Warum Kooperationen eben doch scheitern dürfen
Kooperationen begünstigen Innovationsprozesse
Die Standortförderung Zürioberland lud zum Forum: Auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Dübendorf fand ein reger Austausch statt.
Kooperationen waren das A und O am Forum der Standortförderung Zürioberland, das im Anschluss an die Generalversammlung des Vereins mit Sitz in Bauma stattfand. Im Veranstaltungshangar des Schweizer Innovationsparks Zürich in Dübendorf fanden am Donnerstagabend rund 200 Personen aus der Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung zusammen.
Die Standortförderung hatte Köpfe aus verschiedenen Branchen eingeladen, um den Austausch zwischen den Anspruchsgruppen zu fördern. Dadurch könnten sich neue Blickwinkel eröffnen, und dies sei der Grundstein für Innovation.
Daniela Waser, Geschäftsleiterin der Standortförderung Zürioberland, unterstrich die grosse Relevanz des Themas. «Kooperationen sind, so banal es tönen mag, unerlässlich, wenn es um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Regionen geht», meinte sie einleitend. Strategische Partnerschaften könnten allenfalls entscheidend dafür sei, dass Unternehmen langfristigen Erfolg hätten.
Wenn es zum Beispiel um Resilienz gehe, sei es bestimmt von Vorteil, sich auf ein grosses, diversifiziertes und dichtes Partnernetzwerk berufen zu können, um Krisen zu überstehen. Waser griff zum Schluss ihrer Ausführungen den Slogan des Innovationsparks auf: «Where tomorrow takes off.» An diese Vision, eben zum Fliegen kommen, wolle auch die Standortförderung Zürioberland anknüpfen.
«Der Motor für Innovation»
Die Bühne gehörte dann der Keynote Speakerin Sonja Wollkopf. Die einstige Geschäftsführerin der Organisation Greater Zurich Area bringt einen grossen Erfahrungsschatz im Standortmanagement mit. Seit rund einem Jahr kümmert sie sich als Head of Business Expansion and Markets um die Geschäftsentwicklung im Innovationspark.
Wollkopf zeigte am «Generationenvorhaben» Switzerland Innovation Park beispielhaft auf, wie Kooperationen zustande kommen und sich dann entwickeln können. In den bisher eingerichteten Labors hätten sich, teils unerwartet, bereits gewinnbringende Zusammenarbeiten ergeben. Die Entwicklung des Areals werde in Etappen erfolgen. Diverse Wissenschaftspartner seien aber bereits heute auf dem Areal vertreten. «Dieses Zusammengehen kommt einem Katalysator für Innovation gleich», betonte sie.
Das unmittelbare Ziel jeder Kooperation sei, gemeinsam mehr zu erreichen als allein. Es gehe darum, Ressourcen zu teilen und Risiken zu verteilen, Märkte gemeinsam zu erschliessen und Kosten zu senken. «Es gilt Vertrauen aufzubauen und die gleiche DNA zu entwickeln und zu leben», unterstrich die Rednerin. Im gut funktionierenden Netzwerk könnten mehr gute Ideen entwickelt werden. «Nicht zuletzt kommt der Begegnung an der Kaffeemaschine grosse Bedeutung zu ...», folgerte Wollkopf.
Scheitern erlaubt!
Sie unterstrich, dass Kooperationen der Motor für Innovation und der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft sei. Doch sie könnten auch scheitern, so die Referentin. Die häufigsten Gründe seien unterschiedliche Erwartungen und Ziele, unklare Rollen und Verantwortlichkeiten, fehlende oder ungeeignete Governance oder auch nachlassendes Vertrauen während der Zusammenarbeit. «Bei einem Scheitern gilt: Aus Fehlern lernen und weitermachen!», appellierte Wollkopf.
Im Anschluss an das Referat hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, in unterschiedliche Themen einzutauchen. Im Rahmen interaktiver Workshops tauschten die Teilnehmenden Erfahrungen aus und gewannen neue Erkenntnisse.
Zudem blieb Raum für das Netzwerken. Beim Workshop-Thema «Begegnungsräume» konnten zum Beispiel mehrere Gemeindepräsidenten aus dem Oberland ihre Erfahrungen bei den Prozessen der Ausgestaltung von Begegnungsräumen im Dorf austauschen. «Es ist wichtig, dass die Menschen im Ort von Beginn weg in solche Prozesse miteinbezogen werden», war zum Beispiel ein Statement von Andreas Bühler (SP), Hinwiler Gemeindepräsident und Präsident der Standortförderung Zürioberland.