Dank Casino-Gewinn: Travel-Freak startet in Zürich durch
In den nächsten Tagen wird unterhalb der bestehenden Büros an der Kirchgasse 22 in Zürich ein brandneues Ladenlokal eröffnet. Der tätowierte Geschäftsführer Simon Schnellmann will nicht nur optisch so gar nicht ins gängige Bild eines Unternehmers passen. Er hat einen Teil seines Startkapitals für die Firma im Casino erspielt und teilt sich das Büro mit einem Jugendfreund aus Illnau und auch mit seiner Frau und zwei Ex-Freundinnen.
«Unsere Erfahrung zeigt, dass mit etwas Goodwill auch weniger typische Mitarbeiterkonstellationen von Erfolg gekrönt sein können. Meine Frau ist mittlerweile die beste Freundin von meiner Ex-Freundin», lässt sich Schnellmann in einer Medienmitteilung zitieren.
Gegen den Strom zum Erfolg
Nachdem Simon Schnellmann bei verschiedenen grossen Reiseunternehmen seine Sporen abverdient hatte, beschloss der begeisterte Asien-Fan im Jahr 2008 mit travelasia.ch seine erste eigene Reise-Website zu lancieren. Doch die Reisebranche steckte in der Krise und keiner wollte an sein Konzept glauben.
«Es war praktisch unmöglich, Investoren für mein Projekt zu finden, da gerade viele Reisebüros Leute entliessen oder gar schliessen mussten. Schliesslich habe ich ein Vorerbe bezogen und mit viel Glück einen weiteren Teil des dringend benötigten Startkapitals für meine Firma im Casino erspielt.» Danach liess sich Schnellmann sofort schweizweit in allen Casinos sperren, denn er wusste um seine Spielernatur.
Schon wenige Monate später zeichnete sich ab, dass seine Idee, Internetseiten mit einer persönlichen Reiseberatung zu kombinieren, den Nerv der Zeit traf. Es konnten so viele Reisedossiers realisiert werden, dass schon bald Investoren gefunden werden konnten, welche das Fortbestehen des Reisebüros sicherten.
Weiter zu Besuch in Illnau
Heute arbeiten gemäss Mitteilung mehr als 20 Mitarbeitende beim Zürcher Reisebüro.
Trotz seinem Standbein in Zürich ist Simon Schnellmann Illnau treu geblieben. Er geniesse regelmässig die schöne Aussicht am Rande des Dorfes bei einem feinen Znacht zu Besuch bei seinem Vater. (dvw)