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Für diese Einweihung kam sogar der Regierungsrat nach Bauma

Das Feuer für die Holzenergie lodert in Bauma. Das war aber nicht immer so.

Regierungsrat Martin Neukom hält eine Rede bei der Einweihung der Heizzentrale Bauma.

Fotos: André Gutzwiller

Für diese Einweihung kam sogar der Regierungsrat nach Bauma

Feierliche Eröffnung

27 Jahre hat es gedauert von der ersten Idee bis zur Einweihung der Heizzentrale. Nun haben die Verantwortlichen ihren Wärmeverbund gefeiert. Der Holzmangel bereitete nur einem Gast Sorgen.

«Siehst du, von hier haben wir unser warmes Schlafzimmer», sagt eine Frau zu ihrem Partner und zeigt auf einen der beiden grossen Öfen in der Heizzentrale in Bauma. Dort kann man durch ein kleines Fenster sehen, wie das Feuer lodert.

Zwar ist die Heizzentrale seit letztem Oktober in Betrieb. Am Donnerstagabend aber durften Aktionäre, Bauarbeiter und Wärmebezüger die fertige Anlage neben dem Kindergarten Altlandenberg zum ersten Mal besichtigen und an der offiziellen Einweihung teilnehmen.

Zum Anlass gehörten auch ein Apéro, ein Abendessen und die obligaten Reden. Den Anfang machte aber nicht der Ehrengast, Regierungsrat Martin Neukom (Grüne), sondern Max Bosshard. Denn keiner hat so lange für den Wärmeverbund in Bauma gekämpft wie er – ganze 27 Jahre lang.

So lange dauerte es von der ersten Machbarkeitsstudie für eine Anlage auf dem Areal des Alten Landi bis zur Inbetriebnahme der jetzigen Anlage.

Es brauchte mehrere Anläufe. «Nicht einmal der Sturm ‹Lothar› von 1999 brachte das Projekt zum Fliegen», erzählte Bosshard. Die Sturmschäden in den Wäldern waren zwar gross. Aber über lange Zeit war Holzenergie schlichtweg zu teuer im Vergleich zu Öl, es fehlte am Geld, um so ein Projekt zu finanzieren.

Bosshard, der heute Verwaltungsrat der Wärmeverbund Bauma AG ist, glaubte aber stets an das Potenzial von Holzenergie. So versuchte er im Ortsteil Widen, wo er selber wohnt, einen Verbund aufzubauen: «Aber ausser meiner Mutter und mir war damals noch niemand dabei.»

Und auf einmal ging es dann doch. Nicht zuletzt, weil Öl und andere Energieträger immer teurer wurden. Nach einer erneuten Machbarkeitsstudie ging die Gemeinde im Frühling 2020 auf die Suche nach Geldgebern, also künftigen Aktionären.

2022 konnte die Gesellschaft dann gegründet werden, im letzten Frühling fand nach beigelegtem Rekurs der Spatenstich für die Heizzentrale statt.

«Wir haben damals schon Verträge abgeschlossen, als wir noch keine Baubewilligung hatten», gab Bosshard am Donnerstag zu. Aber es sei ja alles gut gekommen.

Lob für den Effort von Bosshard und seinen Mitstreitern gab es auch von hoher Stelle, und zwar von Baudirektor Martin Neukom. Der Regierungsrat war der Einladung von Verwaltungsrat Paul von Euw gefolgt, der auch SVP-Kantonsrat ist.

Neukom liess es sich nicht nehmen, auf die oft unterschiedlichen Meinungen zwischen von Euw und ihm einzugehen. «Manchmal meint Paul auch, wir bei der Baudirektion machen alles falsch.» Dabei spielte er vermutlich auch auf das Thema Windenergie an. Paul von Euw kann mit den Plänen des Kantons wenig anfangen und wünscht sich beispielsweise mehr demokratische Mitbestimmung.

Reicht das Holz?

Doch der Regierungsrat liess den strittigen Punkt geschickt aus und fokussierte sich auf das Hauptthema des Abends. «Es ist optimal, Holz vor Ort zu nutzen», betonte er. Im Holz sei eigentlich Solarenergie gespeichert, was sonst nur schwer möglich sei.

Trotzdem rief Neukom zu einem schonenden Umgang mit dem nachwachsenden Rohstoff auf. «Im Kanton haben wir bald eine Grenze erreicht», erklärte er. Das Holz werde knapp.

Vor allem im Sommer sei es deshalb wichtig, Holz zu sparen. Um dann Wasser zu erwärmen, gebe es auch Alternativen wie die Solarthermie. «Der Wärmeverbund ist ein Puzzleteil in der Energieversorgung», betonte Neukom. «Wir brauchen einen passenden Mix aus Energiequellen.»

Zu guter Letzt wünschte er dem Wärmeverbund viel Erfolg und gutes Gelingen. Bisher scheint der Verbund ein glückliches Händchen zu haben. «Wenn alle Bezüger angehängt sind, die unterschrieben haben, sind wir voll ausgelastet», sagte Verwaltungsratspräsident Rudolf Rüegg. Insgesamt kann der Verbund Wärme für gut 70 Liegenschaften liefern.

Rüegg, der auch Mitglied des Gemeinderats (parteilos) ist, macht sich denn auch keine Sorgen um einen allfälligen Holzmangel. «Bei uns ist etwa die Hälfte der Fläche Wald», erklärte er. Das reiche auch in Zukunft. «Und es ist besser, wir nutzen das Holz hier, als es in weit entfernte Anlagen zu transportieren.»

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