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So sieht die neue ZKB in Wetzikon von innen aus

Touchpoint, Community Table und Boutique-Bereich. Wieso eine Bank heute nicht mehr wie eine Bank aussehen darf.

Jürg Wettstein (links), Leiter Geschäftskunden Wetzikon und Umgebung, und Filialleiter Stefan Ott empfangen die Kundinnen und Kunden der ZKB ab Montag in der neuen Filiale an der Bahnhofstrasse in Wetzikon.

Foto: Simon Grässle

So sieht die neue ZKB in Wetzikon von innen aus

Modern und freundlich

Bis 2030 modernisiert die Zürcher Kantonalbank sämtliche Filialen im Kanton. In Wetzikon öffnet am Montag die neue Geschäftsstelle an der Bahnhofstrasse 188.

Es ist noch gar nicht so lange her, da stand man beim Besuch einer Bankfiliale zuerst einmal in der Schalterhalle Schlange, ehe man sein Anliegen einem Bankbeamten (die männliche Form ist hier ganz bewusst gewählt) vortragen konnte, der hinter Panzerglas auf die Kundinnen und Kunden wartete. Der Bankbeamte wechselte Währungen, leerte Sparkässeli der Kinder, nahm Ein- und Auszahlungen vor und trug diese im Sparbuch der Kundschaft ein.

Würde man diese Kundinnen und Kunden der Zürcher Kantonalbank (ZKB) der 1970er oder 1980er Jahre mit einer Zeitmaschine ins Hier und Jetzt im Zentrum Wetzikons transferieren – sie würden nicht darauf kommen, dass sie sich in einer Bank befinden.

«Wir wollen offen und einladend sein»

Im Erdgeschoss der Geschäftsstelle, die am 31. März eröffnet wird, wird es keine Schlangen geben. Es gibt auch keine Schalterhalle und erst recht kein Panzerglas, sondern eine grosse, offene Fläche. «Wenn Kundinnen oder Kunden die neue Geschäftsstelle betreten, wollen wir auf sie zugehen», sagt Stefan Ott, Filialleiter der ZKB in Wetzikon, Pfäffikon und Bauma. «Wir wollen offen und einladend sein.»

Der Marketingmensch spricht hier von einem «Touchpoint», also vom Ort, an dem man mit der Kundschaft in Kontakt tritt. Und das soll möglichst niederschwellig und unkompliziert wirken – mit einem «Community Table», der Begegnungen und den Austausch fördern soll, und einem «Boutique-Bereich», wo Informationen und Angebote zur Finanz- und Lebensplanung präsentiert werden.

Blickfang im Erdgeschoss der neuen ZKB sind eine grosse Bar mit Kaffeemaschine, eine grüne Wand mit echten Pflanzen sowie Tische und Sitzgelegenheiten aus hellem Holz.

«Je weiter sich unsere Kundinnen und Kunden vom Eingangsbereich ins Innere der Bank bewegen, desto grösser wird die Privatsphäre», ergänzt Jürg Wettstein, Leiter Geschäftskunden Wetzikon und Umgebung. So befindet sich im Erdgeschoss neben offenen Sitzecken auch ein geschlossenes Sitzungszimmer, die anderen neun sind im Obergeschoss.

Eingerichtet sind die Sitzungsräume unterschiedlich: Vom klassischen Besprechungszimmer mit Tisch und vier Stühlen, über Räume mit Hochtisch und Barhockern bis zum loungeartigen Zimmer mit Fauteuil und Sofa als Sitzgelegenheiten reicht die Palette. Abhängig von den Vorlieben der Kundschaft.

Die Innenarchitektur orientiert sich am neuen Standortkonzept der ZKB. Bis im Jahr 2030 sollen sämtliche 51 Filialen modernisiert und vereinheitlicht werden. Es dominieren Materialien in freundlichen, hellen Farbtönen, viel Holz strahlt eine gewisse Wärme aus.

Rückkehr ins Zentrum

Für Filialleiter Ott und sein rund 20-köpfiges Team ist es eine Rückkehr ins Zentrum von Oberwetzikon. Vor drei Jahren waren sie ins Provisorium an der Weststrasse gezogen. In dieser Zeit wich der alte Standort einer neuen Überbauung mit dem Namen «H45».

Für 57 Millionen Franken sind an der Bahnhofstrasse 188 insgesamt 55 Mietwohnungen sowie Flächen für sechs Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe entstanden. Geplant und gebaut von Egolf Immobilien. «Die ZKB ist unser Ankermieter», sagt Mirco Egolf, Inhaber der Firmengruppe Egolf Immobilien, zu der auch die Bauherrin und Besitzerin der Liegenschaft, die Oberland Invest AG, gehört.

Entsprechend war die Bank von Beginn weg ins Neubauprojekt involviert und konnte ihre rund 1000 Quadratmeter Fläche nach eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen gestalten.

Wieso «H45»?

Ein grosser, nachts beleuchteter Würfel mit der Aufschrift «H45» prangt auf dem öffentlichen Platz vor der neuen Überbauung. Was hat es mit dem Namen «H45» an der Bahnhofstrasse 188 auf sich?

«Der Neubau an der Bahnhofstrasse 188 war das letzte grosse Bauprojekt meines 2021 verstorbenen Vaters Heinz Egolf. Und wegen seines lebenslangen persönlichen Bezuges zu Wetzikon wohl auch sein bedeutendstes», erklärt Mirco Egolf von Egolf Immobilien. 2018 hatte Heinz Egolf das Projekt, das damals noch «Passstück» hiess, der Öffentlichkeit vorgestellt. Den Bau und die Fertigstellung sollte er leider nicht mehr erleben.

Der Name «H45» soll an ihn als Hauptinitiator und treibende Kraft für das Projekt erinnern. Das H steht für seinen Vornamen, 45 für seinen Jahrgang.

Neben der Zürcher Kantonalbank ist die Konditorei Janz eingezogen, die den neuen öffentlichen Platz mit einem Gartencafé belebt. Dazu kehrt das Coiffeurgeschäft Loser an den alten Standort zurück. Und quasi zum Selbstkostenpreis hat Mirco Egolf dem Verein Buch + Kultur eine Gewerbefläche im Erdgeschoss zur Verfügung gestellt. Im ersten Obergeschoss ist eine Zahnarztpraxis eingemietet, die darüberliegenden 55 Wohnungen sind alle vermietet.

Lediglich eine der sechs Gewerbeflächen steht noch frei. Mirco Egolf ist wählerisch mit potenziellen Mietern: «Am liebsten wäre mir Detailhandel, ein Schuh- oder Kleidergeschäft.»

Bis vor drei Jahren war die ZKB am alten Standort an der Bahnhofstrasse auf fünf Etagen verteilt, nun sind es noch zwei Stockwerke. Man habe die Teams in der Region neu aufgestellt, erklärt Stefan Ott: «2015 wurden Teams nach Uster zusammengezogen. Aber Wetzikon ist und bleibt ein wichtiger Standort für uns, und wir bieten alle unsere Bankdienstleistungen hier vor Ort an.»

Am zentralen Standort wolle man die Kundinnen und Kunden auch in die digitale Welt begleiten, ergänzt Jürg Wettstein: «Wenn also jemand Schwierigkeiten mit dem E-Banking oder der App hat, bieten wir hier gerne Unterstützung.»

Für den imposanten Bau an bester Lage waren die CH Architekten in Wallisellen zuständig, die den Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnten. Das Architekturbüro hatte bereits das vor einem Jahr bezogene ZO Haus gleich beim Bahnhof Wetzikon entworfen.

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