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Wirtschaft

Coca Cola aus Brüttisellen

Die neue Anlage produziert schneller, als das Auge sehen kann

Sie kostet acht Millionen Franken, spart aber Strom, Wasser und Platz. Die Coca-Cola-Fabrik in Brüttisellen hat eine neue Abfüllanlage. Ein Rundgang zeigt, wie die eierlegende Wollmilchsau Flaschen bläst, etikettiert und befüllt.

Im Lager der Coca-Cola-Fabrik in Brüttisellen herrscht reger Verkehr mit Gabelstaplern. Weil die Produktionskapazität der Anlagen hoch ist, haben sie viel zu tun.

Foto: Christian Merz

Die neue Anlage produziert schneller, als das Auge sehen kann

Coca-Cola aus Brüttisellen

Sie kostet 8 Millionen Franken, spart aber Strom, Wasser und Platz. Die Coca-Cola-Fabrik in Brüttisellen hat eine neue Abfüllanlage. Ein Rundgang zeigt, wie die eierlegende Wollmilchsau Flaschen bläst, etikettiert und befüllt.

700 pro Minute. 42’000 pro Stunde. 1’008’000 Halbliterflaschen mit Coca-Cola produziert die neue Getränkeherstellungsanlage der gleichnamigen Fabrik auf der Gemeindegrenze von Dietlikon und Brüttisellen pro Tag. Die Anlage presst PET-Flaschen in Form, befüllt und verpackt sie in einem Zug. Und das so schnell, dass mit blossem Auge keine einzelnen Flaschen erkennbar sind, wenn sie in Aktion ist.

Und das ist nur eine der vier Produktionslinien, die in der Fabrik pro Jahr rund 200 Millionen Liter Getränke produzieren. Das Sortiment reicht von Coca-Cola über Mezzo Mix bis Fuse Tea in PET- oder Glasflaschen sowie Fässern für die Gastronomie. Die Anlage ist die neueste und wurde im April 2025 in Betrieb genommen.

Aus Alt mach Neu

Produktionsleiter Reto Maag sagt: «Die alte Anlage musste wegen ihres Alters aufgerüstet werden, da für sie keine Ersatzteile mehr verfügbar waren.» Die neue Anlage sei dafür um einiges energieeffizienter und verbrauche weniger Strom und Wasser.

Reto Maag in der Lagerhalle.
Reto Maag arbeitet seit vielen Jahren in der Coca-Cola-Fabrik. Er weiss genau, wie die neue Anlage funktioniert.

Ein Grund für den geringeren Wasserverbrauch ist der Aufbau der 8 Millionen Franken teuren Anlage. Maag erklärt: «Die verschiedenen Arbeitsschritte von der Herstellung, der Etikettierung und Befüllung der Flasche passieren alle in einem sogenannten Block.» Was er damit meint: Die vollautomatischen Herstellungsmaschinen sind auf engstem Raum zusammengebaut und von einem Gerüst aus Glas und Metall umgeben. «Indem die Maschinen in einem Block angeordnet sind, können Transportbänder und Platz eingespart werden. Somit verbraucht die Anlage weniger Energie und Wasser.»

Die Anlage.
Die Anlage erscheint von aussen wie ein grosser Kasten. Durch einige Fenster erhält man einen Einblick in das Innere.

Alles auf einem Fleck

Von aussen betrachtet wirkt die Anlage wie eine sehr lange, sehr grosse Kiste. Neben ihr steht ein grosser Container, der Tausende kleine Plastikteile enthält. Die sogenannten Preforms sind Rohlinge aus rezykliertem PET, die die Anlage in einem ersten Schritt erhitzt, mit Druckluft aufbläst und sie in Formen presst – so entsteht eine PET-Flasche.

Anschliessend werden sie mit Wasser gekühlt, was durch die Glasscheibe wie eine sehr schnelle Autowaschanlage aussieht. Nach der Etikettierung werden die einzelnen Flaschen blitzschnell gefüllt, mit Wasser gereinigt und die Deckel appliziert.

«Es steckt mehr Schweiz drin, als man denkt»

Und schon nach wenigen Minuten sind die Coca-Cola-PET-Flaschen fertig. Sie werden in einem letzten Schritt zu Achterpacks verschweisst. Erst danach landen die verpackten Getränke auf langen Förderbändern. Diese transportieren sie durch die Halle, auf einer Förderbandspirale in die Höhe und anschliessend in die Lagerhalle nebenan.

«Die Anlage wird 15- bis 20-mal in der Woche umgebaut», sagt Maag. Auf diese Weise können in einer Anlage verschiedene Grössen und Designs von PET-Flaschen, aber auch unterschiedliche Getränke produziert werden.

Bevor das passiert, muss der Sirup produziert werden. Diesen mischt Coca-Cola HBC Schweiz, wie das Unternehmen genau heisst, aus einem Konzentrat. Das Konzentrat kauft und importiert das Werk Dietlikon von der US-amerikanischen Coca-Cola Company. Dazu kommen Schweizer Zucker, lokales Wasser und weitere (geheime) Rohstoffe, die zu 95 Prozent aus dem Inland stammen. «In unseren Getränken steckt mehr Schweiz, als man denkt», erklärt Maag.

Das Wasser wird vor der Verwendung aufbereitet. «Wir machen das, damit der Geschmack der Getränke immer gleich bleibt», erklärt Maag. Konkret wird das Wasser vor allem enthärtet. Hat das Wasser diesen Prozess durchlaufen, wird es zusammen mit dem fertigen Sirup in der Anlage vermischt und mit Kohlensäure versetzt. Danach ist das Getränk fertig und bereit, in die Flaschen gefüllt zu werden, die wie Lichtstreifen durch den Block flitzen.

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