ZKB verteilt 32 Millionen Franken im Oberland
Das kassiert Ihre Gemeinde
Die Zürcher Kantonalbank hat 2024 das zweitbeste Ergebnis der Geschichte erzielt. Davon profitieren Kanton und Gemeinden.
1,28 Milliarden Franken betrug der Geschäftserfolg der Zürcher Kantonalbank (ZKB) im Jahr 2024. Das ist das zweitbeste operative Ergebnis der Firmengeschichte nach dem Rekordgewinn vor einem Jahr. Der Reingewinn sank um 9,5 Prozent oder 118 Millionen auf 1,12 Milliarden Franken.
Der recht grosse Rückgang des Konzerngewinns ist vor allem auf die 2024 erstmals erhobene OECD-Mindeststeuer zurückzuführen. Der Steueraufwand der ZKB stieg dadurch deutlich auf 168 Millionen Franken, im Vorjahr waren es nur 7 Millionen gewesen.
Weniger Dividende, mehr Steuern
Doch unter dem Strich spielt das keine Rolle, denn die OECD-Mindeststeuer fliesst vollumfänglich an den Kanton Zürich. Und ob diese Millionen nun direkt aus der Dividende oder auf Umwegen als Steuerertrag in die Kasse von Regierungsrat Ernst Stocker fliesst, dürfte diesem herzlich egal sein.
Insgesamt partizipieren Kanton und Gemeinden mit 562 Millionen Franken am Ergebnis der ZKB. In diesem Betrag ist die OECD-Steuer enthalten. 392 Millionen (Vorjahr: 388) fliessen an den Kanton, hierin enthalten ist auch die Abgeltung der Staatsgarantie in Höhe von 31 Millionen Franken.
170 Millionen werden an die 160 politischen Gemeinden verteilt; exakt denselben Betrag hatte die Staatsbank schon vor Jahresfrist ausgeschüttet.
32,2 Millionen Franken fliessen in die Bezirke Uster, Pfäffikon und Hinwil. Weitere 1,3 Millionen gehen an die Gemeinden Schlatt, Turbenthal und Zell im zum Bezirk Winterthur gehörenden Tösstal.
Aufgeschlüsselt wird die ZKB-Ausschüttung nach der Bevölkerungszahl. Und da sich die Demografie träge entwickelt, liegen die Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr in den meisten Gemeinden im Promillebereich.
Grösste Empfängerin im Oberland ist Uster, die drittgrösste Stadt im Kanton. 3,84 Millionen Franken fliessen in die Kasse von Stadtrat Cla Famos (FDP). «Es ist jedes Jahr ein willkommener Zustupf», sagt der Abteilungsvorsteher Finanzen. Zwar sind die Millionen von der Zürcher Bahnhofstrasse jeweils Bestandteil des ordentlichen Budgets der Stadt. «Aber in der Regel werden wir positiv überrascht», so Famos.
Auch dieses Jahr fliessen 150’000 Franken mehr als budgetiert ins Stadthaus, die Summe wird den allgemeinen Reserven zugewiesen. Um die 3,84 Millionen der ZKB in einen Zusammenhang zu stellen: Sie tragen immerhin 1,2 Prozent ans Budget der Stadt Uster von rund 320 Millionen Franken bei.
Grösste Gewinnerin in der Region ist wenig überraschend die Stadt Dübendorf. Die dortige Wohnbevölkerung ist innert Jahresfrist von 31’440 auf 32’469 Menschen gewachsen. Als Resultat stieg die ZKB-Ausschüttung um 2,4 Prozent auf 3,42 Millionen Franken. Am anderen Ende des Rankings liegt die 1000-Seelen-Gemeinde Wildberg, die exakt 106’624 Franken und 20 Rappen erhält.
Der Löwenanteil fliesst in die Grossstädte Zürich (45,8 Mio.) und Winterthur 12,6 Mio.). Den prozentual grössten Sprung machte Ossingen im Zürcher Weinland. Die kleine Gemeinde wuchs um 120 auf 1820 Einwohner; das sorgte für ein Plus von 6,5 Prozent auf 192’000 Franken. Grösste Verliererin ist die Gemeinde Otelfingen: –3,4 Prozent auf noch 306’000 Franken.