms Abtritt, hat der Gemeinderat mit Roberto Fröhlich einen Nachfolger gefunden. Wie die Gemeinde gestern mitteilte, werde der neue Gemeindeschreiber seine Stelle am 1. September antreten.
«Nach der harzigen ersten Bewerbungsrunde hatten wir Zweifel, ob sich im zweiten Durchgang überhaupt noch geeignete Kandidaten melden würden», sagt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos). Umso erfreuter sei der Gemeinderat über die gefundene Lösung. «Unsere Geduld hat sich ausgezahlt.»
Mit dem 59-jährigen Fröhlich habe man einen Fachmann mit fundierten Kenntnissen in den relevanten Bereichen gefunden, sagt Sudler. «Er hat uns vor allem durch seine breite Berufs- und Führungserfahrung in Wirtschaft und Verwaltung überzeugt.»
Einstiger Gemeindepräsident
Fröhlich hat an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich Jura studiert und promovierte mit einem Doktortitel. Er bringt auch Erfahrung aus der Privatwirtschaft mit. Während 14 Jahren war er in einer leitenden Funktion im Lebensmittelhandel tätig. In den vergangenen elf Jahren arbeitete er für die Verwaltung des Kantons Aargau. Dort war er als Generalsekretär eines kantonalen Departements tätig und direkt dem Finanzdirektor und Departementsvorsteher unterstellt. Daneben kennt sich Fröhlich auch in der Exekutive aus. Von 1986 bis 2002 sass er im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Schwerzenbach – die letzten acht Jahre davon als Gemeindepräsident.
Mit der Region vertraut
«Nach Jahren auf der kantonalen Verwaltung suchte ich eine Aufgabe, bei der ich wieder mehr direkten Kontakt zu den Leuten habe», sagt Fröhlich. Da er im Herbst mit seiner Partnerin nach Pfäffikon ziehe, habe er sich nach einer neuen Stelle in der Region umgeschaut. «Ich bin im Zürcher Oberland aufgewachsen und kenne mich hier gut aus», sagt er. Auch die Gemeinde Bauma sei ihm durchaus vertraut. «Ich kenne die Gegend allerdings vor allem aus meiner Freizeit.»
In letzter Zeit sei er ein paar Mal in Bauma gewesen und habe sich vor Ort umgeschaut, um einen Eindruck vom Alltag in der Gemeinde zu bekommen, sagt Fröhlich. «Ich habe mich in eine der Beizen gesetzt und im Dorf eingekauft.»
Auf den Wechsel nach Bauma freue er sich. Auch was sein zukünftiges Arbeitsumfeld angeht, ist Fröhlich zuversichtlich. «Ich glaube die Gemeindeverwaltung in Bauma ist gut aufgestellt.»
Experte für juristische Fragen
Sudler erhofft sich insbesondere von Fröhlichs Kentnissen im juristischen Bereich einen grossen Mehrwert. «Bisher mussten wir juristische Fragen immer durch externe Gutachten beantworten lassen. Künftig haben wir einen Experten im Haus.»
Mit den Sanierungen von Böndler, Gemeindehaus, Hallenbad und dem Werkhof kämen zudem Herausforderungen auf die Verwaltung zu. «Und auch Revisionen der Gemeindeordnung sowie der Polizei- und der Personalverordnung sind bald nötig», sagt Sudler. «An Arbeit wird es nicht fehlen.»