Er schiebt im «Bahnhöfli» in Bauma auch nach 30 Jahren keine ruhige Kugel
Dem Zeitgeist getrotzt
Seit 30 Jahren führt Markus Kradolfer das Restaurant Bahnhof in Bauma. «Ohne das Schweizer Fernsehen wäre ich nicht mehr hier», sagt er rückblickend.
Man hört Markus Kradolfer seine ursprüngliche Herkunft noch heute an. Seinen Dialekt ist der in Bürglen im Kanton Thurgau aufgewachsene Wirt im «Bahnhöfli» in Bauma auch nach drei Dekaden im Tösstal nicht losgeworden.
Vieles und viele andere musste er im Laufe der Jahre zurücklassen. Davon zeugt ein grünes Album mit der Überschrift «Zum Gedenken», das er mit einer gewissen Pedanterie führt. «Es ist manchmal erschreckend, wie viele lieb gewordene Menschen man im Lauf der Zeit verliert», sagt der 56-Jährige und blättert gedankenversunken im Album.
Darin bewahrt er Todesanzeigen und Danksagungen von früheren Gästen auf. Fein säuberlich ausgeschnitten aus dem «Tössthaler» und dem «Zürcher Oberländer». Während der Pandemie habe er viel Zeit gehabt, meint Kradolfer: «Da kam mir diese Idee.»

