So soll der «Frieden» in Wila wieder zum Dorfrestaurant werden
Neue, engagierte Betriebsleiterin
Seit Ende Oktober führt Ursi Lüthi das Restaurant Frieden in Wila. Sie hat alles im Griff – und hat viele Ideen.
Es tut sich etwas im Restaurant Frieden in Wila. Im Oktober war die Wilemer Dorfbeiz für kurze Zeit geschlossen. «Wir haben in dieser Zeit einige kleinere Reparaturen und Erneuerungen gemacht», sagt Ursi Lüthi.
Sie ist die neue Betriebsleiterin und hat das Restaurant Ende letzten Monat übernommen. «Die ersten zwei Wochen waren etwas anstrengend, aber wir sind sehr gut gestartet.»
Das freut auch Elias Furrer. Er ist Verwaltungsratspräsident der Gasthof Gyrenbad AG, der das Restaurant gehört. «Es ist ein Glücksfall, dass wir mit Ursi Lüthi eine neue Betriebsleiterin finden konnten.» Es sei schwierig, gutes Personal im Gastrobereich zu finden.
Eine Allrounderin
Lüthi bringt viel Erfahrung mit. Zuletzt war die 58-Jährige Pächterin im Restaurant Kafi Burehus in Winterthur Seen. Im «Frieden» hat sie nun eine andere Rolle. Sie ist Angestellte, führt den Betrieb also nicht mehr auf eigene Rechnung. Eine Rolle, die der Aadorferin ebenfalls zusagt.
Vor Lüthi schaute Madeleine Röck im «Frieden» zum Rechten. Sie hatte im Haus zuerst Mädis Genusslädeli und später Mädis Beizli betrieben. Im September 2022 hat die Gasthof Gyrenbad AG, deren Mutterfirma Furrer Immobilien AG das Haus seit sechs Jahren gehört, das Restaurant übernommen.
«Madeleine Röck hat schon länger angekündigt, dass sie die Betriebsführung gerne abgeben will», betont Elias Furrer. Sie wird sich Schritt für Schritt zurückziehen. «Aber wir freuen uns, dass sie noch bis Ende Jahr im Service mitarbeitet.»
Die neue Betriebsleiterin soll den «Frieden» aber auch weiterentwickeln. Wichtig ist für Elias Furrer stets die Qualität des Angebots. «Dann kommen die Leute auch», ist er überzeugt.
Am Mittag gibt es weiterhin zwei Mittagsmenüs, eines davon vegetarisch. Und neu wird im «Frieden» auch am Abend gekocht. Im Moment arbeitet die Betriebsleiterin die neue Abendkarte aus.
«Vorher gab es halt am Abend nur Snacks, weil niemand da war zum Kochen», sagt Lüthi. Jetzt steht sie meistens hinter dem Herd – auch am Mittag. Die Allrounderin hat bereits im Restaurant in Winterthur gekocht.
Bodenständig bleiben
Vorderhand wird sie diese Aufgabe weiter übernehmen. «Es ist auch sehr schwierig, einen Koch zu finden», gibt sie zu bedenken. Denn im «Frieden» gibt es noch Zimmerstunde. Nach dem Mittag ist das Restaurant bis am Abend geschlossen. «Diese Arbeitszeiten sind leider für viele nicht sehr attraktiv, und wir sind hier halt doch auf dem Land.» Das mache es nochmals schwieriger.
So steht weiterhin Lüthi in der Küche. Das Angebot an Speisen soll bodenständig bleiben. «Bei uns gibt es sicher immer ein Cordon bleu und Pommes frites.» Das schätze die Kundschaft. «Wir sind und bleiben ein Dorfrestaurant.»
So viel wie möglich macht sie selber. «Beutelsuppen tischen wir bestimmt nicht auf», betont sie. Teilweise sei es aber auch sinnvoll, auf Convenience-Produkte zu setzen. «Die Pommes frites machen wir nicht selber.»
Doch mit dem zusätzlichen Abendservice ist noch nicht genug. Das Ziel von Lüthi und Furrer ist klar: Neue, zusätzliche Angebote sollen den «Frieden» wieder attraktiver machen.
So gibt es beispielsweise einen Fondueplausch Anfang Dezember. «Ich kann mir auch diverse Themenabende vorstellen», sagt Lüthi. «Oder dass wir einen Koch einladen, der an einem Abend etwas Spezielles auftischt.» Dann gebe es dann kein Cordon bleu, ergänzt sie. «Wir wollen immer wieder etwas Neues ausprobieren.»
Augenmerk auf Vereine
Zudem planen die beiden, die Sichtbarkeit des Restaurants zu verbessern – und zwar auch im wahrsten Sinne des Wortes. Die Fassade des Restaurants soll wieder beleuchtet werden. «Viele fahren hier durch und wissen gar nicht, dass es uns gibt», meint Lüthi.
Ebenso ist eine Umgestaltung der Gartenwirtschaft geplant. Denn die erfahrene Gastronomin weiss: «Das wird extrem geschätzt.» Und wer sich im Sommer auf der Terrasse wohlfühlt, der kommt vielleicht auch im Winter ins Restaurant.
Auch wenn der «Frieden» das Wilemer Dorfrestaurant ist, soll er nicht nur Kundschaft aus der Gemeinde ansprechen, sondern aus der ganzen Region. Ein besonderes Augenmerk legen Lüthi und Furrer auch auf Vereine.



Im Frühling wurde der neue Saal eingeweiht. Dort hat es Platz für Generalversammlungen und andere Veranstaltungen. Und wer einmal mit dem Verein ins Restaurant fand, kommt vielleicht auch wieder als Gast – das zumindest hoffen Furrer und Lüthi.
Das Ziel der Eigentümerin ist, dass der «Frieden» selbsttragend wird. «Uns ist es aber auch wichtig, dass Wila ein Dorfrestaurant hat», erläutert Furrer. «Das ist uns auch finanziell etwas wert.»
Der Start ist der neuen Leiterin geglückt. Das Restaurant ist gut besucht. «Wir sind sehr zufrieden», meint Furrer, «und zuversichtlich, dass wir den Erfolg aufs ganze Jahr ausdehnen können.»