Mit dem Restaurant Hörnli verliert Illnau mehr als nur eine Dorfbeiz
Ende eines Traditionsbetriebs
45 Jahre lang sorgten Bea und Bobby Wespi für das leibliche und seelische Wohl ihrer Gäste. Diesen Sonntag serviert das Wirtepaar zum letzten Mal sein legendäres Ghackets mit Hörnli und Öpfelmues.
Die Gaststube des «Hörnli» ist pumpenvoll an diesem Abend. Auf dem Fernsehbildschirm stürzen sich die Skifahrer die Piste hinab, lauthals kommentiert von den Gästen. Auf den Tischen drängen sich Bierflaschen und Weingläser – Sportgucken macht offensichtlich durstig.
«Hörnli»-Wirt Bobby Wespi kommt aus dem weiss eingedeckten Sääli. «Äxgüsi, alles reserviert», sagt er zu dem Paar, das fröstelnd im Hauseingang steht. «In der Gaststube gäbs vielleicht noch ein Plätzli, falls euch die Raucher nicht stören.» Es sei halt grad ein bisschen eng: «Jetzt, wo wir schliessen, schauen alle nochmals vorbei.»
Mit der Ustrinkete am 21. Dezember verliert Illnau nicht nur ein Restaurant, sondern vielmehr einen sozialen Treffpunkt. «Für viele unserer Gäste ist das ‹Hörnli› eine zweite Heimat. Bei uns findet sich immer jemand für einen Schwatz oder Jass», sagt Bea Wespi, während sie flink einen Tisch abputzt. Einen klassischen Stammtisch sucht man hier vergebens. «Bei uns sind alle Tische Stammtische, und jeder setzt sich zu jedem hin.»

