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Was der erste eigene Coiffeursalon für diese 23-Jährige bedeutet

Luana Blöchlicher ist bei Luxe Coiffure in Kollbrunn jetzt ihre eigene Chefin. So hat sie sich den Sprung in die Selbstständigkeit ermöglicht.

Luana Blöchliger liebt das Coiffeur-Handwerk. Doch für ihren ersten eigenen Salon musste sich die 23-Jährige auch mit anderem beschäftigen.

Foto: Simon Grässle

Was der erste eigene Coiffeursalon für diese 23-Jährige bedeutet

Risiko und Freiheiten

Bereits mit Anfang zwanzig hat Coiffeuse Luana Blöchliger in Kollbrunn den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Sie sei nicht zu jung dazu, findet sie – und hat bereits grosse Pläne.

Die Zeit der Berufswahl war für Luana Blöchliger mit viel Anstrengung verbunden. «Ich wusste ganz lange nicht, was ich eigentlich werden will», sagt sie. «Es gibt einfach unendlich viele Möglichkeiten, vor allem, wenn man kreativ arbeiten will.»

Nach langem Hin und Her drängte ihr Vater sie dann, in einem Coiffeursalon in Winterthur zu schnuppern. Und es war Berufsliebe auf den ersten Blick. «Ich habe nur diese eine Schnupperlehre gemacht», sagt Blöchliger. Sie erhielt einen Lehrvertrag und hat diese Entscheidung bis heute keine Sekunde bereut.

Das war 2017. Nur sieben Jahre später steht die 23-Jährige in ihrem ersten eigenen Salon Luxe Coiffure in Kollbrunn. Seit diesem Herbst ist sie nicht mehr Angestellte, sondern ihre eigene Chefin.

«Eigentlich bin ich jetzt im besten Alter dazu», findet sie. Sie habe keine Kinder und sei ungebunden.

Doch sie ist sich bewusst, dass nur wenige Coiffeure mit Anfang zwanzig diesen Schritt wagen. Als sie sich für ein Beratungsgespräch an den Coiffeurverband wandte, teilte man ihr mit, dass sie die Zweitjüngste sei, die sich je gemeldet habe. Davon liess sie sich aber nicht abschrecken. «Für mich hat es jetzt gepasst», sagt sie.

Erspartes macht es möglich

Nach ihrer Lehre war Luana Blöchliger nacheinander in zwei verschiedenen grösseren Coiffeursalons angestellt. «Ich habe sehr gerne im Team gearbeitet und konnte nochmals viel lernen», sagt sie. Doch Anfang Jahr habe sie mehr und mehr gemerkt, dass die Zeit für eine Veränderung gekommen sei.

Im Mai hat sie ihre Stelle gekündigt – noch ohne eine Anschlusslösung zu haben. Kurze Zeit später wurde sie auf die freie Gewerbefläche in der Überbauung Verdeblu in Kollbrunn aufmerksam. Nach der Besichtigung war für sie klar, dass sie das Abenteuer Selbständigkeit wagen will.

Den Mietvertrag zu unterschreiben, war aber noch das Einfachste am Unterfangen. Nach ihrem letzten Arbeitstag Ende August erwarteten die 23-Jährige anstrengende Wochen. «Ich war fast jeden Tag im Salon, teilweise bis um Mitternacht», sagt sie. Sie musste sich um die Einrichtung kümmern und von Möbeln zu Tüchern bis zu Haarprodukten unzählige Dinge bestellen.

Wie konnte sie sich das trotz ihrem jungen Alter leisten? Blöchliger lächelt, als sie diese Frage hört. «Ich habe immer gespart», sagt sie. Einen genauen Zweck hatte sie nicht vor Augen. «Ich wusste, dass ich dieses Geld irgendwann brauchen kann, und jetzt war der Moment gekommen.»

Die genaue Investitionssumme bleibt geheim. Doch sie konnte auch auf die tatkräftige Unterstützung aus ihrem Umfeld zählen – beispielsweise, um die Wasserleitung zur Waschstation im Salon zu verlegen.

Lieber im Dorf

Die Entscheidung, in Kollbrunn einen Salon zu eröffnen, hat sie bewusst getroffen. «In grösseren Städten muss man es gar nicht mehr probieren», meint sie. Dort sei die Coiffeur-Dichte bereits so gross. «Viele Salons überleben nicht lange.»

Denn das Coiffeur-Business ist hart umkämpft. Auch in Kollbrunn gibt es bereits mehrere Salons – aber auch viele Neuzuzüger. Deshalb ist Luana Blöchliger überzeugt, hier einen Kundenstamm aufbauen zu können.

Das Dorf im Tösstal bietet für die junge Coiffeuse einen weiteren Vorteil. Denn hier ist sie aufgewachsen. Und obwohl sie bereits vor einigen Jahren aus der Gemeinde Zell weggezogen ist, hat sie immer noch viele Bekannte und Freunde hier. «Ich war überrascht, wie viele Leute sich bei mir gemeldet haben, um einen Termin abzumachen.»

Ebenso freut sie sich, dass Kunden von ihrer ehemaligen Arbeitsstelle in Zürich den Weg zu ihr nach Kollbrunn gefunden haben. «Man darf ja jeweils nicht sagen, wo man hingeht», sagt sie. Dass sich Personen ihren Namen gemerkt und ihren neuen Arbeitsort gesucht haben, schmeichelt ihr.

Mit dem Start ihres Salons ist sie zufrieden. Doch sie weiss, dass es Zeit braucht, sich einen neuen Kundenstamm aufzubauen. Auch hier ist sie froh, kann sie nun für eine gewisse Zeit auf ihr Erspartes zählen.

Um Werbung zu machen, hat sie sogar eine Aktion in der Poststelle Kollbrunn veranstaltet und dort Haare geschnitten.

Viele Freiheiten und grosse Pläne

Die Arbeit an den Haaren ihrer Kundschaft ist und bleibt Blöchligers Leidenschaft. «Haare sind für viele Menschen sehr wichtig für ihr Wohlbefinden», sagt sie. Wenn eine Kundin oder ein Kunde zufrieden den Salon verlässt, mache sie das sehr glücklich.

Doch als Jungunternehmerin muss sie sich jetzt auch mit anderen Dingen beschäftigen, wie beispielsweise dem Führen der Buchhaltung oder dem Abschluss der notwendigen Versicherungen. «Das liegt mir wirklich nicht so», sagt sie. Deshalb arbeitet sie nun mit einem Treuhänder zusammen.

Luana Blöchliger in ihrem eigenen Coiffeursalon in Kollbrunn.
Um ihren Salon eröffnen zu können, musste sich die junge Coiffeuse auch mit vielen administrativen Aufgaben auseinandersetzen.

Die Selbständigkeit gibt Luana Blöchliger aber auch viele Freiheiten, die sie bereits nach wenigen Wochen nicht mehr hergeben will. So könne sie nun selber über die Wahl der Produkte entscheiden. Haarfarben mit Ammoniak beispielsweise seien ihr aufgrund des stechenden Geruchs immer unangenehm gewesen. «Ausserdem reagieren viele Leute sehr empfindlich darauf.»

Deshalb setzt sie heute auf Färbemittel ohne diesen Zusatz. «Auf dem Markt gibt es Produkte, die ebenso gut sind», ist sie überzeugt.

Und auch wenn die Coiffeuse erst vor Kurzem ihren Salon eröffnet hat, denkt sie bereits an die Zukunft. Im Moment arbeitet sie noch allein bei Luxe Coiffure.

Doch sie kann sich vorstellen, künftig auch Arbeitgeberin zu werden – vielleicht sogar Lehrmeisterin. «Die Ausbildung dazu habe ich bereits gemacht», sagt die 23-Jährige. «Und ich gebe gern mein Wissen und meine Passion weiter.»

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