Haben im Rütner Zentrum drei Döner-Läden Platz?
Mustafa Aydin lächelt, denn er verkauft endlich wieder Kebab. In Rüti erwarb er Anfang November 2017 ein Lokal direkt neben dem Bahnhof. Kurze Zeit später war die Eröffnung geplant, doch Verzögerungen beim Umbau führten zu einer knapp viereinhalbmonatigen Verspätung. Vergangenen Freitag hat Aydin nun eröffnet. Die zwei weiteren Anbieter in der Nähe haben davon erfahren und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.
Die Konkurrenz ist diplomatisch
Beim etwas weiter entfernten Kebab-Laden «Kebab Akgül» will man sich dazu nicht äussern: Für eine Stellungnahme stand der Inhaber nicht zur Verfügung.
In der selben Strasse wie das «3Men’s-Kebab» befindet sich der Döner-Imbiss «Big Daddy». Das Geschäft steht schon seit zwölf Jahren an der Bahnhofstrasse. Seydi Akköprü, Geschäftsführer des «Big Daddy», hat vom «3Men’s-Kebab» ebenfalls bereits erfahren. «Wir wissen vom neuen Mitbewerber. Das stört uns soweit nicht so gross.»
«Ob ein Laden erfolgreich ist, zeigt sich erst mit der Zeit.»
Seydi Akköprü, Geschäftsführer des «Big Daddy»
Dennoch äussert er sich skeptisch. Mit der Eröffnung alleine sei es nicht getan. Akköprü habe die Erfahrung gemacht, dass schon einigen Konkurrenten früh der Atem ausging. «Ob ein Laden erfolgreich ist, zeigt sich erst mit der Zeit. Einige Anbieter haben das schon unterschätzt und mussten den Betrieb wieder einstellen.»
Um sich im Wettbewerb weiter behaupten zu können punktet das «Big Daddy» mit einer Gartenwirtschaft im Sommer. So könne er seine Kapazität erweitern. Seine Gäste schätzen dieses Angebot in der warmen Jahreszeit. Weiter betreibt er einen Lieferdienst. «Der Gast kann dann entscheiden, entweder bei uns oder zu Hause zu essen.»
Ein Blickfang ist die alte Uhr
Beim Betreten des «3Men’s-Kebab» sticht indes ein anderes Accessoire ins Auge: An einer Säule hängt eine alte Bahnhofsuhr. «Diese Uhr hing schon da, als ich das Lokal gekauft habe. Besucher haben mir berichtet, dass diese Uhr schon im alten Postlokal hing», sagt Aydin.
Das «3Men’s-Kebab» möchte sich abheben und das sieht man schon beim Getränkeangebot. Aydin verkauft keinen Alkohol. «Ich habe mich ein wenig in der Umgebung umgehört und da habe ich erfahren, dass es gelegentlich mal Probleme in Verbindung mit Alkohol gegeben hat.» Das Essen solle auch im Vordergrund stehen, nicht das Trinken. «Für Familien ist eine ruhigere Atmosphäre geeignet und das wollen wir bieten.»
Von Gerüchten über Probleme mit Alkohol weiss man im «Big Daddy» nichts. «Nach der Jahrtausendwende, also noch bevor wir in Rüti am Bahnhof waren, gab es ab und zu schon Probleme. Dies ist jedoch heute nicht mehr der Fall. Wenn ich etwas bemerke, greife ich auch ein», sagt Seydi Akköprü.
Fastfood ja, aber etwas teurer
Ein weiterer Unterschied zur Konkurrenz: «3Men’s-Kebab» hat im Vergleich zur Konkurrenz etwas höhere Preise, dafür bekomme der Gast aber qualitativ gutes Essen. Auch das Ambiente unterstreiche den exklusiveren Charakter.
Weiter will Aydin seinen Gästen auch auf Social Media nahe sein und dem einen oder anderen Besucher einen Blick hinter die Kulissen verschaffen. «Die sozialen Netzwerke sind gerade für die jüngeren Leute wichtig.» Aydin ist sowohl auf Instagram wie auch auf Facebook präsent. Hier möchte er eine Community aufbauen und allenfalls auch Feedbacks entgegennehmen.
«Gäste kamen mit Einmachgläsern vorbei und fragten nach Extra-Sauce.»
Mustafa Aydin, Inhaber des «3Men’s-Kebab»
Kulinarisch ist das Angebot gross. Täglich gibt es ein frisches Tagesmenü. Neben traditionellem Döner und Dürüm bietet Aydin auch Hamburger in verschiedenen Variationen sowie Hot Sandwiches an. «Auch für Vegetarier haben wir spezielle Gerichte», sagt Aydin. Beim Kebab herrsche mittlerweile bei jedem Anbieter grosse Übereinstimmung. «Abheben kann man sich noch beim Brot und bei den Saucen. Wir haben helles, dunkles und sogar Rustico-Brot.» Besonders die Sauce mache das Gericht so speziell (wir berichteten). «In Fehraltorf hatten wir Kunden, die mit Einmachgläsern vorbeikamen und um zusätzlich Sauce fragten.» Aydin überlege vielleicht eines Tages verschiedene Saucen separat zu verkaufen.