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Steiner-Beck eröffnet Filiale in Hittnau

Kein Metzger wollte in die ehemalige Stappung-Filiale in Hittnau einziehen. Also mussten die Liegenschaftenbesitzer Yvonne und Kurt Truninger umdenken: Aus der Metzgerei wird eine Steiner-Beck-Filiale.

Yvonne und Kurt Truninger holen nicht nur die Migros, sondern auch den Steiner-Beck in ihre Liegenschaft in Hittnau. (Bild: Seraina Boner)

Steiner-Beck eröffnet Filiale in Hittnau

Wenn Yvonne und Kurt Truninger an die letzten Monate zurückdenken, müssen sie erst mal durchatmen. «Es ist ziemlich viel gelaufen», sagt Kurt Truninger. Er und seine Frau besitzen die Liegenschaft Huswis an der Jakob Stutz-Strasse in Hittnau. Darin wird sich einiges verändern. Die eingemietete Volg-Filiale ist noch bis Mitte Juni geöffnet. Danach werden das Ladenlokal und die ehemalige Post bis Februar 2018 zu einer Migros-Filiale umgebaut (wir berichteten). Seit kurzem ist auch klar, was mit der leerstehenden Metzgerei passiert: Hier eröffnet der Steiner-Beck eine neue Filiale mit Café und Wintergarten.

Metzger wollten nicht

Dabei war alles anders geplant. Ende Oktober 2016 machten die Stappungs ihre Hittnauer Filiale dicht – obwohl der Vertrag noch bis Ende September dieses Jahres läuft. Über die Gründe wollen die Stappungs, die weiterhin ihr Stammgeschäft in Bauma betreiben, nichts sagen.

Die Truningers hatten vor, das Lokal wieder an eine Metzgerei zu vermieten. «Wir sind  uns sicher, dass sie von der Migros nebenan profitieren könnte», sagt Kurt Truninger. «Ein qualitativ hochstehendes Fachgeschäft könnte das Angebot des Grossverteilers gut ergänzen.» Doch auf ihre Inserate meldeten sich keine ernsthaften Interessenten. Truningers, welche die  Metzgerei bis 2008 selbst führten, kontaktierten 15 Berufskollegen. Keiner sagte zu. «Also mussten wir umdenken.» Wenn es schon keine Metzgerei sein soll, dann eine Branche, die zur Migros passt. Zum Beispiel eine Bäckerei mit Café. Mit drei Unternehmen führten sie Verhandlungen; schliesslich entschied sich das Ehepaar für den Steiner-Beck, der auch die Idee eines Wintergartens ins Spiel brachte. Läuft alles nach Plan, wird die Filiale im  Herbst eröffnet.

Gleich zwei Cafés geplant

«Für uns  ist der Vertrag ein Glücksfall», sagt Yvonne Truninger. «Wir wissen, dass der Steiner-Beck  längerfristig in Hittnau sein wird.» Einen unangenehmen Moment gab es allerdings: Kaum war der Vertrag  unterschrieben, erfuhren die Truningers, dass das Café Ziegelhütte neu vermietet werden sollte. «Wir haben sofort mit Markus und Ruth Jaggi Kontakt aufgenommen und sie über unseren Vertragsabschluss informiert», sagt Kurt Truninger. «Es war ein unglücklicher Zufall, dass Jaggis für ihr Lokal einen neuen Mietinteressenten  gefunden hatten.»

 Steiner-Beck hatte eigentlich nicht vor, nach Hittnau zu expandieren, sagt Francesca Decurtins, zuständig für Marketing und Kommunikation. «Wir schauten uns die Räume ohne viel Hoffnung an.» Vor Ort habe sich aber schnell gezeigt, dass das Lokal Potenzial habe. «Die Jakob Stutz-Strasse ist viel befahren, es gibt genügend Parkplätze, und die Migros wird Laufkundschaft generieren.»  Läuft alles nach Plan, wird die Filiale im Spätsommer eröffnet. Mit Beginn der Bauarbeiten wird die Postagentur, die aktuell im Volg untergebracht ist, ins Geschäft der Züger Haushaltsgeräte integriert. Ist die Migros-Filiale bereit, erhält die Postagentur einen Platz im neuen Laden.

Kein Provisorium möglich

Der im Moment fehlende Postomat wird voraussichtlich bis zu den Sommerferien am neuen Standort betriebsbereit sein. Die Zahnarztpraxis  in der Huswis bleibt während der ganzen Umbauzeit geöffnet, der Zugang zur Praxis und den Wohnungen wird neu hinter das Haus verlegt.  Auf einen Lebensmittelladen müssen die Hittnauer während des Umbaus verzichten. «Wir hätten gerne ein Provisorium erstellt», sagt Truninger. «Doch es hätte ungedeckte Kosten von über einer halben Million Franken verursacht. Der ganze Um- und Ausbau kosten die Migros, die Truningers und den Steiner-Beck fünf Millionen Franken. 

Der Umbau hat für die Truningers eine grosse  Bedeutung. Unzählige Verhandlungen, wie das seit November 2015 leere Postlokal künftig genutzt werden könnte, liegen hinter ihnen. Mit der jetzigen Lösung sind sie mehr als zufrieden. Die kommenden Monate, wenn das Erdgeschoss zu einer Baustelle wird, werden nochmals intensiv. «Wir freuen uns, wenn wieder Ruhe einkehrt, aber noch mehr freuen wir uns auf das Einkaufsangebot.»

 

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