Wirtschaft

Wie entsteht eigentlich ein Artikel?

Von der Idee, über die Recherche bis hin zum letzten Schliff – wir zeigen, wie ein Artikel entsteht und was alles dazu gehört.

In der Redaktion wird unermüdlich recherchiert und geschrieben. Der Schnappschuss zeigt den Computer, auf dem gerade ein Artikel entsteht.

Foto: Salome Schäfli

Wie entsteht eigentlich ein Artikel?

Hinter den Schlagzeilen

Von der Idee über die Recherche bis hin zum letzten Schliff – wir zeigen, wie ein Artikel entsteht und was alles dazugehört.

Haben Sie sich jemals gefragt, was alles passiert, bevor Sie morgens Ihre Zeitung aufschlagen oder auf Ihrem Bildschirm einen neuen Artikel lesen?

Wir zeigen Ihnen, wie Themen ausgewählt, recherchiert und aufbereitet werden. Nächste Woche geht es weiter mit einem Einblick in die Produktion.

Die Themenauswahl

Es gibt verschiedene Wege, wie wir an Themen gelangen. Zum Beispiel über unsere E-Mail-Adresse. Ebenso über Leserbriefe, Medienmitteilungen oder persönliche Kontakte und Interessen.

Bevor wir tiefer in ein Thema eintauchen, stellen wir uns die Frage: «Warum interessiert mich das, und warum soll es die Leser interessieren?» Wenn wir diese Frage beantworten können, ist es einen Artikel wert. Gegebenenfalls wird das Thema in unserer wöchentlichen Themensitzung diskutiert.

Danach wird es einer Redaktorin oder einem Redaktor zugewiesen und in einem Planungssystem erfasst. Dort sind alle informiert, wie weit ein Artikel bereits ist, in welchem Umfang, wann und in welcher Zeitung er erscheinen soll.

Die Recherche

Für die Recherche lesen wir uns, wenn nötig, in das Thema ein. Wir überlegen, wen wir dazu alles befragen könnten, und entwickeln spannende Fragen.

Danach arrangieren wir, wenn immer möglich, ein Treffen, sodass die Geschichte persönlicher ist. Wenn das nicht klappt, telefonieren wir oder kommunizieren per E-Mail. Bei verschiedenen Meinungen müssen wir immer beide Seiten berücksichtigen.

Hie und da gehen wir einfach nach draussen und sprechen Leute an. So zum Beispiel für die Sommerserie «Unterwegs im Oberländer ÖV». Wir sprechen einen Vater mit zwei kleinen Kindern an und fragen, warum sie mit dem Zug unterwegs sind und wohin sie fahren.

Dieses Mal sind wir nach knapp einer Stunde wieder zurück in der Redaktion. Aber nicht immer ist das Glück auf unserer Seite. Manchmal braucht eine solche Strassenbefragung auch etwas mehr Geduld, weil beispielsweise Leute nicht mitmachen wollen oder man auf Anhieb niemanden findet.

Die Bilder

Ein Online-Artikel braucht mindestens ein Bild, das Teaserbild. Dieses zeigt am besten die Personen oder das Thema. Weitere Bilder sollten zum Inhalt passen. In der Zeitung gibt es auch mal keine.

Bei einem Treffen machen wir meistens selbst Fotos. Wenn es sich um aufwendige Fotos handelt oder wenn gleichzeitig viel Redaktionelles zu klären ist, kommt unser hauseigener Fotograf zum Einsatz.

Sollte es aus zeitlichen oder anderen Gründen nicht möglich sein, selber zu fotografieren, bekommen wir Bilder zur Verfügung gestellt. In diesem Fall steht in der Bildbeschreibung «Foto: PD».

Das Schreiben und Redigieren

Nach der Recherche schreiben wir die Informationen im CMS nieder. CMS bedeutet Content-Management-System und ist ein Programm, in dem der Inhalt verwaltet wird.

Die Herangehensweise ist je nach Person und Thema unterschiedlich. Manche machen sich zuerst Gedanken über die Struktur und den Aufbau ihres Artikels. Andere schreiben einfach drauflos und kümmern sich beim Überarbeiten um einen sinnvollen Ablauf. Vielleicht wird das Thema auch zuerst mit jemandem besprochen, um verschiedene Denkanstösse zu bekommen.

Schliesslich wird der Artikel von jemandem aus der Redaktion gegengelesen. Dadurch kann sich einiges am Aufbau, am Inhalt oder an der Schreibweise ändern. Es kommt auch vor, dass dem Korrekturleser weitere wichtige Fragen einfallen. So müssen wir je nachdem nochmals bei unseren Quellen nachhaken.

Danach erhalten die zitierten Personen die Zitate zur Ansicht. Das muss jedes Mal gut organisiert werden, damit die Rückmeldungen mit der Planung der Veröffentlichung des Artikels übereinstimmen.

Es kann zum Beispiel sein, dass jemand, der zitiert wird, in den Urlaub fährt oder an bestimmten Tagen nicht erreichbar ist. Da kann es schon mal stressig werden.

Zum Schluss kommt der Artikel zum Korrektorat, das darauf geschult ist, Rechtschreib- und Grammatikfehler zu erkennen oder Formulierungen zu verbessern.

Zwei Bildschirme, eine Tastatur und eine Maus. Auf dem rechten Bildschirm hat es einen Text, bei dem Dinge korrigiert wurden.
Das Korrektorat verpasst den letzten Schliff: Die roten Stellen wurden korrigiert und angepasst.

Jetzt ist der Artikel fertig und kann veröffentlicht werden. Wie es dazu kommt, lesen Sie am nächsten Donnerstag im zweiten Teil der Serie.

In unserer fünfteiligen Serie «Hinter den Schlagzeilen» stellen wir Ihnen den Weg eines Artikels in die gedruckte Zeitung im Briefkasten vor.

Teil 2: Die Produktion, erscheint am 25. Juli.
Teil 3: Die Technik, erscheint am 2. August.
Teil 4: Der Druck, erscheint am 8. August.
Teil 5: Die Verteilung, erscheint am 15. August.

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