Politik

Tag und Nacht Gewichte stemmen

Während 24 Stunden täglich kann in Winterthur trainiert werden. Jedoch sind nicht alle Betreiber von Trainingscentern begeistert davon.

24-Stunden-Fitnesscenter, wie Roger Kohler eines führt ... , ... stossen bei Andy Karrer auf Bedenken. Er habe gerne die Kontrolle über seinen Kunden. (Bilder: Talina Steinmetz)

Tag und Nacht Gewichte stemmen

In Winterthur kann man mittlerweile Tag und Nacht trainieren. Dies bietet nicht nur Leistungssportlern die Möglichkeit, länger an ihrer Fitness zu arbeiten, sondern ermöglicht auch jenen die Chance zum Training, die tagsüber aufgrund der Arbeit und der Familie keine Zeit dafür finden. Eine Geschäftsidee, die bei manchen Betreibern von Fitnesscentern nicht nur auf Begeisterung stösst. So hat beispielsweise Andy Karrer seine Zweifel. Der 55-jährige Winterthurer ist seit 14 Jahren Geschäftsführer des Fitnessparks Banane in Winterthur. Das Trainingscenter hat unter der Woche von 6.30 bis 22 Uhr ­geöffnet. «Diese Zeiten sind ausreichend», so der zweifache Vater. Auch aus personellen Gründen; denn während den Nachtstunden hätten die wenigsten 24-h-Fitnesscenter eine professionelle Betreuung vor Ort. «So können beim Training Fehler passieren», befürchtet Andy Karrer. «Jemand, der in der Nacht trainiert, stemmt vielleicht Gewichte, denen er nicht gewachsen ist.»

Roger Kohler, Geschäftsführer des Bodypower24 in Winterthur, räumt diese Bedenken aus dem Weg. Der 50-Jährige eröffnete das Body­power24 vor acht Jahren. Es war das erste ­Fitnessstudio in Winterthur, das 24 Stunden geöffnet hatte. «Es gibt in jedem Fitnesscenter solche, die sich überschätzen, unabhängig von den Öffnungszeiten», weiss Kohler. «In meinem Studio sind jedoch vor allem Leistungs- und Profisportler. Zudem werden Neukunden gut instruiert. Jeder weiss, was die Folgen von zu viel Gewicht sind.»

Vor dem Feiern ins Fitnessstudio

Andy Karrer sieht noch eine weitere Schattenseite: «Woher weiss ich, dass die Trai­nierenden während der Nacht keine verbotenen Substanzen konsumieren oder verkaufen? Ich hätte Bedenken, was diese aus­lösen.» Der Geschäftsleiter des Bodypower24 kann diesen Zweifel nachvollziehen. Zu Beginn habe er genau solche Probleme gehabt. «Als mein Studio eröffnete, hatte ich einige, die das Center als Aufenthaltsraum vor oder nach dem Feiern nutzten. Auch mit Substanzen wie Anabolika wurde hantiert», erinnert er sich. Den Betroffenen sei darauf das Abo entzogen und Hausverbot erteilt worden. «Ich will Kunden, die aus Leidenschaft trainieren», sagt er.

Andy Karrer weiss, dass auch im Fitnesspark schon solche trainiert haben, die sich mit illegalen Substanzen aufgeputscht haben. Diese wurden dem Fitnessstudio verwiesen. «Trotzdem ist es mir wohler, wenn Personal vor Ort ist», erklärt er. Roger Kohler hat mittlerweile keine Bedenken mehr, das Studio allein zu lassen: «Für meine Kunden ist es ein Privileg, 24 Stunden trainieren zu können. Das wissen sie auch», meint er überzeugt.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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