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Stewi ist gerettet – und zügelt nach Saland

Der Hersteller der Wäschespinnen stand vor dem Aus. Nun übernimmt eine liechtensteinische Firma - und verlegt den Produktionsort ins Tösstal.

Die Wäschespinne von Stewi wird weiterhin produziert – allerdings an einem anderen Standort.

Foto: Keystone

Stewi ist gerettet – und zügelt nach Saland

Wäscheständer aus Winterthur

Der Hersteller der Kult-Wäschespinnen stand vor dem Aus. Nun wird die liechtensteinische Reichardt AG ihn übernehmen. Produziert wird neu aber im Tösstal statt in Winterthur.

Jonas Keller

Im Juni sah es aus, als wäre die Wäschespinne aus Winterthur bald Vergangenheit. Die Kultfirma Stewi kündete damals an, das Geschäft einzustellen, weil sich kein Nachfolger fand – nach fast 77 Jahren.

Nun vermeldet die Firma: Per 1. September wird die Reichardt AG aus Liechtenstein Stewi übernehmen, rückwirkend auf Anfang Jahr. Stewi ist damit gerettet. «Sämtliche Vertriebs- und Lieferketten bleiben erhalten», teilte die Winterthurer Firma am Dienstag mit.

Die Reichardt AG ist bereits in der Kunststoff- und Metallverarbeitung tätig. «Den Kunststoff für die Wäscheständer wird Stewi künftig von dort beziehen», sagt Stewi-Geschäftsführer Lorenz Fäh. Diese Synergien seien ein wichtiger Grund, warum die beiden Firmen sich gefunden hätten. Man habe mit dem Unternehmen aus Ruggell in Liechtenstein vor einem Jahr schon verhandelt, damals allerdings erfolglos. Aufgrund der Berichterstattung zum sich abzeichnenden Ende von Stewi hätte die Reichardt AG sich erneut gemeldet und man sei sich rasch einig geworden. Zum Verkaufspreis will Fäh sich nicht äussern.

Kündigungen zurückgezogen

In Winterthur, wo Stewi seit der Gründung im Jahr 1947 zu Hause ist, wird die Traditionsfirma allerdings nicht bleiben. Der neue Sitz der Stewi-Gruppe werde in Saland in der Gemeinde Bauma im Tösstal liegen, der Umzug erfolge ab September. Dass die Stewi auf Anfang 2024 einen neuen Hauptsitz braucht, ist schon seit einem Jahr bekannt. Damals verkaufte die Firma den Sitz in Winterthur-Grüze, wo sie seit 1972 produziert. Das Gebäude sei in einem zu schlechten Zustand, als dass Investitionen sich noch lohnen würden. «In Winterthur haben wir leider nichts Neues gefunden, das passt», sagt Fäh.

Die 14 Mitarbeitenden der Firma hätten sich alle entschieden, bei Stewi zu bleiben. Ihnen wurde im Frühsommer bereits gekündigt. Nun wurden die Kündigungen zurückgezogen. In der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat bleiben wird Fäh. Sein Geschäftspartner Stephan Ebnöther hingegen scheidet per 31. August aus der Firma aus.

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