Im traditionsreichen Elektroladen gehen bald die Lichter aus
De Boni Elektro in Hinwil
Nach 44 Jahren schliesst das Ladengeschäft der De Boni Elektro AG beim Hinwiler Dorfplatz. Gleichzeitig baut das Unternehmen eine zukunftsträchtige Sparte aus.
Wer in Hinwil ein elektrisches Alltagsgerät sucht, wird im kleinen Ladengeschäft der De Boni Elektro AG mit ziemlicher Sicherheit fündig. Und wenn nicht, hilft Brigitte De Boni weiter. Ihren Kundinnen und Kunden hat sie noch jeden Wunsch erfüllt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Armin Pfiffner leitet sie den Elektrodienstleister mit 50 Mitarbeitenden seit über 25 Jahren, 1982 war sie bereits in den Familienbetrieb eingestiegen.
Bald aber wird sich einiges ändern. Per Ende März schliesst der Laden an der Dürntnerstrasse. Der Dorfplatz von Hinwil verliert damit ein weiteres traditionsreiches Geschäft. Seit 1979 steht es an diesem Standort gegenüber dem Restaurant Freihof.
Wir brauchen mehr Platz.
Armin Pfiffner, Geschäftsleiter
Emil und Heidi De Boni, die Eltern von Brigitte De Boni, hatten den Laden damals eröffnet. Er war stets ein wichtiges Element im Dienstleistungsbetrieb, der sich auf Elektroinstallationen spezialisiert hat. Dieser Bereich wird auch in Zukunft weitergeführt und ausgebaut.
Früher war die Ladenfläche sogar auf zwei Stockwerke verteilt. Im oberen Geschoss gab es eine Ausstellung für grössere Geräte wie Waschmaschinen und Trockner. Im Erdgeschoss fand man bis zuletzt elektrische Rasierer, Wasserkocher, Lichtschalter oder Glühbirnen.
Doch die Bedürfnisse der Kundschaft haben sich verändert. Viele Leute kaufen inzwischen online ein. Schon seit Längerem befinden sich in den ehemaligen Ausstellungsräumen im Obergeschoss Büros. Und nun wird auch die übrige Ladenfläche umgenutzt. Im Erdgeschoss sollen Schulungsräume für Weiterbildungskurse und die Ausbildung der acht Lernenden entstehen.
Für Armin Pfiffner ist es der richtige Schritt. «Wir brauchen mehr Platz», sagt er. Obwohl der Laden ein zentraler Teil der Firma und ein wichtiger Ort war, um Kundenbeziehungen zu knüpfen und zu pflegen. Und obwohl die Rechnung trotz Konkurrenz durch grosse Baumärkte und den Onlinehandel immer aufging. «Der Laden lief gut.»
Anliegen werden weiterhin erfüllt
Die Konkurrenz soll denn auch nicht für die Ladenschliessung verantwortlich sein. Man lebte miteinander und tat sich nicht weh. «Sie hatten ihre Stärken, wir unsere», meint Armin Pfiffner. Ebenso wenig ist die Grossbaustelle in Hinwil am Entscheid schuld. Sie habe kaum negative Auswirkungen auf das Geschäft gehabt. Trotzdem endet mit der Schliessung eine Ära im familiär geführten Betrieb.
Wir haben Blumen und Kuchen erhalten.
Brigitte De Boni, Geschäftsleitungsmitglied
Brigitte De Boni fällt die Ladenschliessung schwerer als ihrem Mann. Bis vor wenigen Jahren war auch ihre Mutter noch regelmässig im Laden anzutreffen. «Ich spüre etwas Wehmut», sagt sie. De Boni war es, die meistens hinter der Verkaufstheke stand und sich über einen freundlichen Schwatz mit der Kundschaft freute. Dem Laden nachtrauern will das Paar aber nicht. «Wir betrachten den Schritt als eine neue Herausforderung», sagt Pfiffner. Man müsse mit der Zeit gehen.
Das Bedauern bei der Kundschaft ist hingegen gross. «Wir haben Blumen und Kuchen erhalten», sagt De Boni. «Es ist ein ziemlicher Einschnitt für die Kunden, für das Dorf», findet auch Armin Pfiffner. Auf die Ankündigung des Total-Ausverkaufs habe ein Kunde gemeint: «Ich will keinen Rabatt. Ich will, dass du bleibst.» Das habe ihn schon gefreut.
Die Kundschaft wollen De Boni und Pfiffner aber auch ohne Laden nicht hängen lassen. Die Tür zum Haupteingang auf der Rückseite des im Jahr 2016 fertiggestellten Neubaus stehe stets offen – wie schon bisher, wenn der Laden mal zu war. Für Brigitte De Boni ist deshalb klar: «Wenn jemand ein Anliegen hat, versuchen wir das auch in Zukunft zu erfüllen.»