Zuversichtliche Stimmen aus dem Millionengrab
Meier Tobler in Schwerzenbach
Nach der Gewinnwarnung im vergangenen Oktober hat der Klimatechnikspezialist Meier Tobler aus Schwerzenbach die Jahreszahlen vorgelegt. Sie sind mässig.
Für das Geschäftsjahr 2023 weist Meier Tobler einen Umsatz von 545,9 Millionen Franken aus, 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr (556,3 Millionen). Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda (Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) ging von 52,1 auf noch 48,5 Millionen Franken zurück. Der Konzerngewinn sank um 11,5 Prozent auf 27,1 Millionen Franken (Vorjahr: 30,7 Millionen).
Der Grund für das enttäuschende Resultat im eigentlich boomenden Markt mit Wärmepumpen liegt in Oberbuchsiten im Kanton Solothurn. Dort hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Schwerzenbach im vergangenen Sommer ein neues Dienstleistungszentrum in Betrieb genommen. Doch dieses funktionierte nicht wie geplant.
Da haben wir keinen guten Job gemacht.
Roger Basler
CEO Meier Tobler
«Da haben wir keinen guten Job gemacht», gab CEO Roger Basler an der Medien- und Finanzanalystenkonferenz des Gebäudetechnik-Spezialisten aus Schwerzenbach ohne Umschweife zu. Die Folge der Kinderkrankheiten in Oberbuchsiten: Meier Tobler kämpfte von September bis Dezember 2023 mit Lieferproblemen. Verärgerte Kunden – Heizungsinstallateure und Hausbesitzer, die auf bestellte Wärmepumpen warteten – und verloren gegangene Umsätze waren das Ergebnis.
Im Oktober sprach Meier Tobler eine Gewinnwarnung aus und lancierte ein Programm, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Man sei auf gutem Weg, meinte Roger Basler. Insgesamt habe die Behebung der anfänglichen Mängel rund 4 Millionen Franken gekostet, rechnete Finanzchef Lukas Leuenberger vor.
Starkes erstes Halbjahr
Das erste Halbjahr 2023 war noch von einem ausserordentlich starken Umsatzwachstum von 7 Prozent geprägt. Der Ausbruch des Ukraine-Kriegs vor zwei Jahren und die damit verbundenen Preiserhöhungen bei Heizöl und Erdgas führten zu einem Run auf Wärmepumpen, der vom zweiten Halbjahr 2022 bis ins erste Quartal 2023 anhielt. In dieser Phase wuchs das Geschäft mit Wärmepumpen zweistellig. «Mittlerweile hat sich das Sanierungsgeschäft wieder normalisiert», so Finanzchef Leuenberger. Dazu kamen im zweiten Halbjahr die hausgemachten Schwierigkeiten in Oberbuchsiten.
Inzwischen sind die Lieferschwierigkeiten behoben und die entstandenen Arbeitsrückstände komplett abgebaut. Für 2024 rechnet Meier Tobler in diesem Geschäftsfeld mit einem ähnlichen Ergebnis wie im vergangenen Jahr. Basler: «90 Prozent der im Jahr 2023 verkauften Heizungen waren Wärmepumpen. Das führt dazu, dass die Wachstumsraten rückläufig sind.» Die Nachfrage stabilisiere sich auf hohem Niveau.
Und das Potenzial sei weiterhin gross: «Von den 1,7 Millionen Gebäuden mit Wohnnutzung in der Schweiz werden 64 Prozent mit Systemen geheizt, die ersetzt werden müssen.»
Neben Heizungsanlagen setzt Meier Tobler hier insbesondere auf das Servicegeschäft. Mit Smart Guard können Wärmepumpen aus der Ferne überwacht (Smart Guard 1.0) und auch gesteuert (Smart Guard 2.0) werden. Auf diese Weise können Probleme behoben werden, ohne dass jedes Mal ein Servicetechniker vor Ort sein muss. Das spart Zeit und Kosten.
Nur kein unnötiges Risiko
Im Jahr 2017 hatte die Walter Meier AG mit der Tobler Haustechnik zur Meier Tobler AG fusioniert. Nun soll die IT-Infrastruktur vereinheitlicht werden. Geplant ist eine SAP-Lösung über sämtliche betrieblichen Prozesse. Das Projekt dürfte nicht, wie ursprünglich geplant, in diesem Jahr angegangen werden, sondern erst 2025. Man will nach dem Logistikdebakel keine unnötigen Risiken eingehen. Oder um es mit den Worten von CEO Roger Basler auszudrücken: «Die Risikoaversion bei mir ist gestiegen.»