In eigener Sache

Tag des Lokaljournalismus

23 Statements für unabhängigen Journalismus aus der Region

Im Alltag treffen unsere Journalistinnen und Journalisten auf die Menschen, die die Region ausmachen. 23 Persönlichkeiten sagen, warum Sie eine unabhängige lokale Presse schätzen – auch wenn sie nicht nur positiv berichtet.

Lokaljournalismus stellt oft kritische Fragen – zum Beispiel dem GZO-Verwaltungsratspräsidenten Andreas Mika (links) und dem GZO-Direktor Hansjörg Herren.

Foto: Jan Gubser

23 Statements für unabhängigen Journalismus aus der Region

Im Alltag treffen unsere Journalistinnen und Journalisten auf die Menschen, die die Region ausmachen. 23 Persönlichkeiten sagen, warum Sie eine unabhängige lokale Presse schätzen – auch wenn sie nicht nur positiv berichtet.

Am Tag des Lokaljournalismus stellen wir unsere tägliche Arbeit am Puls des regionalen Geschehens ins Scheinwerferlicht. In unserem Berufsalltag sammeln wir Informationen, erklären, erzählen, gewichten – und ordnen sie ein.

Wir sind im Zürcher Oberland präsent und kommen mit den Menschen in Kontakt, die die Region ausmachen: Amtsträgerinnen und -träger, Kulturschaffende, Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Sport.

Einige von ihnen haben wir gefragt, warum sie unsere Arbeit wichtig finden – auch wenn wir kritische Fragen stellen und nicht immer nur positiv berichten. Hier lesen Sie ihre Antworten.

Politik

Barbara Thalmann (SP), Stadtpräsidentin in Uster

Neujahrsempfang auf dem Zeughausareal 2023
Barbara Thalmann, hier am Neujahrsempfang 2023, ist seit 2018 Ustermer Stadtpräsidentin.

«Was vor Ort passiert, betrifft die Menschen direkt. Lokaljournalismus hört hin, greift diese Themen auf, stellt Fragen und ordnet ein – auch kritisch. Schon im Umfeld des Ustertags stärkte eine freie Presse das politische Bewusstsein. Informiert zu sein über das eigene Umfeld, ist zentral für eine lebendige Demokratie.»

Simon Mösch (Die Mitte), Gemeindepräsident in Wila: «Lokaler Journalismus ermöglicht Debatten, macht Bedürfnisse sichtbar und gibt der Bevölkerung eine Stimme. Für uns Lokalpolitiker ist dieses Zuhören zentral: Nur wenn Meinungen gehört werden, bleibt Kommunalpolitik demokratisch legitimiert. Starker lokaler Diskurs stärkt unsere Demokratie.»

Daniel Schnyder (SVP), Gemeinderat in Uster: «Unabhängiger Lokaljournalismus ist wichtig, weil er hinschaut, nachfragt und einordnet. Gerade bei zuletzt tiefer Stimmbeteiligung zeigt sich: Ohne lokale Berichterstattung wäre das Interesse wohl noch geringer. In unserer direkten Demokratie braucht es kritische, aber faire Stimmen nahe bei der Bevölkerung.»

Saamel Lohrer (SP), Parlamentarier in Wetzikon: «In Zeiten erstarkender Demokratiefeindlichkeit ist eine gut informierte Öffentlichkeit unabdingbar. Lokaljournalismus, der kritisch und unabhängig über Ereignisse in der unmittelbaren Nähe der Leute berichtet, ist dafür ein wichtiger Grundpfeiler.»

Tina Deplazes (Die Mitte), Kantonsrätin aus Hinwil

KR Tina Deplazes aus Hinwil
Tina Deplazes ist in Wernetshausen aufgewachsen und Präsidentin der Mitte-Kantonalpartei.

«Meines Erachtens ist unabhängiger lokaler Journalismus kein ‹nice to have›, sondern ein zentrales Element einer funktionierenden Demokratie. Er schafft Transparenz und sorgt für Rechenschaft. Nicht zuletzt schützt unabhängiger Journalismus vor Polarisierung.»

Peter Wettstein, Stadtschreiber in Illnau-Effretikon: «Unabhängiger lokaler Journalismus ist zentral für unsere Demokratie: Er informiert, erklärt Zusammenhänge, stellt unbequeme Fragen und benennt Schwierigkeiten unvoreingenommen. Der kritische Blick von aussen hilft uns, besser zu werden und das Vertrauen der Bevölkerung zu bewahren.»

Roberto Fröhlich, Gemeindeschreiber in Bauma: «Lokaler Journalismus und unabhängige Medien wie der ZO sind als ‹vierte Gewalt› essenziell. Sie schaffen Transparenz, setzen Themen, tragen durch ihre Kontroll- und Informationsfunktionen zur Meinungsbildung bei. Zudem sind sie identitätsstiftend und erleichtern die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger am Geschehen unserer Gemeinde.»

Meret Schneider (Grüne), Nationalrätin

Meret Schneider, Nationalraetin GP-ZH, portraitiert am 10. Dezember 2019 in Bern.
Nachdem Meret Schneider 2023 abgewählt worden war, rückte sie im September 2024 für Bastien Girod nach.

«Unabhängiger Journalismus ist zwingende Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie, da er uns Politiker:innen auf die Finger schaut, Missstände aufdeckt und durch ausgewogene, faktenbasierte Informationen die Menschen überhaupt erst zu fundierten Entscheidungen befähigt.»


Gesundheit

Hansjörg Herren, Direktor GZO Spital Wetzikon

Der Spitaldirektor und der Verwaltungsratspräsident des GZO Spital Wetzikon geben in einem Interview Auskunft über die aktuellen Herausforderungen rund um die Spitalkrise.
Spitaldirektor Hansjörg Herren im Gespräch mit Erik Hasselberg, dem stellvertretenden Chefredaktor des ZO.

«In einer Krise wie am GZO Spital Wetzikon macht Nähe einen Unterschied. Meine Erfahrung aus zwei Jahren Krisenkommunikation ist: Lokale Berichterstattung schaut eher genauer hin, fragt konkreter nach und ordnet die Situation weniger vorschnell in bekannte nationale Narrative ein.»

Martin Werthmüller, Direktor Spital Uster: «Die Verbundenheit mit unserer Region ist ein entscheidender Faktor bei unserer Arbeit im Spital Uster. Gleiches gilt für den Journalismus vor Ort, der die Gegebenheiten aus eigener Erfahrung bestens kennt und für uns daher ein wichtiger Ansprechpartner ist. Darum schätzen wir diesen regelmässigen und vertrauensvollen Austausch.»

Res Kielholz, Hausarzt in Uster: «Lokale Medien motivieren uns für die Beteiligung an der Lokalpolitik und wirken so der Polarisierung und Radikalisierung entgegen. Die sachliche und informative Berichterstattung kann trotzdem spannend wie ein Krimi sein, wie das Beispiel Spital Wetzikon zeigt.»


Sport

Daniel Spörri, Präsident Schwingklub Zürcher Oberland

Bachtelschwinget, Daniel Spörri
SKZO-Präsident Daniel Spörri am Bachtelschwinget 2023.

«Unser Schwingklub ist nur ein kleiner von vielen Sportvereinen und verglichen mit anderen Sportarten unbedeutend. Trotzdem bietet uns die lokale Zeitung eine Plattform, die Resultate unserer Schwinger an die Leser zu bringen. Und dies, ohne dass ein minimaler Erfolg vorausgesetzt wird. Auch an vertieften Berichten ist der ZO stets interessiert.»

Fabrizio Tuena, Präsident Unihockeyclub Uster: «Als Ustermer Verein leben wir von der Nähe zu den Menschen. Lokaler Journalismus schafft genau diese Brücke: Er ist das Herzschlag-Echo unserer Stadt, das unsere Erfolge und Emotionen direkt in die Wohnzimmer der Region trägt. Diese lokale Identität ist für unseren Klub unersetzlich.»

Robert Wakiyama, Präsident Judo Club Uster: «Lokale Berichterstattung hat für uns eine besondere Bedeutung. Unsere Mitglieder sind stolz, wenn über den Judo Club Uster berichtet wird. Vielleicht sogar noch intensiver, als wenn jede Woche selbstverständlich etwas in der Zeitung stehen würde. Jeder Artikel wird geteilt und diskutiert.»


Wirtschaft

Barbara Tudor, Herausgeberin «Zürioberland24»

Porträt einer Frau mit roten Locken.
Verlegerin Barbara Tudor produziert mittlerweile vier lokale Gratiszeitungen und betreibt drei Online-Newsportale. (Archiv)

«Unabhängige Lokalmedien sind entscheidend, um unvoreingenommen zu berichten und Themen zuweilen kritisch zu hinterfragen. Sie leisten zudem einen enormen Beitrag für die Gesellschaft, weil sie Gewerbe, Vereinen und Behörden eine Plattform bieten, wie es sonst niemand tut. Umso wichtiger ist es, den Lokalmedien Sorge zu tragen.»

André Wegmann, CEO Bank Avera: «Regional- und Lokaljournalismus ordnet Ereignisse ein, die das Leben vor Ort betreffen. Für die Bank Avera ist dieses verlässliche Umfeld zentral: Eine seriöse Berichterstattung sowie kritische Fragen klären Themen, schaffen Verständnis und stärken das Vertrauen in unsere Bank.»

Joe Schmid, Direktor Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO): «Als VZO sind wir täglich für die Menschen im Oberland unterwegs. Die VZO und der ‹Zürcher Oberländer› gehören zur Region. Trotz Globalisierung bleibt das, was vor der Haustür geschieht, unser Zuhause. Ich erlebe, wie unabhängiger Lokaljournalismus uns den Spiegel vorhält, Erwartungen unserer Fahrgäste sichtbar macht und hilft, unsere hohe Qualität zu halten und das Vertrauen zu stärken.»

Lars van der Haegen, CEO Belimo: «In Zeiten wachsender Desinformation ist unabhängiger Lokaljournalismus unverzichtbar. Professionell recherchierte Informationen aus unserem direkten Umfeld schaffen Vertrauen, ermöglichen bessere Entscheidungen und sichern Demokratie und Zusammenhalt.»

Roger Baumann, CEO R&M: «Unabhängiger Lokaljournalismus schafft Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger der Region. Er ist ein tragender Pfeiler der Demokratie, indem er unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht. Damit leistet Lokaljournalismus einen wichtigen Beitrag zur Standortförderung und bietet Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeitgebern wertvolle Orientierung.»

Dorothee Auwärter, VR-Präsidentin Kuhn Rikon

Eine Frau mit Brille, hellem Shirt und dunkel gemustertem Blazer. Sie steht in einer Fabrikhalle.
Dorothee Auwärter ist Verwaltungsratspräsidentin der Pfannenfabrik Kuhn Rikon.

«Im Tösstal verwurzelt, ist uns der regionale Dialog wichtig. Unabhängiger lokaler Journalismus stärkt die demokratische Basis unseres Landes, schafft Transparenz und Vertrauen – gerade auch durch kritische Fragen. Das ist nicht immer bequem, aber für verantwortungsvolles Handeln unverzichtbar.»


Kultur

Jacqueline Falk, Leiterin Kultur & Gesellschaft, Standortförderung Zürioberland

Jacqueline Falk ist ab April 2021 Leiterin des Geschäftsfeldes Kultur & Gesellschaft bei der Standortförderung Zürioberland in Bauma.
Jacqueline Falk ist seit April 2021 Leiterin des Geschäftsfeldes Kultur & Gesellschaft bei der Standortförderung Zürioberland in Bauma.

«Unabhängige Kulturjournalist:innen machen kulturelles Schaffen sichtbar, ordnen das Kulturangebot ein und laden die Öffentlichkeit zum Dialog ein. Kritischer Journalismus sichert Transparenz, garantiert Qualität und schafft Vertrauen. Für eine lebendige Kulturlandschaft sind auch unbequeme Berichte wichtig. Sie bieten lernbereiten Kulturschaffenden und Förderstellen eine Grundlage für einen offenen Austausch mit dem Publikum.»

Sarah Brusis, künstlerische Leitung, Central Uster: «Für regionale Kulturbetriebe ist es enorm wichtig, ein breites Publikum anzusprechen und sich lokal zu verankern. Der lokale Journalismus ist dabei zentral, weil er über die Kultur-Bubble hinaus weitere Gesellschaftsgruppen erreicht und sie über das kulturelle Angebot in ihrer Region informiert.»

Peter Oberholzer, Geschäftsführer Tibet-Institut: «Als Kloster mit Reichweite über die Region hinaus sind wir sehr dankbar für die Berichterstattung von lokalen Medien. Redaktionelle Berichte in Wort und Bild über unsere Aktivitäten sind ein wichtiger Beitrag für die Wahrnehmung des Tibet Instituts Rikon in der breiteren Öffentlichkeit.»

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