Politik

Der erste vegane Laden für das Zürcher Oberland

Am Samstag eröffnet mit Hello Vegan in Uster ein Laden mit ausschliesslich veganen Produkten. Trotz hoher Preise sei der vegane Lebensstil günstiger, sagt Inhaberin Mirjam de Boni.

Ladeninhaberin Mirjam de Boni hinter dem Ostersortiment von Hello Vegan im Einkaufszentrum Uschter 77. (Bild: Olivia Maurer)

Der erste vegane Laden für das Zürcher Oberland

Mirjam de Boni hat sich entschieden. Sie gehört zu den rund14 Prozent der Schweizer Bevölkerung, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. «Es sind rein ethische Gründe», sagt de Boni. Als langjährige Vegetarierin entschied sie sich vor einigen Jahren komplett auf den Veganismus umzusteigen. «Vegan zu leben war ein logischer Entscheid einer Vegetarierin.»

Ihre neue Lebenseinstellung beeinflusste auch de Bonis berufliche Laufbahn. So übernahm die Tierschützerin vor zwei Jahren den Onlineshop Hello Vegan. «Eine Möglichkeit, viele Kunden mit veganen Produkten zu erreichen», sagt de Boni.

Werte vermitteln

Nun folgt der nächste grosse Schritt für die Ustermerin. Am Samstag eröffnet sie mit Hello Vegan den ersten veganen Laden im Zürcher Oberland. «Der Laden soll das Lager für den Onlineshop wie auch eine Einkaufsfläche werden.»

Nach einer Karriere im Finanzwesen erfüllt sie sich damit einen Traum. «Mein alter Job hat mir Freude bereitet», sagt de Boni, «aber dennoch verspürte ich den Wunsch, auch beruflich die Werte, die mir im Leben wichtig sind, weiterzugeben.»

Von Lebensmitteln über Kosmetik

Bei einem Blick in das Ladenlokal im Uschter77 fällt auf: Neben Lebensmitteln ist auch eine Auswahl an Putz- und Kosmetikprodukten zu finden. «In vielen Putzmitteln landen Schlachtabfälle, zudem sind sie nicht tierversuchsfrei.» De Bonis Blick schweift in Richtung eines Regals mit Kosmetikprodukten. «Ausserdem werden die meisten roten Lippenstifte aus zerquetschten Läusen hergestellt.»

Aussagen, die zum Nachdenken anregen sollen. Eine Herzensangelegenheit für de Boni, denn mit ihrem Laden will sie dieses Wissen weitergeben. Sie möchte die Produkte nicht nur einfach verkaufen, sie möchte in ihrem Ladenlokal auch einen gewissen Service anbieten. «Es ist meine Passion, den Kunden mit meinem Wissen den Veganismus zu vereinfachen. Hello Vegan soll eine Informationsquelle sein.» Im hinteren Verkaufsbereich des Ladenlokals ist dafür eine Sitzecke mit Koch- und Backbüchern zu finden. Komplett vegan versteht sich. «Die Kunden sollen dort erfahren, wie sie ihre Produkte verarbeiten können.» Sie selber hat das ganze Sortiment getestet, um mit ihrem Wissen Tipps geben zu können. «Wenn ich sage, dass die Mandelmilch schäumt, dann schäumt die Mandelmilch auch.»

In den Regalen stehen gesunde Lebensmittel, aber auch Schokolade, Chips oder Mayonnaise. «Klar, auch Veganer können sich ungesund ernähren», sagt de Boni. «Eine ausgewogene Ernährung ist bei Veganern genauso wichtig wie bei anderen Ernährungsformen.»

Ein kostspieliger Lebensstil?

Nebst dem gesundheitlichen Aspekt bleibt bei vielen Personen auch die Frage: Ist veganes Essen teurer als normales? Die Ustermerin macht einen Preisvergleich. «Man erhält einen Liter Milch im Migros ab einem Franken. Bei uns kostet die Mandelmilch Fr. 4.90, dafür ist sie bio und vegan.» Gut investiertes Geld, findet de Boni. «Man muss bedenken, dass man als Veganer kein Fleisch, keinen Fisch oder Käse benötigt. Unter dem Strich ist der vegane Lebensstil günstiger.»

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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