4Wände

Die Entstehung eines Weinkellers und seine Besonderheiten

Daniel Vogel hat sich Kunst des Weinkellerbaus zum Beruf gemacht und klärt rund um das Thema auf.

Die Entstehung eines Weinkellers und seine Besonderheiten

Verlagsbeilage «4-Wände»

Die Nachfrage nach Weinkellern ist unter Weinliebhabern gross. Daniel Vogel aus Neschwil baut und designt sie seit 2017. Wie ein solcher Raum entsteht, und warum er nicht zwingend im Keller sein muss.

Gäste zum Essen einzuladen und ihnen bei der Auswahl des passenden Weins stolz den eigenen Weinkeller zu präsentieren, ist für manche Leute schon lange ein grosser Traum. Weinkellerbauer Daniel Vogel kann ihn wahr werden lassen.

Der gelernte Kellermeister hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Ende 2017 machte er sich selbständig und baute im Januar 2018 seinen ersten Weinkeller als eigenständiger Unternehmer.

«Meist baue ich Weinkeller mit einer Grösse von etwa zwölf Quadratmetern in Einfamilienhäusern. Sie können jedoch auch grösser oder kleiner sein», sagt er. Beim Bau der Keller folgt er immer seinem Grundsatz: «Der Kunde wünscht etwas, und ich versuche es umzusetzen.»

In welchem Stockwerk ein Weinkeller gebaut wird, ist ganz unterschiedlich. Bei der Wahl spielen nämlich vorwiegend die klimatischen Bedingungen eine entscheidende Rolle. Im Kellergeschoss herrschen in der Regel konstante und niedrige Temperaturen. Wenn es jedoch nicht der Keller sein solle, müsste, je nach vorhandener Temperatur des gewünschten Raums, zusätzlich eine Klimaanlage eingebaut werden, erklärt Vogel.

Kühlen mit Klimaanlagen oder Kühlschränken

Der Einbau einer Klimaanlage ist laut Vogel teilweise auch im Keller ratsam. «Die idealen Temperaturen für einen Weinkeller liegen bei 16 bis 17 Grad Celsius. Es kann vorkommen, dass der gewünschte Kellerraum diese nicht konstant hat», so Vogel.

Auf dem Bild ist ein Weinkeller der Vogel Weinkellerbau GmbH zu sehen.
Wenn in einem Weinkeller keine konstante Temperatur herrscht, kann eine Klimaanlage helfen.

Wenn der geplante Weinkeller eine Klimaanlage benötigt, ist diese ein wichtiger Faktor bei dessen Planung und Gestaltung. Vogel: «Damit sie richtig funktioniert, müssen die Leitungen entsprechend verlegt sein. Ausserdem muss man eventuell mit den Nachbarn sprechen, da das Aussengerät der Klimaanlage möglicherweise laute Geräusche macht.» Möchte der Kunde keine Klimaanlage in seinem Weinkeller, hat Vogel eine Alternative: «Es gibt die Möglichkeit, Kühlschränke, in denen man die Weine lagern kann, in den Raum einzubauen.»

Ablauf eines Weinkellerbaus

Allein schon wegen des allfälligen Einbaus einer Klimaanlage kann Vogel einen Weinkeller nicht allein errichten. Sein Credo ist zwar, dass er möglichst viele der anstehenden Arbeiten allein macht, wie zum Beispiel das Verlegen der elektrischen Leerrohre. Spätestens beim Einbau einer Klimaanlage braucht er dann aber Hilfe von entsprechenden Experten. Dafür hat er ein Netzwerk von Handwerkern, mit denen er zusammenarbeitet. «Wir helfen uns untereinander aus», sagt er.

Der Ablauf eines Weinkellerbaus ist immer gleich. «Zuerst unterhalte ich mich mit dem Kunden über seine Vorstellungen und Wünsche. Danach hole ich die Offerten der anderen benötigten Handwerker wie des Sanitärs, des Elektrikers und des Klimatechnikers ein.»

Wenn er die Offerten hat, erstellt er einen ersten Entwurf für den Kunden, in den er auch schon Preisangaben miteinbezieht. «Wenn der Kunde danach Anpassungen wünscht, versuche ich sie umzusetzen. Ist der Kunde mit dem Entwurf und dem Preis zufrieden, geht es ans Bauen.»

Bei Baustart spricht er sich dann mit den involvierten Handwerken ab, wer was wann macht. «In den meisten Fällen habe ich für meine Weinkellerbauten immer die gleichen Kollegen. Wir kennen uns schon lange und können uns aufeinander verlassen.» Die reine Bauzeit hängt von der Grösse des Raums ab. Für kleine Räume braucht Vogel etwa zwei bis drei Wochen, für grosse zwei bis drei Monate.

Weinkeller müssen nicht im Keller sein

Für den Bau eines Weinkellers verwendet Vogel bestimmte Steine, die eine wichtige Eigenschaft mitbringen. «Die Holländersteine aus Belgien sind Fassadensteine und verhalten sich wie ein Kühlschank. Ist der Raum einmal konstant gekühlt, bleibt er es dank ihnen auch.»

Auf dem Bild ist ein Weinkeller der Vogel Weinkellerbau GmbH zu sehen.
Holländersteine eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaften ideal für den Weinkellerbau.

Für die Regale verwendet Vogel in den meisten Fällen Holz, die Böden bleiben oft unbehandelt.

Das Design seiner Weinkeller bleibt häufig unverändert, hauptsächlich aufgrund der verwendeten Steine. Dennoch steht an erster Stelle immer die Erfüllung der Kundenwünsche. Diese können sich auf spezifische Materialien für Schränke und Türen beziehen oder auch auf die Auswahl eines anderen Raums für den Weinkeller. Es gibt Kunden, die ihren Weinkeller beispielsweise im Wohnraum integrieren möchten.

Auf dem Bild ist ein Weinkeller der Vogel Weinkellerbau GmbH zu sehen.
Ein typisches Weinkellerdesign von Daniel Vogel.

«Manch einer möchte seinen Gästen die Weinschätze lieber in einer ästhetischeren Umgebung präsentieren», so Vogel. Dafür ist das Wohnzimmer besser geeignet. Beim Bau des Weinkellers im Wohnzimmer werden die verwendeten Materialien wie Bodenbeläge oder Holzarten den bereits vorhandenen angepasst, sodass der Raum gut ins Gesamtbild passt.

Auf dem Bild ist ein Weinkeller der Vogel Weinkellerbau GmbH zu sehen.
So könnte ein «Weinkeller» im Wohnzimmer aussehen.

Wenn man Daniel Vogel fragt, was das Schönste an seinem Beruf sei, antwortet er: «Das Planen und Gestalten der Weinkeller. Vor allem, wenn ich dem Kunden einen Vorschlag mache und er ihm auf Anhieb gefällt.» Für ihn bedeutet das nämlich, den Raum nach seinen Vorstellungen gestalten und bauen zu dürfen.

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