Wetziker Jugendarbeit: «Jugendjoker» statt Mojuga
Die Wetziker Jugendarbeit ist im Umbruch. Bis im vergangenen Dezember war die Organisation Mojuga sowohl für das Führen des Gemeindehauses als auch für die mobile Jugendarbeit verantwortlich. Um den Jahreswechsel wurde dann zunächst bekannt, dass die Stadt der Mojuga die Leistungsvereinbarung zur Führung des Jugendhauses entzieht.
Danach zog die Mojuga ihrerseits die Konsequenzen und zog sich auch aus der aufsuchenden Jugendarbeit – der Arbeit «auf der Gasse» – zurück. Die Kündigung erfolgte auf Ende Juli 2016 (wir berichteten).
455‘000 Franken schwer
Nun hat der Stadtrat entschieden, wer die Nachfolge der Mojuga antritt. Die Wahl fällt auf den «Jugendjoker», ein Angebot der Stiftung Soziokultur Schweiz. Es ist keine überraschende Wahl, auch wenn der Stadtrat von «intensiven Abklärungen und Verhandlungen» spricht. Der Stadtrat hatte bereits die Führung des Jugendhauses an diese Organisation übertragen. Der Auftrag ist insgesamt jährlich 455‘000 Franken schwer.
Seltsamer Beiklang
Gerade mit dem Jugendhaus-Engagement begründet der Stadtrat seinen Entscheid. «Die Stiftung Soziokultur Schweiz betreibt bereits erfolgreich das Jugendhaus Wetzikon. Es liegt auf der Hand, dass auch die aufsuchende Jugendarbeit an die gleiche Institution vergeben wird.» In den Ohren der Mojuga-Verantwortlichen dürften diese Worte einen seltsamen Beiklang haben.
Sie hatten sich jahrelang für die Variante «aus einer Hand» eingesetzt und ihr Ziel 2014 auch erreicht – ehe der Stadtrat letzten Dezember mit dem Entzug des Jugendhaus-Auftrags wieder von diesem Grundsatz abrückte.
Mehr Besucher
Der Stadtrat hatte damals mit der mangelnden Leistung der Mojuga und der tiefen Auslastung des Jugendhauses im alten Bibliotheksgebäude an der Bahnhofstrasse argumentiert. Dies habe sich unter dem «Jugendjoker» klar gebessert, sagt Jugendvorstand Franz Behrens (SP). Genaue Zahlen lägen ihm noch nicht vor. «Aber es gehen dort bereits mehr Jugendliche ein und aus als zuvor.»
Springerinstitution
Kritiker wie der altgediente Wetziker Jugendarbeiter Serge Werlen hatten in der Vergangenheit Zweifel geäussert, ob der «Jugendjoker» geeignet sei, die Jugendarbeit einer Gemeinde zu führen. Die Organisation sei lediglich darauf spezialisiert, Personalengpässe auf Zeit zu überbrücken.
Auch der Stadtrat schreibt, es handle sich um eine Springerinstitution, die keine festen Mandate anbiete. Ein Problem sei dies nicht, versichert Behrens. «Der ‹Jugendjoker› hat auch schon Überbrückungen für ein Jahr gemacht.» Das Wetziker Mandat läuft bis 2018.