Ein besseres Leben für Fische in Aquarien
Am 22. August, dem Tag der Fische, rufen Tierschützer und Fischervereine zum Schutz und Erhalt aller Fischarten und deren Lebensraum auf. Auch der Aquarienverein Winterthur verfolgt diese Ziele, wie Alfred Waser erzählt. Der Winterthurer ist seit über 45 Jahren im Verein aktiv und amtete mehrere Jahrzehnte als Vorstandsmitglied und zeitweise als Präsident. «Wir setzen uns dafür ein, dass Aquariumbesitzer ihre Fische optimal und tiergerecht halten», so der 66-Jährige. Leider sei dazu immer noch viel Aufklärungsarbeit nötig.
Konkret spricht Alfred Waser beispielsweise von Fischhaltern, die ihr Aquarium mit allerlei Ramsch füllen, ohne Rücksicht auf die lebendigen Mitbewohner zu nehmen. «Dabei gilt die Regel: Pro Zentimeter Länge eines Fisches benötigt er einen Liter Wasser Platz.» Man müsse natürlich auch beachten, dass die Tiere wachsen und mit der Zeit mehr Platz benötigen.
« Ein weiterer, häufig gemachter Fehler ist, dass die Tierhalter willkürlich Fische in ein Aquarium stecken, weil ihnen die Farbe oder Form gefällt», erzählt Waser kopfschüttelnd. Aber nicht jede Art sei untereinander kompatibel. «So könnte einer der Fische rasant wachsen und seine kleinere Mitbewohner fressen oder unterdrücken.»
Ein dritter Kritikpunkt ist die Überfütterung der Tiere. «Dies kann durch Verfettung im schlimmsten Fall mit dem Tod der Fische enden.»
Es fehlt an Nachwuchs
Gegründet wurde der Aquarienverein 1919 unter dem Namen Zierfisch-Verein Winterthur. «Zum Informationenaustausch», weiss Alfred Waser. So waren damals exotischere Fischarten in der Schweiz äusserst selten anzutreffen. «Viele dieser Tiere verendeten, als sie mit dem Schiff aus tropischen Kontinenten nach Europa transportiert wurden. Heute funktioniert der Import mit dem Flugzeug einfacher.» Kam ein Winterthurer damals aber in den Besitz einer selteneren Gattung, «war es umso wichtiger, dass Züchter auf lokaler Ebene Erfahrungen austauschen konnten, um den Fortbestand dieser Fischarten zu fördern.»
In den vergangenen 96 Jahren erlebte der heutige Aquarienverein Winterthur mehrere Namenswechsel. Streitereien unter den Mitgliedern führten dazu, «dass es zeitweise drei Vereine gab, die alle dem gleichen Hobby nachgingen». Heute existiert nur noch ein Verein. «Den grössten Boom erlebten wir in den Achtzigern, als wir über 150 Mitglieder hatten», erinnert sich Alfred Waser gerne zurück. Und blickt gleichzeitig besorgt in die Zukunft: «Seither ist die Anzahl Mitglieder stets zurückgegangen, heute zählen wir nur noch um die 80 Mitglieder. Es fehlt an Nachwuchs.» Ein Trend, der auch in anderen Aquarienvereinen zu beobachten sei.
Eine beruhigende Wirkung
Was aber fasziniert Alfred Waser dermassen an Aquarien? «Sie strahlen eine angenehme Ruhe aus», sagt er zufrieden. «Ich starre mehr in mein Aquarium als in den FernseherZudem sei es ein Hobby, das ihn zum Reisen verleitet. «Ich toure mit meiner Frau gerne durch Asien zu Biotopen, wo ich vieles über die Lebenansprüche und Wasserverhältnisse gewisser Fische lernen kann.» So sei er heute einer von drei Schweizern, denen die Nachzucht bei der Art Roter Neon gelingt. «Man kann nicht einfach Männchen und Weibchen zusammenführen. Wichtig sind insbesondere die korrekten Wasserwerte wie die Temperatur, Wasserhärte und der PH-Wert, damit diese Fische überhaupt laichen», so der 66-Jährige.
Monatlicher Austausch
Um Fischbesitzer kennenzulernen und sich fachmännisch auszutauschen, organisiert der hiesige Aquarienverein monatlich eine Fisch- und Wasserpflanzenbörse im Quartierzentrum Gutschick. Zudem werden Vorträge für die Mitglieder wie auch für die Öffentlichkeit organisiert. Darüber wird regelmässig auf ihrer Homepage informiert.