Abtauchen ins Unterbewusstsein
«Schliesse deine Augen und spüre, wie sich deine Augenlider entspannen und sich diese Entspannung dann in deinen ganzen Körper ausbreitet.» Mit ruhiger Stimme versetzt mich Yves Schaffner Schritt für Schritt in einen hypnotischen Zustand, wie er es nennt.
Er ist einer von zehn selbständigen Hypnosetherapeuten im Effretiker Hypnosecenter und hat sich auf das Ernährungsverhalten spezialisiert. In einer Kurzsession will er meine Arbeitsmotivation steigern. Tatsächlich kann ich mich entspannen. Das «Feuer», das Schaffner in mir heraufbeschwören will, will sich aber nicht so recht entfachen.
Probleme bei der Wurzel packen
Viele Probleme liessen sich durch Hypnose lösen, sagt Schaffner. Denn fast nur durch Hypnose könne man ins Unterbewusstsein abtauchen und die Probleme bei der Wurzel packen. «Unsere Psyche funktioniert nur zu zehn Prozent bewusst. Der Rest spielt sich im Unterbewusstsein ab.» So könne er helfen, Gewohnheiten wie Naschen oder Zwischenmahlzeiten abzustellen.
Andere Therapeuten im Zentrum befassen sich mit Raucherentwöhnung, sexuellen Problemen oder Mentaltraining für Sportler. «Zu unseren Kunden zählen auch Sportler von olympischem Format», sagt Schaffner. Einer der Therapeuten ist selbst im Spitzensport tätig: Adrian Brüngger ist Trainer des NLA-Handballteams von Pfadi Winterthur. «Alle Therapeuten bringen ihre Lebenserfahrungen und ihren beruflichen und privaten Hintergrund mit in die Therapie ein. Das ist sehr hilfreich.»
«Entspannung ist essenziell»
Yves Schaffner hat Psychologie studiert und sich danach von Zentrumsleiter Hansruedi Wipf zum Omni-Hypnosetherapeuten ausbilden lassen – in sieben Tagen. «Der Kurs ist effizient, es gibt keinen Schnickschnack», sagt Schaffner.
Effizienz – das Schlagwort des Zentrums, das dank Iso-Zertifizierung weltweit einzigartig sei. «Wir wollen unsere Klienten nicht möglichst lange an uns binden, sondern ihnen Werkzeuge für die Lösung ihrer Probleme mit auf den Weg geben», sagt Schaffner. Dafür reiche manchmal eine einzige Sitzung, die drei bis vier Stunden dauere.
Der Ablauf sei meist derselbe: Zunächst werden in einem Vorgespräch die Anliegen und Ziele des Klienten besprochen, dann werde die Hypnosetechnik erklärt. «Das ist wichtig», sagt Schaffner. Wüssten die Klienten nämlich nicht, was sie erwarte, könnten sie sich nicht auf die eigentliche Hypnose einlassen. «Entspannung ist essenziell.» Ohne die richtige Einstellung funktioniere Hypnose nicht.
Der Stundenansatz beträgt 175 Franken. Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten. «Dafür muss man bei uns keine langwierige Therapie durchlaufen, sondern hat sein Problem effizient gelöst», sagt Schaffner. Die Mund-zu-Mund-Propaganda und ein voller Terminkalender gebe ihnen recht.
Tag der offenen Tür im Hypnosecenter Effretikon an der Poststrasse 2 am Mittwoch, 4. Januar, um 19 Uhr. Weitere Informationen unter www.hypnosecenter.net