Politik

Schule in Oberi vollgesprayt

Die Schule vollsprayen. Was sich einige Jugendliche heimlich wünschen, wurde für die Sek Wallrüti real. Dies im Rahmen einer Projektwoche.

David Zwicky zeigte den Jugendlichen einige seiner Graffiti-Skills während der Projektwoche.(Foto: Elena Willi), «Unsere Schüler und Schülerinnen» ist der längste Schriftzug, der während der Woche entstand.(Foto: Elena Willi), Auf dieser Wand konnten sich alle 190 Schüler der Sek Wallrüti verewigen.(Foto: Elena Willi), Auch für die Lehrer wurde ein Platz auf der Mauer freigehalten, um diese zu signieren. (Foto: Elena Willi), «Gestalten» ist eines der Worte, die nun das Schulgelände zieren. (Foto: Elena Willi), Auch das Wort «Sprachen» wurde in Graffiti-Kunst an die Wand gesprayt.(Foto: Elena Willi), Die Unterschrift des Künstlers «Mada22» ist bei jedem seiner Kunstwerke zu finden.(Foto: Elena Willi), An dieser Wand konnten die Schüler ausprobieren bevor es an die richtigen Schriftzüge ging. (Foto: Elena Willi)

Schule in Oberi vollgesprayt

Die Wände des Schulhauses Wallrüti wurden vollgesprayt! Waren etwa Vandalen am Werk? Ganz im Gegenteil. Es handelt sich um das Ergebnis einer Projektwoche der Sekundarschule. Während fünf Tagen konnten die Schülerinnen und Schüler aus einem breiten Programm auswählen und unter anderem die Wände des Schulhauses verschönern.

«Wallrüti repainted»

Bei einem der Kurse handelte es sich ums Graffiti sprayen. «Als wir uns dafür eingeschrieben haben, wussten wir noch nicht was uns erwartet», erinnert sich Laurin. Der 13-Jährige und seine beiden Klassenkolleginnen Lara und Emelie waren beim Sprayen dabei. 

«Wallrüti repainted», unter diesem Titel schrieb die Lehrerin Nives Thönen ihr Angebot aus. Der Kurs lief aber nicht unter ihrer Leitung, sondern unter der erfahrenen Aufsicht von David Zwicky. Der 26-Jährige, der den Künstlernamen Mada22 trägt, hat sich vor neun Monaten selbstständig gemacht. In Elgg hat er sein eigenes Atelier, wo er sich kreativ auslebt und auch Workshops anbietet. «Das war bis jetzt das grösste Projekt, was ich geleitet habe», sagt der Künstler. Mit 140 Schülern haben sie die Wände des Schulhauses besprüht. 

Eine neue Erfahrung

«Für mich war es ein komplett neues Erlebnis», berichtet Emelie. Vorher habe sie noch nie eine Spraydose in der Hand gehalten. «Ich war überrascht, dass wir dann tatsächlich auf die Wände sprayen durften», findet Lara. Es sei eine coole Erfahrung gewesen, auch wenn sie zuerst einige Hemmungen hatten. «Ich hatte immer Angst über den Rand zu malen», erinnert sich die 13-jährige Lara. Bevor es allerdings an die Wände ging, wurde auf Papier geübt und vorgezeichnet. «Das gefiel mir am besten», meint Laurin. 

An den Mauern konnten die Schüler mit Hilfe von David Zwicky bereits vorgezeichnete Schriftzüge ausfüllen. «Unsere Schüler und Schülerinnen» ist auf den Wänden  zu erkennen. Weitere Schlagworte wie «Gemeinsam», «Sprachen» oder «Gemeinschaft» schmücken das Schulgelände. 

«Man kann alles schaffen»

Beim Sprayen gibt es einige Dinge zu beachten. «Ein Graffiti kann mit unzähligen verschiedenen Techniken gestaltet werden», erklärt der Künstler. Bei «Wallrüti repainted» habe er sich aber auf wenige beschränken müssen. «Es hätte sonst einfach den Rahmen gesprengt», meint David Zwicky. Auch nach den fünf Tagen sind einige der Werke noch nicht komplett fertig. «Darum komme ich in nächster Zeit wieder vorbei, um auch diese noch zu beenden.»

Trotzdem sei die Woche für ihn ein Gesamthighlight gewesen. «Ich konnte miterleben, wie sich die Jugendlichen immer mehr getrauten ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.» Besonders zwei Dinge wollte der 26-Jährige den Schülern vermitteln. «Einerseits war es mir wichtig zu betonen, dass man nur mit Bewilligung und legal sprayen darf», erklärt er. «Andererseits war mir ein sehr persönlicher Aspekt sehr wichtig.» David Zwicky habe einige Schwierigkeiten in der Schule gehabt, es nicht immer sei alles rund gelaufen. «Dennoch möchte ich vermitteln, dass man alles schaffen kann und dass man sein Hobby zum Beruf machen kann.»

Gesamtwerk mit 190 Schülern 

Am Ende der Woche hatten nicht nur die Kursteilnehmer, «sondern alle Schülerinnen und Schüler eine Spraydose in der Hand», erzählt David Zwicky. Denn auf einer Wand durften sich alle Jugendlichen mit ihrem Namen verewigen. «Es sollte am Schluss ein Gesamtwerk des ganzen Schulhauses sein.» 

Somit sind nun die Namen aller 190 Schüler in wild übereinanderstehenden Lettern auf einer Mauer zu begutachten. Aber auch die Lehrer kommen nicht zu kurz, verrät Mada22: «Für sie haben wir extra noch einen Fleck freigehalten.» 

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