Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Wohnen (NICHT benutzen)

Trotz harzigem Start erfährt Bauprojekt Anerkennung

Auf dem Ametsberg haben seit dem 1. August zahlreiche Mieterinnen und Mieter Genossenschaftswohnungen bezogen. Vor fünf Jahren stand noch zur Debatte, ob die Baugenossenschaft Schönheim den riesigen Bau überhaupt realisieren kann.

Seit dem 1. August sind die Genossenschaftswohnungen auf dem Ametsberg bezugsbereit., Ursprünglich hätte ein 130 Meter langer Bau entstehen sollen., Das Bauprojekt stiess zunächst auf Widerstand, weshalb die Bau- und Zonenordnung in Gossau angepasst wurde.

Bild: Roman Keller

Trotz harzigem Start erfährt Bauprojekt Anerkennung

Mit viel Wohlwollen informierte die Stadt Zürcher Baugenossenschaft Schönheim vor fünf jahren die Nachbarschaft auf dem Ametsberg über ihr Vorhaben. Sie plante eine Arealüberbauung mit 30 Wohnungseinheiten von 130 Metern Länge – und dies an höchster Lage in Gossau.

An der darauffolgenden Gemeindeversammlung erfuhr die Baugenossenschaft dann beträchtlichen Gegenwind.  Das führte gar dazu, dass in Gossau die Bau- und Zonenordnung (BZO) kurz vor der noch ausstehenden Baubewilligung für das Grossprojekt geändert wurde.

«Das ist, als wenn man im Fussball ein Tor schiesst und dann plötzlich eine neue Abseitsregel eingeführt wird.»
Samuel Steiner, Baugenossenschaft Schönheim

Antrieb dafür war die «Staumauer-Initiative», die mit 135 zu 89 Stimmen auf Zustimmung stiess. Samuel Steiner von der Baugenossenschaft Schönheim zieht heute einen etwas speziellen, aber passenden Vergleich: «Unser Projekt war sozusagen abgesegnet. Das ist, als wenn man im Fussball ein Tor schiesst und dann plötzlich eine neue Abseitsregel eingeführt wird.»

Seitens der Baugenossenschaft ist man überzeugt, dass die BZO bis heute nicht angepasst worden wäre, wenn sie die Nachbarschaft am Ametsberg nicht informiert hätte. «Vorher gab es in der Bau- und Zonenordnung von Gossau keinerlei Längenbeschränkung für ein Gebäude im Rahmen der Arealüberbauung», sagt Steiner.

Deshalb entschied sich die Bauherrin, den Neubau in zwei separate Bauten aufzuteilen. Auf dem Ametsberg stehen nun zwei Gebäude mit jeweils 12 Wohnungen. Sie sind seit dem 1. August an der Ametsbergstrasse 2 und 4 bezugsbereit.

Hohe Ansprüche

«Unser Anspruch ist es, stets möglichst qualitativ hoch und nicht renditeorientiert zu bauen», meint Steiner. Deshalb würden für die Baugenossenschaft die sechs «verlorenen» Mieten auch nicht allzu schwer ins Gewicht fallen.

Die Innenansicht einer neuen Wohnung am Ametsberg. Links ist eine moderne Küche zu sehen.

Im Gegenzug hat die geänderte Bauweise das Projekt ein wenig verteuert. «Wir stellen die Gemeinnützigkeit in den Vordergrund und verpflichten uns deshalb auch dazu, verdichtet zu bauen», erklärt Steiner. Vor dem Bau standen auf dem neu bebauten Areal zehn Einfamilienhäuser.

Nomination für Baupreis

Letztendlich konnte die Bauherrin trotz der ursprünglichen Ablehnung der Gossauer Bevölkerung ihr zweites Bauvorhaben realisieren.

Diese drei Bauten haben gewonnen

26.10.2022

«Baupreis Zürcher Oberland»

Alle drei Jahre richtet das Architekturforum Zürcher Oberland einen Baupreis aus. Beitrag in Merkliste speichern Der Bau auf dem Ametsberg wurde vom Architekturforum Zürcher Oberland sogar für den Baupreis 2022 nominiert und fand Platz unter den sieben besten Bauobjekten. Kürzlich fand die Preisverleihung statt – für die Baugenossenschaft Schönheim reichte es am Schluss jedoch nicht aufs Siegertreppchen. Steiner nimmt es sportlich. «Wir hätten uns im Vorfeld wohl besser verkaufen müssen.»

Gemeinde zeigt sich zufrieden

In Gossau hat sich trotz den ursprünglichen Widerständen die Sichtweise auf die grosse Arealüberbauung geändert. «Die beiden Gebäude führen sich optisch gut ins Gelände am Waldrand ein», sagt Roland Dahinden, Bereichsleiter Hochbau.

«Das Projekt wurde auf dem schwierig zu überbauendem Grundstück geometrisch optimal eingepasst.»
Roland Dahinden, Bereichsleiter Hochbau

Das Grossprojekt sei auch betreffend der Ortsentwicklung ein Gewinn. «Das Projekt wurde auf dem schwierig zu überbauendem Grundstück geometrisch optimal eingepasst.»

Selbst die Bevölkerung hat laut Dahinden ihre Einstellung gegenüber dem Projekt geändert. Dies zeigen die positiven Rückmeldungen, die in der Bauabteilung eingegangen sind.

Noch mehr Verdichtung

Was die Bautätigkeit betrifft, kommt der Ametsberg noch nicht zur Ruhe. Zurzeit baut die Accum AG vier neue Mehrfamilienhäuser in der beliebten Wohngegend. Es entstehen ausschliesslich Eigentumswohnungen mit einem ökologischen Baukonzept. Die Wohnungen sind bereits alle verkauft, obwohl die Bauarbeiten noch laufen.

«Die Überbauung der Accum widerspiegelt das verdichtete Bauen auf gelungene Weise», erklärt Dahinden. Zum Bauprojekt seien in der Gemeinde zwar einige negative Stimmen zu vernehmen gewesen. Widerstand im Bewilligungsverfahren gab es jedoch keinen.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns