Politik

AED-Schulung: «Wir wollen zeigen, wie einfach es ist, Leben zu retten»

Die Firma JDMT Medical Services zeigt in Pfäffikon, wie Laien automatische externe Defibrillatoren (AED) einsetzen können. Fabian Brütsch, Mitglied im Einsatzmanagement, sagt, warum es die Herzmassage dennoch braucht.

Die Firma JDMT Medical Services zeigt in Pfäffikon, wie Laien automatische externe Defibrillatoren (AED) einsetzen können. (Bild: zvg), «Wir wollen zeigen, wie einfach es ist, Leben zu retten», sagt Fabian Brütsch, Mitglied im Einsatzmanagement. (Bild: zvg)

AED-Schulung: «Wir wollen zeigen, wie einfach es ist, Leben zu retten»

Weshalb soll ich mich darüber informieren, wie ein AED funktioniert?
Fabian Brütsch: Wenn jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, ist es kaum möglich, ihn nur mit einer Herzmassage wiederzubeleben. Der Einsatz eines sogenannten automatischen externen Defibrillators (AED) kann die Überlebenschancen massiv erhöhen. Wir wollen zeigen, wie einfach es sein kann, Leben zu retten. Vor allem jetzt, wo die Gemeinde möglichst viele AEDs öffentlich zugänglich machen will.

Soll man zuerst die Nummer 144 anrufen oder den AED anschliessen?
Unbedingt zuerst die 144 anrufen. So stellt man sicher, dass weitere Hilfe eintrifft. Eine Alarmierung dauert nicht lange, und diese Zeit muss man sich nehmen, bevor man sich um den Patienten kümmert.

Wie lange dauert eine AED-­Instruktion?
Rund zehn Minuten. An der Pfäffiker Mäss vom letzten ­November haben wir über 1000 Personen instruiert.

JDMT Medical Services bietet Schulungen in Firmen und Fachpersonal an. Mit welchen Fragen werden Sie immer wieder konfrontiert?
Ob man etwas falsch machen kann. Die Antwort ist Nein. Eine elektronische Stimme im Gerät gibt genaue Instruktionen, was man tun muss. Tatsächlich sind die Leute im Nachhinein überrascht, dass ein AED viel einfacher funktioniert als erwartet.

Ein AED versetzt dem Patienten einen Stromschlag. Im falschen Moment kann das doch gefährlich sein.
Ja, aber der Defibrillator führt vor jedem Stromstoss selbständig eine Analyse des Herzrhythmus durch. Wenn kein Schock empfohlen wird, kann man auch keinen auslösen. Dann muss man mit der Herzmassage beginnen. Nur nichts machen ist falsch.

Die Herzmassage ersetzt den Defibrillator also nicht?
Nein. Sie ist vor allem nötig, um die Zeit zu überbrücken, bis ein Helfer den AED geholt hat.

In Pfäffikon gibt es rund 25 AEDs, momentan ist aber nur derjenige bei der Garage Kläui öffentlich zugänglich, weitere sind im Berg-Quartier und am Ortsmuseum geplant. Was kann man als Privatperson tun, um AEDs im öffentlichen Raum zu fördern?
Es gibt bereits einzelne Privatpersonen und Institutionen, die sich dafür einsetzen, AEDs ­öffentlich zugänglich zu machen. In der Regel bedeutet das, dass man die erforderlichen Komponenten wie den AED, den dazugehörigen Koffer und den Schrank selber oder teilweise selber erwerben muss.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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