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Gesellschaft

15 Architekturbüros brüten über neuer Bezirksanlage in Uster

Alles an einem Ort: Der Kanton nimmt in Uster den Zusammenzug der kantonalen Behörden und Dienste beim Bezirksgebäude in Angriff.

Nur der denkmalgeschützte Altbau des Bezirksgebäudes wird bestehen bleiben. Rundum entstehen Neubauten, in die alle in Uster verstreuten kantonalen Dienste konzentriert werden.

Foto: Christian Brändli

15 Architekturbüros brüten über neuer Bezirksanlage in Uster

Grosse Ausbaupläne

In zwei Etappen will der Kanton Gericht, Polizei, Staatsanwaltschaft und weitere Dienste zentrieren. Die neue Anlage in Uster soll 111 Millionen Franken kosten.

Im Sommer werden die neuen Wohntürme am Gerichtsplatz bezogen. Deren Bewohner werden aber nur knapp fünf Jahre ihre Ruhe in Usters Zentrum geniessen können. Denn 2031 soll zunächst ein direkt an den Wohnkomplex anschliessender Bürobau entstehen. Und bis Mitte 2034 wird am und rund ums Bezirksgerichtsgebäude gebaut.

Modellfoto mit den Baufeldern und dem Bauablauf für die Überbauung Gerichtsplatz beim Bezirksgericht Uster mit den drei Eigentümern Seewarte AG, Kanton Zürich und Stadt Uster.
Die Gebäude D1 bis 5 – mit Ausnahme des braunen Teils – sind nun vom privaten Investor Seewarte AG erstellt worden. Anfang der 2030er Jahre wird der Kanton das Gebäude D2 Nord (braun) bauen und danach das alte Bezirksgebäude (A) instand stellen sowie die Gebäude B und C realisieren. Noch offen ist der Bau des Gebäudes E durch die Stadt Uster.

Wie diese Neubauten aussehen werden, wird sich Mitte dieses Jahrs entscheiden. Denn dann kürt der Kanton den Sieger des Projektwettbewerbs für die «Instandsetzung und Erweiterung der Bezirksanlage Uster». Wie Claudio Jörg von der kantonalen Baudirektion auf Anfrage erklärt, haben sich jetzt 15 Architekturbüros an die Arbeit gemacht. Für den Wettbewerb interessiert haben sich 28 Teams, doch nicht alle wurden zugelassen.

Kanton zentriert am Gerichtsplatz

Was in die Neubauten hinein soll, ist dagegen klarer. Entstehen soll eine «besucherfreundliche Bezirksanlage», in der die heute über halb Uster verstreuten kantonalen Nutzungen an einem Ort zusammengefasst werden sollen. Konkret sollen neben dem schon heute dort angesiedelten Bezirksgericht neu

  • das Statthalteramt,
  • die Jugend- und die Staatsanwaltschaft,
  • der Posten der Kantonspolizei,
  • das Berufsinformationszentrum,
  • das Amt für Jugend und Berufsberatung,
  • sowie das Kinder- und Jugendhilfezentrum

an die Gerichts- und die Berchtoldstrasse respektive den künftigen Gerichtsplatz kommen.

Hinzu kommen gemeinsam genutzte Ecken, Betriebsräume und ein Café. Alles in allem wird im Raumprogramm 9300 Quadratmeter Nutzfläche gefordert. Für die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft wird es eine Rückkehr. Erst 2007 zogen die beiden Institutionen aus dem Bezirksgerichtsgebäude aufs ehemalige Zellweger-Areal nach Niederuster. Das unter Platznot leidende Gericht brauchte die Räume selbst. Damals wurden für 2,8 Millionen Franken unter anderem vier neue Gerichtssäle eingerichtet und der ganze Eingangsbereich neu gestaltet.

Neuere Anbauten werden abgerissen

Nur der kleinere Teil der künftigen Nutzfläche wird im alten Bezirksgerichtsgebäude und ehemaligen Gefängnis aus dem Jahre 1915 liegen. Dieser unter Denkmalschutz stehende Bau wird erhalten, ganz im Gegensatz zu den in den 1970er Jahren erstellten Anbauten. Der Osttrakt wird wie die Umfassung des ehemaligen Gefängnishofs abgerissen werden. An deren Stelle werden mehrere neue Gebäudeteile erstellt werden.

Die Neubauten der Bezirksanlage dürfen übrigens den geschützten Bau – zu diesem gehören auch das einstige Wärterhaus sowie die einstige Einfriedung und den kleinen Park – nicht tangieren. Allenfalls könne die historische Struktur der einstigen Gefängnismauer «partiell aufgehoben» werden.  

Kosten von 111 Millionen Franken

Auch wenn die Fläche der einzelnen künftigen Nutzer bis auf den Quadratmeter genau vorgegeben wird, wird für die neue Bezirksanlage «höchste räumliche Flexibilität» verlangt. Mit einer einfachen Anpassungsfähigkeit soll auf künftig sich verändernde Anforderungen «ökonomisch und nachhaltig» reagiert werden können, wie die Baudirektion in ihrer Ausschreibung festhält.  

Eine ganze Reihe von Wohnblöcken und Verwaltungsgebäuden und im Vordergrund ein Parkplatz.
Neben dem Bezirksgericht Uster (Gebäude in der Mitte) sind nun Wohntürme hochgezogen worden. Anfang der 2030er Jahre wird der Kanton die Anbauten des Bezirksgebäudes (vorne und rechts) abreissen und Neubauten erstellen.

Der ganze Komplex wird nicht ganz billig: Die Zielkosten belaufen sich auf satte 111 Millionen Franken. Die Abweichung darf plus/minus 25 Prozent betragen. Alle Erweiterungsbauten müssen nach dem Minergie-P- respektive A-Eco erstellt werden. Zudem sind geeignete Flächen für Photovoltaikanlagen vorzusehen.

Bisher im Zeitplan

Der Kanton ist in seinem selbst gesetzten Zeitplan geblieben. Schon vor eineinhalb Jahren hat er den Bezug der gesamten Bezirksanlage für 2034 definiert. Dabei ist es geblieben. Im dritten Quartal jenes Jahrs sollen alle Stellen in Betrieb genommen werden. Etwas nach hinten geschoben worden ist einzig der Baustart. Statt 2029, wie es zunächst hiess, soll mit den Arbeiten für den ersten Teil erst 2031 gestartet werden. Dafür soll es rassig gehen: Innert eines Jahrs wird dieser Teil hochgezogen.

Zuerst werden das Bezirksgericht sowie unterirdische Einstellhallen realisiert. Damit kann der Bau von Provisorien vermieden werden, wie die Planer betonen. Fürs Bezirksgericht heisst das, dass es künftig nicht mehr im alten Gebäude an der Gerichtsstrasse, sondern neu im Bürokomplex an der Berchtoldstrasse untergebracht sein wird.

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