Feiern mit Stil: So will diese Tösstalerin Partyträume erfüllen
Neuer Partyservice in Turbenthal
Abetare Sulimani hat in Turbenthal ein Geschäft für ihren Partyservice eröffnet. Die Wilemerin versucht, allen Wünschen gerecht zu werden – und weiss, wie man Partys für Social Media inszeniert.
Wie viele junge Mütter hatte Abetare Sulimani viele schlaflose Nächte, als ihre beiden Kinder noch klein waren. «Also entschied ich mich, die Zeit doch einfach zu nutzen», erinnert sie sich – und zwar, um ihre Kenntnisse im Kreieren von Ballondekorationen zu vertiefen.
«Dazu gibt es viele Kurse und Videos, die man schauen kann.» Im Bett habe sie dann Ballongirlanden geknüpft.
Dass sich Sulimani als Zeitvertreib Videos über Dekorationen zu Gemüte führte, ist nicht zufällig. «Ich habe schon immer gerne an Partys dekoriert», erzählt sie.
Sie ist in einer grossen Familie mit sechs Geschwistern aufgewachsen. «Und ich habe viele Nichten und Neffen, da gibt es immer wieder etwas zu feiern.» Für das richtige Ambiente war stets die gelernte Systemgastronomiefachfrau zuständig.
Kontakt mit Influencerinnen
Dass sie ihr Hobby zum Beruf machen würde, war damals aber noch nicht abzusehen. «Als ich Mami wurde, habe ich mir einfach Gedanken über meine Zukunft gemacht», sagt Sulimani, die zwei Kinder im Alter von drei und vier Jahren hat. Und so reifte der Entscheid, im Party-Business Fuss fassen zu wollen.
Dabei fing die Wilemerin aber langsam an. Zuerst waren es vor allem Partys für Menschen aus ihrem Umfeld. Dabei sorgte die gebürtige Luzernerin nicht nur für die nötige Dekoration, sondern servierte auch kalte Apéroplatten oder Desserts. «Da meine Küche zu Hause zu klein war dafür, musste ich mich jeweils in Restaurantküchen einmieten», erzählt sie.
Auf Instagram teilte sie erste Bilder und suchte gezielt auch den Kontakt zu Influencerinnen. So ist sie im Sommer 2023 beispielsweise auf Mode-Influencerin Fiona Morina zugegangen, die unter dem Nutzernamen fiiona.mo über 200’000 Follower erreicht, als diese ihr Foto- und Videostudio in Dübendorf eröffnete.
So kam es, dass Sulimani den Apéro für das Eröffnungfest servieren durfte. «Daraus haben sich dann weitere Kontakte ergeben», erzählt sie. Die Social-Media-Plattform nutzte sie dabei auch für Werbung in eigener Sache und teilt dort bis heute regelmässig Fotos von ihren Aufträgen.
Sie erhielt dadurch immer mehr Anfragen, sodass sie im vergangenen Herbst ihre Einzelfirma Aje Partyservice registrierte. Einen weiteren Schritt wagte sie nun diesen September, und zwar eröffnete sie ihren ersten eigenen Laden an der Tösstalstrasse in Turbenthal.
Unterstützung vom Vater
«Ich bin Anfang Sommer am Ladenlokal vorbeigefahren und habe gesehen, dass es vermietet wird», sagt Sulimani. Auch wenn ein eigenes Geschäft ein lang gehegter Traum war, hatte sie zuerst Zweifel. «Es war dann mein Vater, der mich überzeugt hat», sagt sie. Er hat ihr auch finanzielle Unterstützung zugesichert.
Im Ladenlokal hat Sulimani nun eine Verkaufsauslage für Ballone und andere Deko-Artikel sowie eine kleine Küche, in der sie kalte Speisen zubereiten kann. Zudem hat sie dort Platz, um die Dekorationen für die Partys vorzubereiten und beispielsweise eine Ballongirlande zu knüpfen.
Mit dem Ladengeschäft hofft die Unternehmerin, neue Kundschaft zu gewinnen. «Man kann auch bei mir vorbeikommen, um nur einen Ballon zu kaufen», betont sie. Sie wolle ohnehin die grösstmögliche Flexibilität bieten. «Wenn jemand mit einem Budget von 150 Franken zu mir kommt, dann schauen wir, dass wir daraus eine schöne Party machen können.»
Grosse Verantwortung
Die Aufträge, die Sulimani erhält, sind ohnehin immer unterschiedlich. Manchmal soll sie für die nötige Dekoration sorgen, manchmal auch den Apéro vorbereiten.
«Ich selber bereite einfach nur kalte Speisen zu», sagt sie. Dabei arbeitet sie mit anderen Unternehmen aus der Region zusammen. Brot und Gebäck bezieht sie beispielsweise bei der Konditorei Janz aus Wila, Torten von einer Bäckerin aus Turbenthal. In Zukunft will sie Kooperationen mit weiteren Firmen eingehen.
Als Eventmanagerin, die Anlässe organisiert, plant und durchführt, sieht sich Sulimani aber nicht. Sie verdient ihr Geld mit dem Verkauf der Dekoration oder durchs Catering. «Aber ich helfe immer gerne weiter.» Da sie viele Leute aus der Branche kennt, kann sie Kontakte vermitteln – beispielsweise, wenn jemand einen Anbieter für eine Hüpfburg sucht.
Ihren Kunden ein schönes Fest zu ermöglichen, motiviert sie. «Es ist auch eine grosse Verantwortung damit verbunden», betont Sulimani. Besonders beliebt seien beispielsweise grössere Partys für den ersten Geburtstag eines Kinds. «Und Eltern vertrauen mir dann einen wichtigen Moment an.»
Grosser Druck
Viele Partywünsche ihrer Kundschaft sind dabei von Trends auf Social Media inspiriert – unter anderem aus Amerika. Dazu gehörten beispielsweise Dekowände oder die bereits erwähnten Ballongirlanden.
«Alles muss schön aussehen, damit man es dann auch selber auf Instagram teilen kann», sagt Sulimani. Das sorge teilweise auch für unschöne Situationen: «Die Leute setzen sich so unter Druck, diese Ansprüche zu erfüllen – und das kriege dann auch ich zu spüren.»
Sie hat aber gelernt, solche Situationen wegzustecken. «Und wenn man strahlende Kinderaugen sieht oder die Freude der Partygäste, dann ist sowieso aller Ärger verflogen.»
Auch wenn sie gerne grosse Partys mitorganisiert und dekoriert, setzt sie zu Hause andere Prioritäten – auch für die Geburtstage ihres eigenen Nachwuchses. «Ich würde sagen, dann feiern wir ganz gemütlich.» Dekoration darf zwar auch nicht fehlen. «Aber die bastle ich dann zusammen mit meinen Kindern.»