Wo im Oberland auch das Nicht-Essen und -Trinken etwas kostet
Problem No-Shows
Gäste, die reservieren, aber nicht auftauchen, sind eine Belastung für Gastronomen. Vermehrt bekämpfen sie das Übel mit Stornogebühren – auch im Oberland.
Die Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Marketagent im Frühling dieses Jahrs durchgeführt hat, lässt aufhorchen. 16 Prozent der Befragten gaben an, bei einer Reservierung in einem Restaurant schon mal nicht erschienen zu sein. Genauso viele hatten Parallelbuchungen in mehreren Lokalen gemacht und sind dann nur in einem erschienen. 16 Prozent? Das ist jede sechste der mehr als 1000 befragten Personen.
Für die von diesen No-Shows betroffenen Gastronomen ist das nicht nur ein Ärgernis, sondern eine finanzielle Belastung in einem Geschäft mit engen Margen. Rainer Hoffer, Geschäftsführer des Restaurants Rössli in Illnau, veranschaulicht das Problem mit einer Dreisatz-Rechnung: «Wenn wir im Schnitt pro Abend mit vier Gästen rechnen, die nicht kommen – bei einem Durchschnittsumsatz von 100 Franken pro Gast –, dann verlieren wir pro Tag 400 Franken, pro Monat 12’000 und pro Jahr 144’000 Franken Umsatz.»
Der Österreicher führt das «Rössli» seit August 2022. Wer einen Tisch im traditionsreichen, mit 13 Gault-Millau-Punkten ausgezeichneten Restaurant reservieren will, wird bei der Online-Buchung seit einem Jahr auf eine Stornogebühr von 100 Franken hingewiesen, fällig «bei einer kurzfristigen Stornierung (weniger als 24 Stunden) oder unangekündigtem Nicht-Erscheinen».

