Mit App eigene Games basteln
«Games sind ein Weg der Kommunikation. Wir geben einer Game-Idee einen Platz und der Kreativität eine Stimme. Struckd ist eine Spielwiese für Experimente, Anregungen und spielerische Statements.»
So drücken Silvan Bauser (28) und Flurin Jenal (27) ihre Philosophie aus. Die beiden ZHdK-Absolventen mit einem Abschluss in Game Design haben die Smartphone-App Struckd entwickelt, mit der man auf einfache Art eigene Spiele entwickeln kann. Am 4. Juli ist es auf den Markt gekommen. Mit der App lassen sich eigene Levels und Welten schaffen und auch das Spielprinzip bestimmen. Jump-N-Run-Spiele wie Super Mario oder Shooter à la Halo können gebastelt werden.
Der Name passt zur Gamer-Szene
Deshalb auch der Name Struckd. «Er steht einerseits für ‹to construct› (deutsch: bauen), andererseits auch für ‹to be struck› (im übertragenen Sinn: überwältigt sein). ‹Struckd› ist eine falsche Adjektivisierung und passt so auch in die Gamer-Szene», erklärt Silvan Bauser, der in Ellikon am Rhein aufwuchs und in Winterthur zur Schule ging. «
Wie bei Lego erhält man ein Paket mit verschiedenen Elementen und einer Bauanleitung. Die Bauteile lassen sich dann frei kombinieren», führt er weiter aus. Mit der App kann ohne technische Hürden der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Spiele bauen, ohne programmieren zu können.
Game-Enthusiasten als Zielgruppe
Die App richtet sich an eine spezielle Zielgruppe: ganz normale Game-Enthusiasten, die spielen, erschaffen und teilen wollen. Der letzte Punkt ist schliesslich ausschlaggebend für den Erfolg von Struckd. Es braucht eine Community, damit der angestrebte Zyklus entsteht: Games werden kreiert, von anderen gespielt und weiterentwickelt. Es gibt keine klare Trennung zwischen Spielen und Bauen.
Drei Wochen seit der Lancierung der App für iPhones und Android-Geräte ist die Struckd-Gemeinde noch überschaubar: Etwa 2000 Mal wurde die App heruntergeladen, rund 100 Spiele wurden bis anhin erstellt und angeboten.
Die Gemeinde soll weiter wachsen
Damit die Community weiter anwächst, setzen Silvan Bauser und Flurin Jenal Anreize. So betont der Winterthurer App-Designer: «Die Game-Entwickler erhalten immer Credit. Das heisst, bei ihrem Spiel werden sie als Urheber genannt.
Dazu küren wir jede Woche den originellsten Game-Bauer. Er erhält einen Preis wie etwa ein exklusives Game-Element.» Ihrem Ziel kommen Flurin Jenal und Silvan Bauser jedenfalls immer näher: Game-Liebhabern einen möglichst grossen Spielplatz anbieten.